ANASARCA – Achlys (2026)
(10.277) Timo (9,0/10) Death Metal
Label: Selfmadegod Records
VÖ: 03.04.2026
Stil: Death Metal
Fast eine Dekade nach Survival Mode haben Anfang April diesen Jahres auch ANASARCA aus Emden ein neues Album veröffentlicht. Achlys ist somit der mittlerweile fünfte Langspieler des eigenständigen Death Metal Quartetts, die bei Selfmadegod Records eine neue Heimat gefunden haben. Der Titel des Albums Achlys steht für die personifizierte griechische Göttin, der tiefen Trauer und der ewigen Dunkelheit. Selbstredend das ANASARCA sich mit ihrem nun vorliegenden Konzeptalbum diesem Thema gewidmet haben. Dabei sind sie ihrem Stil treu geblieben, zwischen brutalen und melodischen Death Metal, der eine variable Herangehensweise verfolgt, aus fiesen Blastbeats und einer packenden Heavyness. Gibt’s hier straighten klassischen Death Metal, mit Struktur und einer ordentlichen Kelle Todesblei.
Die legendären Death Metal Veteranen waren stets bekannt sich Konzeptalben zu widmen, so nun, wie bereits angedeutet auch 2026. Hierbei haben sie sich an das Thema Trauer gewagt. Dabei stammen die Texte von Menschen, die Angehörige verloren haben und spiegeln so sowohl persönliche Verluste innerhalb der Band, als auch in der gesamten Metal-Szene wider. Aufgenommen im Oldenburger Wretched Noise Studio unter der Regie von Daniel Meinzer und gemastert von Dennis Israel (Scour, Amon Amarth, Primordial, Asphyx, Legion Of The Damned). Gibt’s hier soundtechnisch nichts zu mäkeln, druckvoll und angenehm klar donnert es aus den Boxen. Vollendet mit dem Coverartwork von Robert Sindermann, hat die Scheibe auch optisch beste Rahmenbedingungen.
Eingeleitet thematisch von Frederic Chopin’s Marche Tunebre liefert Beyond Passing einen stimmigen, von Melancholie begleiteten Beginn. Mit reichlich Tempo offenbart Achlys klassischen Death Metal der frühen 90er, umgarnt von melodischen, raffiniert eingebundenen Parts und wuchtiger Heavyness, dass allesamt sehr gut Hand in Hand geht. Der Titelsong Achlys verwendet das musikalische Thema von Edvard Grieg‘s In The Hall of the Mountain King, dass mit dem Stil von ANASARCA exzellent funktioniert. Da wiedermal unterstreicht wie grandios Metal und Klassik miteinander verwandt sind.
Die Einflüsse bei ANASARCA lassen Bands wie Sinister, Massacre und natürlich Morbid Angel erkennen. Aber auch eine gewisse Nähe zu den Schweden Vomitory. In ihrer ureigenen Art entsteht auf erfrischende Weise ein sehr gelungener Spagat aus Brutaliät und Melodie, der dennoch eigensinnig klingt. Songs wie In Memoriam, das überraschend mal andere Drumming bei Pain Remains, sind alles andere als Stangenware. Das starke Songwriting bei He is Dead, der fiese Genickbrecher How Can They und das noch mal alle Register ziehende I Feel, welches der längste Track der Scheibbe ist, hieven ANASARCA im Jahr 2026 zweifelsohne ins Zentrum des Geschehens.
Mit dem nunmehr fünften Album Achlys bleiben ANASARCA nichts schuldig, sie liefern wieder einmal starke Death Metal Kost ab, die klingt, wie nicht schon zig Mal woanders gehört. Ideenreich haben sie sich diesem schweren und anspruchsvollen Thema der Trauer gewidmet, dafür gebührt ihnen großer Respekt. Bei dem man gerade der lyrischen Seite, man genug Zeit einräumen sollte. Am 1.6.2026 erscheint zusätzlich das erste Livealbum bei dem französischen Label Metal Exhumator Records auf CD Digipack. Checkt daher unbedingt die Webseite von ANASARCA, da könnt ihr die Alben und natürlich auch Merchandise ordern. Support The Underground!
Anspieltipps: Achlys, In Memoriam, He is Dead, I Feel
Bewertung: 9,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Beyond the Passing (Intro)
02. My Reality
03. Achlys
04. Basket of Burdens
05. In Memoriam
06. Pain Remains
07. Broken
08. He is Dead
09. Wish You Were Here
10. How Can They
11. I Feel

