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SKARDUS – Ut De Deep (EP)(2026)

(10.300) Niclas (8,0/10) Black Metal


Label: D.I.Y.
VÖ: 23.01.2026
Stil: Black Metal 







In jedem Jahr lohnt es sich, hin und wieder nochmal zurück zu schauen und sicher zu gehen, dass man in den Weiten des Metal-Ozeans nicht vielleicht doch einige Perlen übersehen hat. Gerade die dunklen Tiefen des Undergrounds können ja doch manchmal reichlich unübersichtlich sein und ihre wahren Schätze erst auf den zweiten Blick preisgeben. Mit reichlicher Verspätung hat so nun zum Beispiel „Ut De Deep“, die neue EP der Kieler Black Metaller SKARDUS ihren Weg in meine Playlist gefunden.

Das neue Machwerk der Nordlichter ist insgesamt recht kurz gehalten. Gerade einmal vier Songs finden sich auf der rund 26-minütigen Scheibe, was aber dennoch ausreicht, einen bleibenden Eindruck beim Hörer zu hinterlassen. Stilistisch bewegen sich SKARDUS in atmosphärisch-folkigen Gefilden, die stark an Bands wie GRAB, GRIFT oder SKOGEN erinnern. Schon der Opener „En Ehrgierig Drööm“ begrüßt den Hörer zunächst einmal mit melancholischen Clean-Gitarren, bevor sägende eiskalte Black Metal-Riffs die Führung übernehmen und die heiser kreischige Stimme von Frontmann Herr Jürgensen darüber ihre Tiraden schreit. Die Vocal-Performance kann man getrost als ein Highlight der EP herausstellen, denn diese strotzt nur so vor Energie und ist überraschend vielseitig. Alle Register der schwarzmetallischen Gesangskunst werden hier gezogen. Einige wohlplatzierte Samples tun ihr Übriges, um die düstere Atmosphäre noch zu verdichten.

Worum es dabei genau in den Texten geht ist schwer nachvollziehbar. SKARDUS gehört zur wachsenden Schar deutschsprachiger Bands, die statt langweiligem Hochdeutsch lieber ihren Lokaldialekt verwenden, und so sind die Texte vollständig in Plattdeutsch gehalten. Trotzdem bewegt man sich lyrisch weiter in für Black Metal gewohnt düsteren Gefilden: "Ut de Deep" erzählt eine Geschichte von Aufstieg, Blüte, Untergang und Vergessen, schreibt die Band selbst auf ihrer Bandcamp-Seite. 

Die Produktion der vier Titel ist recht roh und unpoliert gehalten, was der Atmosphäre sicher zugute kommt, auch wenn einzelne Stellen von etwas mehr Begradigung in der Post-Production sicher profitiert hätten. Doch das ist nur Meckern auf hohem Niveau. Für Freunde atmosphärischen Schwarzmetalls bietet „Ut De Deep“ einen schmackhaften akustischen Happen zwischendurch, den man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte.


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. En Ehrgierig Drööm 
02. Ut de Deep 
03. Ünnergang 
04. Un still liggt de See 



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