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COPROLITH – Putrescence (2026)

(10.317) Phillip (7,8/10) Death Metal


Label: Me Saco Un Ojo Records/ Pulverised Records
VÖ: 03.07.2026
Stil: Death Metal






Meine Güte, was habe ich diesem Album entgegengesehnt. Drei Jahre ist es her, dass Coprolith ein unfassbar vernichtendes Demo eingekloppt haben, das ganz locker qualitativ auch ein Album hätte sein können. Denn so viel kann ich vorwegnehmen: Der Sound hat jetzt keinen großen Sprung nach vorne gemacht. Im Gegensatz zum Logo, das kann man jetzt nämlich sehr einfach entziffern.

Zum Glück! Gerade dieses enorm hallige, labeltypisch urzeitliche Geschepper, dass nur eine Richtung kennt, nämlich geradeaus, bietet hörbaren Arbeitsschweiß und dichte Atmosphäre ummantelt von absoluter Finsternis. Können die Kanadier diese vielversprechende Intensität auf ihrem ersten regulären Album halten oder sogar ausweiten?

Ganz klar: Jein! So ist es ihnen gelungen, die intensiven Momente noch atmosphärischer zu gestalten und die Ballerparts noch geradliniger. Sentenced to the Grave kommt dementsprechend wuchtig aus den Startlöchern, wobei daneben Putrescence direkt das Beschleunigungspedal durchlatscht um dann überraschend groovy zu werden. Defiling Incantation kommt dann dem am nächsten, was man heute unter Old School Death Metal versteht, und trudelt hinten raus etwas aus. So läuft es dann bei den anderen drei Songs weiter, hier sticht noch die gnadenlose Heavyness von Another Skull to Claim hervor und auch die Glocken im letzten Song, die fast erlösend wirken.

Aus produktionstechnischer Sicht ist das hier ein Mundwinkel nach unten ziehendes und unsichtbare Orangen langsam nach oben reckendes Gelöt, das unter keinen Umständen in die Hände von audiophilen Sauberkeitsfreaks fallen darf. Hier kracht’s, knarzt’s und schnarrt es an allen Ecken und Kanten. Wenn die Bassfraktion testet, wie tief der Sumpf ist, kann es einem flau in der Magengegend werden, natürlich allerfeinst unterstützt durch die scheppernden Drums, die sich um die Auszeichnung „Trockendste Kickdrum 2026“ mit Stolz bewerben dürfen. Darüber, oder auch dazwischen ist das gespenstisch heulende Growling von K.D zu vernehmen.

Coprolith präsentieren hier also eine gut gearbeitete Fortsetzung zu ihrem hervorragendem Demo. Allerdings zündete Putrescence bei mir nicht sofort. Die doomige Schwere, die auf diesem Album deutlich präsenter ist, musste ich mir erst erarbeiten. Infolgedessen kletterte das Album in meiner Wertung dezent nach oben, aber zum größeren Wurf reicht es bei mir nicht, dafür haben andere Bands aus dem gleichen Morast zuletzt stärker beeindruckt. Das ist ja beileibe nicht schlecht, denn wer auf Purulency, das erwähnte Demo, Astriferous und gut die Hälfte der anderen Bands unter dem Banner „Me Saco Un Ojo“ steht, schwerst doomig angefeuerten, leicht schwarz gesprenkelten Death Metal mit Monolithenriffs steht, muss hier sowieso zugreifen!

Anspieltipps:
Sentenced to the Grave
🗡 Putrescence
💀 Another Skull to Claim


Bewertung: 7,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

1. Sentenced to the Grave
2. Putrescence
3. Defiling Incantation
4. Birthed by Remorseless Flames
5. Another Skull to Claim
6. Possessed by Incoherent Violent Suggestions



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