Alben des Jahres 2025

DIE Alben DES MONATS (06/26)

Aktuelle Reviews

Q&A - Die Interviews

Tales from the hard side

live on stage reports

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

CD-Reviews N-P

PRIME CREATION – Souls of the Fallen (2026)

(10.347) Olaf (4,0/10) Power Metal


Label: ROAR
VÖ: 26.06.2026
Stil: Power Metal






So kann man sich täuschen. Ich las im Infoblatt nur Roger Johansson und dachte: What? Der Kerl macht jetzt auch Power Metal? Wobei Rogga – nicht Roger – davon bekanntlich bereits mehr veröffentlicht hat, als andere Menschen warme Mahlzeiten zu sich nehmen. Ein zweiter Blick brachte Aufklärung: Der Roger Johansson in den Unterlagen hat lediglich die Bandfotos geschossen. Wäre auch irgendwie doof gewesen, denn Souls of the Fallen wäre mit großem Abstand sein schlechtestes Album ever geworden.

Hinter PRIME CREATION stehen nämlich keine schwedischen Todesblei-Akkordarbeiter, sondern fünf Musiker aus Linköping, die sich dem modernen Melodic und Power Metal verschrieben haben. Die Band entstand 2015, nachdem sich MORIFADE aufgelöst hatten. Gitarrist Robin Arnell, Bassist Henrik Weimedal und Schlagzeuger Kim Arnell brachten reichlich Erfahrung aus dieser Formation mit, während Esa Englund den Gesang übernahm. Der zunächst beteiligte Mathias Kamijo wurde 2017 durch Rhythmusgitarrist Rami Tainamo ersetzt. Seitdem ist die Besetzung stabil, was man Souls of the Fallen durchaus anhört. Die fünf Schweden wissen, was sie tun. Das Problem besteht eher darin, dass sie offenbar nicht wissen, warum sie es tun.

Laut Begleittext wurde das Material so lange überarbeitet, bis angeblich nur die stärksten Ideen übrigblieben. Ich würde zu gern einmal den Komposthaufen hören, auf dem der Rest gelandet ist. Vielleicht liegen dort die markanten Riffs, überraschenden Refrains und zwingenden Melodien, die auf diesem Album schmerzlich fehlen.

Musikalisch erwartet den Hörer eine krude Mischung aus FIVE FINGER DEATH PUNCH, etwas SABATON und einer Stimme, die immer wieder an Peter Tägtren bei PAIN erinnert. Tiefer gestimmte Gitarren, stampfende Rhythmen, synthetische Atmosphäre und möglichst breite Refrains werden in den modernen Metal-Baukasten geworfen. Das Ergebnis möchte mächtig wirken, ist aber ungefähr so bedrohlich wie ein Panzer mit Parkkralle.

Produziert, gemischt und gemastert wurde die Platte von Niels Nielsen, der unter anderem mit GHOST und IN FLAMES gearbeitet hat. Handwerklich gibt es wenig auszusetzen: Die Gitarren stehen breit, das Schlagzeug besitzt Druck, der Bass hält das Fundament zusammen und der Gesang thront prominent über allem. Jede Spur sitzt dort, wo sie hingehört. Trotzdem besitzt der Sound ungefähr so viel Persönlichkeit wie ein frisch angelegtes Profil mit grauem Standardbild.

Esa Englund ist ebenfalls kein schlechter Sänger. Seine raue, leicht nasale Stimme besitzt Wiedererkennungswert und passt zur modernen Ausrichtung. Gerade in den dunkleren Passagen erinnert seine Artikulation an Peter Tägtgren, allerdings ohne dessen Boshaftigkeit und theatralische Vielseitigkeit. Englund klingt permanent so, als wolle er gleich etwas ausgesprochen Gefährliches verkünden. Meist teilt er dem Hörer jedoch nur mit, dass der nächste Refrain ebenfalls sehr breit ausfallen wird.

Nach acht Songs und etwas mehr als 36 Minuten bleibt erschreckend wenig zurück. Keine Melodie verfolgt mich, kein Riff verlangt nach einer sofortigen Wiederholung und kein Refrain zwingt die Faust in die Luft. Wer seine Zeltnachbarn beim diesjährigen Festivalsommer loswerden möchte, braucht keine Diskussion – nur einen Bluetooth-Lautsprecher und Souls of the Fallen. Vermutlich steht das benachbarte Camp spätestens nach Blood Harvest leer.


Bewertung: 4,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Galactic Rebirth
02. Ghosts
03. Blood Harvest
04. Souls of the Fallen
05. Prima Creation
06. Lost Legacy
07. Legends never die
08. Ashes of Trust 



SOCIAL MEDIA

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

MERCH

70.000 Tons 2024

The new breed

GROTESQUE GLORY

mottenkiste

P P P

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Unsere Partner

Join the Army

Damit das klar ist