VERDUN - Abyssal Womb (2026)
(10.316) Dö (8,5/10) Blackened Sludge
Label: Transcending Obscurity Records
VÖ: 26.06.2026
Stil: Blackened Sludge
Aller guten Dinge sind drei. Dachte sich wohl auch das Vierergespann von Verdun aus dem französischen Montpellier. Für das dritte Werk Abyssal Womb haben sie sich auch nur knappe sieben Jahre Zeit gelassen. War es das wert? Ich würde sagen, ja. Eine Symbiose aus Sludge mit „bekannten“ schleppenden, tief gelagerten Riffpassagen, die mit einer gewissen Konsequenz in Disharmonien des Black-Metal übergehen. Der Gesang von David Sadok stellt durch sein „Gekeife“ aus Screaming und zum Teil Growling eine weitere Brücke zum Black-Metal dar. Vor allem fungiert es als Unterstützung des Riffings, wenn es mal wieder in die Welt der Disharmonien geht. Um das beliebte Schubladendenken wieder zu bedienen, haben wir hier einen Vertreter des Blackend Sludge mit zum Teil deutlichen Doomeinschlägen.
Alle Songs werden konsequent abwechslungsreich arrangiert. Der Opener „Funeral of the Cosmic Knight“, geht direkt nach vorne. Anfänglich wird völlig schnörkel- und ansatzlos ein Black-Metal Track kredenzt, der im weiteren Verlauf an Dichte und Schwere immer stärker in Richtung Sludge rückt. Während „Silent Witness“ noch deutlicher in Richtung Doom-Metal geht, wird bei „He Who Killed the Devil“, wieder deutlich in die Black-Metal-Richtung geführt. Der Track wird stimmlich von der BlackMetalStimme von David Sadok dominiert und passt perfekt zu diesem düsteren, treibenden Sound. Als willkommene Abwechslung und zum Aufbrechen der Songstruktur fungieren Davids kurze Clean-Vocal-Parts. Diese hätten auch ruhig ein bisschen ausgeprägter verwendete werden können.
Beim Track „La Lame et la Chair“ erinnern mich Verdun an die französischen Houle, nur halt auf dem Bremspedal stehend. Schleppend schwer aufbauend und im Hintergrund immer eine kurz eingestreute Dissonanz. Man könnte ja geneigt sein, sich zu fragen, kann es nicht doch ein bißchen mehr Tempo sein. Das braucht es aber nicht. Der Bass von Florian Celdran und das Drumming von Géraud Jonquet schiebt konsequent nach vorne und zieht nach dem Mittelteil das Tempo einen Tick an. Und das auch mitunter mit einer gewissen groovenden Ausprägung.
Verdun brauchen nicht viel um eine düstere, atmosphärisch dichte Klangwand zu etablieren. Hierfür sorgt bei „Rise Of The Atomic Ghouls“ klares, präzises Drumming und eine unaufgeregte Bassline. Die gibt des Öfteren die Linie vor, woran sich die Gitarre entlang hangelt. Jay Pinelli kann sich an seiner Gitarre austoben und sich wieder in Dissonanzen verlustieren.
Das Finale mit „Les noces du néant“, nimmt abschließend nochmal stark die Geschwindigkeit raus und eröffnet mit Clean-Vocals, bis die bekannte Black-Metal Intonierung übernimmt. Der Track ist komplett düster und man kann mit Verdun nochmals mitleiden, auch wenn ich kein Wort des komplett auf französisch gesungenen Songs verstanden habe.
Verdun liefern mit Abyssal Womb ein dichtes, düsteres und zum Teil extrem beklemmendes Werk ab. Verdun schafft es beide Lager, Black und Sludge zu verbinden und eine Brücke zwischen den Genres zu erbauen, so dass auch zum Beispiel Fans der Lousianatruppe von Crowbar nicht die Nase rümpfen können oder die elitären Blackmetaller.
Anspieltipps:
🔨 La Lame et la Chair
🔪 Funeral of the Cosmic Knight
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Funeral of the Cosmic Knight
02. Silent Witness
03. He Who Killed the Devil
04. La lame et la chair
05. Rise of the Atomic Ghouls
06. The Man Behind My Eyes
07. Les noces du néant

