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WITCHSORROW – The Devil And All His Works (2026)

(10.341) Maik (9,3/10) Doom Metal


Label: Church Road Records 
VÖ: 03.07.2026 
Stil: Doom Metal 






All das, was effektivst wirkenden Doom Metal ausmacht, haben WITCHSORROW schon im ersten Song ihres neuen Albums fett aufgetragen. Die mittlerweile fünfte Langrille der Briten nennt sich „The Devil And All His Works“ und startet mit gruseligen Glockenklängen, in die sich dann tonnenschweres Riffing mischt. „Omnia Finiuntur“ nennt sich das Stück, und es lässt sich Zeit. Geradezu hypnotisch und quälend langsam zerren die drei Doomster an den Nerven. Und sie haben auch alle Zeit dafür, denn der Song zieht sich gleich schon mal über elfeinhalb Minuten.

Neben dem minimalistischen Riffing, den sphärischen Klängen, dem hypnotischen Gesang erzeugt auch die extreme Langsamkeit eine gloomy Atmosphäre, die den Hörer von null auf hundert in null Komma nix Sekunden in Doomstimmung zwingt. Interessanterweise entwickeln weder die Songlänge noch der Minimalismus und auch nicht die Langsamkeit an irgendeiner Stelle Langeweile. Faszinierend.

Beim zweiten Song namens „Bacchus“ sind WITCHSORROW augenscheinlich bei der Suche nach dem Gaspedal, sehen aber keine Veranlassung, vorher einen Gang hochzuschalten. Dadurch kreischt der Motor ein wenig und die Karre fräst sich mit Überlast durch die Wälder.

Dann haben die Briten den Ganghebel gefunden und brettern nun fröhlich galoppierend den mühsam erklommenen Hügel wieder runter. „Hades Chains“ hat die gröbsten Ketten abgestreift, WITCHSORROW sind auf BLACK SABBATH-Tempo angelangt und der Gesang hat sich von hypnotisch-melancholisierend zu aggressiv gewandelt. Da wird die Musik plötzlich tanzbar.

Doch auf Dauer möchte sich der Doomster nicht der Raserei anheimgeben. Außerdem steht die Doomizei am Straßenrand und zeigt befehlsgewaltig auf das Schild mit dem Tempolimit.

Und so schleppt sich „Altar“ dann auch mit der angemessenen Geschwindigkeit arthrosegeplagter Schildkröten durch die achteinhalb Minuten. Klassischer Doom im Fahrwasser von CANDLEMASS und Co., der allerdings nicht ganz das Faszinationslevel des Openers erreicht.

„In Triumph We Rot!!!“ zieht das Tempo wieder etwas an, verharrt aber im doomigen Bereich zwischen BLACK SABBATH und CANDLEMASS. Die Gruselglocken sind zurück und verleihen dem Song wieder diese gloomige Friedhofsatmosphäre, allerdings mit viel agileren Untoten als bei „Omnia Finiuntur“.

Das mit Sprechgesang unterlegte, knapp zweiminütige Stück „Lamentation“ ist wohl eher als Intro für das abschließende „A Quintessence Of Dust“ zu verstehen, in welches es auch nahezu nahtlos übergeht. Und der zieht wieder alle Doomregister. Langsam, bedrohlich, düster und schwer wie ein adipöses Mammut walzen sich WITCHSORROW zunächst durch den Song, welches dem Album den passendsten Abschluss verleiht, den man sich denken kann.

Knapp über die Hälfte hinaus wird dann doch noch einmal Gas gegeben. „Bringt Eure Toten heraus“ ist der Startruf zum furiosen Finale, der mit Schmackes und geilem Gitarrensolo eventuell lethargisch gewordenen Hörern noch mal fett einen Satz heiße Ohren verpasst. Zum Schluss kommen noch einmal die düsteren Friedhofsglocken zum Einsatz, die die Scheibe auch, ähem, ausläuten.

Und gerade Lust machen, die Scheibe noch mal anzuhören. Alter, was ein fettes Teil. WITCHSORROW zeigen auf „The Devil And All His Works“ äußerst eindrucksvoll alles, was Doom Metal ausmacht. Dröhnender Gitarrenkrach aus den Siebzigern, BLACK SABBATH'sche Dunkelheit, zeitlose Brachialität und ab und an Geschwindigkeiten, die sich nur marginal oberhalb der Kontinentaldrift bewegen. Alles richtig gemacht, und mein Doom-Highlight für dieses Jahr bisher.

Anspieltipps:
🔥 Omnia Finiuntur
⚔️ A Quintessence Of Dust


Bewertung: 9,3 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Omnia Finiuntur 
02. Bacchus 
03. Hades Chains 
04. Altar 
05. In Triumph We Rot !!! 
06. Lamentation 
07. A Quintessence Of Dust 



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