SAMPLER – Death Metal Tribute to OZZY (2026)
(10.352) Maik (keine Wertung) Death Metal
Label: Death Metal Promotion
VÖ: 07.08.2026
Stil: Death Metal
Es war abzusehen, dass nach dem Ableben von OZZY OSBOURNE ein ganzer Batzen Tribute-Alben veröffentlicht werden. Diesem hier jedoch wohnt eine nicht uninteressante Pikanz bei.
Wie Tribute-Alben von Metalfans aufgenommen werden, hängt von zwei Faktoren ab. Erstens: Mag man Coverversionen generell? Zweitens: Mag man die Band, der hier Tribut gezollt wird? Und bei diesem Tribute-Sampler hier kommt noch ein dritter Aspekt dazu, nämlich: Mag man den Stil, in dem hier gecovert wird?
Nun kann ich bei genannter Compilation, „Death Metal Tribute To OZZY“, alle drei Fragen mit „Ja“ beantworten. Ja, ich mag Coverversionen, wenn sie gut gemacht sind. Ja, ich mag die Musik von OZZY OSBOURNE. Und ich mag Death Metal. Kein Wunder, dass diese Veröffentlichung in meiner To-do-Liste auftaucht.
Nun ist das ja ein gewagtes Unternehmen, die doch eher melodische Musik des Fürsten der Finsternis in eine Todesbleischürze zu kleiden, und ich muss zugeben, dass ich anfangs auch etwas meine Probleme hatte. Das Hauptproblem dürfte für die meisten Hörer der Gesang sein. OZZY hatte eine sehr charismatische Stimme, und Death-Metal-Sänger sind dann doch eher in der Growl-, Brüll- und Röchel-Liga unterwegs.
Gecovert werden nicht nur Songs aus dem reichhaltigen Schatz aus OZZY OSBOURNEs Solokarriere, sondern auch Songs aus der Zeit, als er bei BLACK SABBATH sang. Das ergibt letztlich eine interessante Mischung. Dabei kommen ausschließlich Undergroundbands aus aller Welt zum Zuge, zum Beispiel auch aus Vietnam, Ecuador oder Peru.
Ich muss auch sagen, dass einige Bands diese Hürde namens „Vocals“ recht sportlich genommen haben. Gut, WORLDEATER aus den USA haben die Frage „Gesang“ dergestalt gelöst, dass sie „Shot In The Dark“ mit Klargesang darbieten, dazu noch mit einer Voice, die der vom Madman doch recht nahe kommt. Auch die Deutschen HALLUCINATE setzen zu Beginn von „Changes“ auf Ozzy-ähnlichen Klargesang, welcher erst ab der Hälfte in todesmetallisches Geröchel wechselt. Dadurch baut der Song immer mehr Intensität gegen Ende auf. Doch ich greife hier etwas vor.
Die Compilation startet mit den charakteristischen Orgelklängen von „Mr. Crowley“, dargeboten von den Schweden IMPERIAL DOMAIN. Ganz fiese Praxis, mich zu Beginn schon mal mit einem meiner erklärten OZZY-Favorite-Tracks zu „bestechen“. Auch HETREM meistern den Spagat zwischen OZZY-Mucke und Death-Metal-Vocals recht ordentlich. Die erste wirklich harte Probe stellt „Crazy Train“ der Briten von ROAST DEAD dar. Der Track wurde hier zu einer mörderisch brutalen Slam-Death-Grind-Nummer verhackstückt, bei der man das Original kaum heraushört.
Der Song könnte bei OZZY-Fanatics einen Fluchtreflex auslösen, aber nachdem die Ohren nun angemessen freigebürstet wurden, geht es doch recht „zivil“ weiter. Und da sind einige Coverversionen recht interessant. Wie gesagt, war der erste Hördurchgang für mich noch nicht so überzeugend, mittlerweile läuft das Ding das vierte Mal durch, und ich muss letztlich einräumen, dass sich die meisten Bands echt Mühe gegeben haben, die Songs so weit umzusetzen, dass dem Original genug Raum eingeräumt wird, der Death-Metal-Anspruch aber ebenso gewahrt bleibt.
Das Pendel schwingt zwischen diesen beiden Polen von Song zu Song unterschiedlich. Auch bei der Umsetzung der Cover gibt es gelungene und weniger gelungene Arbeiten. Der Gesang von SLAVESON ist beispielsweise etwas strange, obwohl die instrumentale Umsetzung von „Gets Me Through“ sonst recht ordentlich ist.
„The National Acrobat“ ist zweimal vertreten, einmal gespielt von den Griechen FLAMECORE, ebenso von ON SOULWINGS aus den USA. Bei letzterer Version stört mich ein wenig dieser komische Stopp, der im Leitriff immer wieder eingesetzt wird. Ich denke dann immer, dass die Datei hängt. Ansonsten keine Beanstandungen. Okay, „Ultimate Sin“ von VASTNESS ist etwas leise, aber das kommt bei Compilations nun mal vor.
Ich finde, die Bands haben die Gratwanderung zwischen der Musik von OZZY OSBOURNE bzw. BLACK SABBATH und den gängigen Death-Metal-Trademarks ganz gut hinbekommen. Wer nicht auf Death Metal abfährt, wird hier vielleicht eher abgeschreckt sein, ich finde diese Idee jedoch recht reizvoll. Aber wie gesagt, ich stehe sowohl auf Coverversionen als auch auf OZZY/BLACK SABBATH, ebenso wie auf Death Metal.
Anspieltipps:
🔥 Mr. Crowley
💀 Demon Alcohol
🎸 No More Tears
⛓️ Electric Funeral
Bewertung: keine Wertung
TRACKLIST
01. IMPERIAL DOMAIN (Schweden) Mr. Crowley
02. HETREM (Bosnien/Herzegowina) Bark At The Moon
03. ROAST DEAD (UK) Crazy Train
04. PLEASURE OF MUTILATE (Ecuador) Paranoid
05. WORLDEATER (USA) Shot In The Dark
06. ICONS OF BLASPHEMY (Peru) Believer
07. DESECRYPTOR (USA) Sabbath Bloody Sabbath
08. FLAMECORE (Griechenland) A National Acrobat
09. MISGIVINGS (Frankreich) Hole In The Sky
10. BECOMING THE ENTITY (Mexiko) Symptom Of The Universe
11. VASTNESS (Polen) The Ultimate Sin
12. INSINERATEHYMN (USA) Into The Void
13. PESTIFER (Portugal) Killing Yourself To Live
14. VEPHAR (Polen) Snowblind
15. CLAIRVOYANCE (Polen) Sweet Leaf
16. PARAPHILIA (USA) Cornucopia
17. SLAVESON (Österreich) Gets Me Through
18. RÊVASSEUR (Vietnam) I Don’t Wanna Stop
19. HALLUCINATE (Deutschland) Changes
20. ON SOULWINGS (USA) A National Acrobat
21. RECKLESS MANSLAUGHTER (Deutschland) Demon Alcohol
22. BOTTLEKOPF (Polen) Never Say Die
23. TVMVLO (Portugal) I Don’t Know
24. PODRIDÃO (Brasilien) Under The Sun/ Every Day Comes And Goes
25. WITHERING OATH (USA) No More Tears
26. TRANSMIGRATION MACABRE (Argentinien/Uruguay) Electric Funeral

