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Live on Stage Report: EXSULES | INFECTED UNION | HARROWED

10.04.2026 Rostock @ Peter-Weiss-Haus


Am 10.04.2026, einem Freitag, zeigte sich das norddeutsche Wetter von seiner allerfeinsten Seite. Vormittags schneeregnete es sogar bei Temperaturen um niedrigen, einstelligen Bereich über Null, bevor dann gen Nachmittag die Wolkendecke partiell aufriss und doch noch vergleichsweise milde acht bis zehn Grad celsius erreicht werden. Das beruhigte ungemein. Mich zumindest. Wollte ich doch am Abend in einer der Anlaufstellen für politisch linke Subkultur, dem Peter-Weiss-Haus, der nunmehr bereits 14. Auflage des Extreme Distortion Assaults beiwohnen und da nicht im fetten Mantel mit Schal und Mütze aufkreuzen. Wie sieht das auch aus?

Also, pünktlich vor Ort bei den enorm freundlichen Mitarbeitenden als Presse vorgestellt, konnte ich zusehen, wie sich der doch recht große Laden allmählich füllt. Fast auf die Minute genau 20Uhr ging es dann auch schon los mit exsules, einer lokalen Black Metal- Band, die ich bereits mehrfach irgendwo gelesen habe, die aber weder über einen Metal-Archives-Eintrag verfügt noch über ein offizielles Album. Lediglich zwei Aufnahmen sind auf Bandcamp abrufbar. Was mich dann erwischte war gleichermaßen überraschend wie auch packend. Spielte sich der erste Song noch in gediegeneren atmosphärischen Black Metal-Regionen ab so wurde es ab Song zwo und darüber hinaus immer vertrackter und auch härter.

Spätestens ab der exzellent dargebotenen Ved Buens Ende- Huldigung kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auf der Bühne teilten sich drei der vier exsules- Member die Vokalpflichten, mal growlend, mal kreischend und mal hymnisch singend (an den Drums!), und die Band, die in den letzten beiden Songs Enslaved mit dezenten Einschüben von Nile und Morbid Angel und zig anderen Zutaten verquickte, durfte sich nach fünf, ihrer Aussage nach sehr kurzen Songs, bei ausgezeichnetem Sound, den verdienten Applaus abholen. Bravo!

Diesen fulminanten Einstieg galt es nun fortzuführen und diese Aufgabe oblag der ebenfalls lokalen Größe Infected Union. Der Vierer um Bandchef Christoph legte direkt mächtig los und sich selbst ordentlich ins Zeug. Sofort gab es eine Menge an Bewegung auf der Bühne und auch vor der Bühne flog das Haupthaar und der zuvor noch klassisch zurückhaltende norddeutsche Halbkreis löste sich allmählich auf. Man sieht: Wer auf der Bühne in Energie investiert, bekommt diese eben auch wieder aus dem Publikum zurück. Infected Union fahren dazu eine Mischung aus Machine Head zu Through the Ashes of Empires- Zeiten und modernerem Thrash auf.

Auch hier gibt es die vokale Dreifachgefahr, bestehend aus Growls, Screams und Klargesang für die sehr eingängigen Refrains. Die Band versteht es ebenso mit humorigen Ansagen und einer riesigen Portion guter Laune die kurzen Pausen zwischen den Songs zu füllen. Profis am Werk! Doch beim Wesentlichen, dem Sound, waren zumindest mir die Gitarren zu leise und wurden vom wuchtigen Schlagzeug stellenweise niedergebrettert. Vielleicht lag es an meiner Position im Publikum, denn weiter vorne klang’s in der zweiten Hälfte des Sets wesentlich stimmiger. Wer außerdem für die letzten drei Songs noch das wunderschöne, riesige, bandeigene Maskottchen als Trumpfkarte herauszaubert, kann beim Publikum nur gewinnen und gemäß der Ansage zum finalen Song einfach mal das Leben feiern.

Jetzt hatten wir Black Metal, Thrash Metal … es fehlt dementsprechend Death Metal. Diesen liefern die Schweden Harrowed mit ihrem ersten offiziellen Deutschland-Gig! Und sie liefern ihn punkig und dreckig! Ebenfalls zu viert auf der Bühne ist von der ersten Sekunde an Alarm angesagt. Drummer Adam Lindmark treibt das Publikum beständig pumpend vor sich her und findet darüber hinaus auch Zeit seinen inneren Chris Reifert zu channeln und zu growlen. Das gibt der Saitenmannschaft den Platz für schnittige Posen und fliegende Matten. Dass hier eine Menge ehemalige Morbus Chron auf der Bühne stehen, ist praktisch nicht zu merken.

Harrowed haben Bock auf unkomplizierte, knackige Groovegranaten die an manchen Stellen auch mal mit überraschenden Tempowechseln zünden, allerdings im Gros straight losprügeln. Das Material vom Debüt-Album The Eternal Hunger gibt auch dem Publikum Grund genug die Körper zu schütteln und wer keine Haarpracht zum Schütteln hat, geht halt eine Runde tanzen. Auch hier ist unbedingt der ausgezeichnete Sound, insbesondere der Bassgitarre, hervorzuheben und so stürmisch wie Harrowed loslegten, ist es dann auch wieder vorbei. Noch während das Publikum nach Zugabe rief, war ein überaus freundlicher Adam Lindmark auch schon am Merch um mir eine neue Kopfbedeckung zu verkaufen. Darüber hinaus gibt es Shirts für heutzutage brutal günstige 20€ zu ergattern!

Grindmania Promotion um Gorerob beweist also wieder einmal ein sehr gutes Auge und vorzüglichen Geschmack in der Bandauswahl und hat ein, in der Stilistik so unterschiedliches Programm, stimmungsvoll in Szene gesetzt! Ein Abend der auch die Geldkatze nicht übermäßig strapazierte und einfach als rundum gelungen zu bezeichnen ist!




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