KHEMMIS – Khemmis (2026)
(10.302) Clemens (8,0/10) Doom Metal
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 12.06.2026
Stil: Doom Metal
Modern Metal laut Promobeschreibung? Nee, da fangen wir doch gleich hier am Anfang richtig an und nehmen die Bezeichnung, welche sich die Band KHEMMIS selbst auf die Fahne schreibt! „Doomed Heavy Metal“ und ich muss sagen, dass trifft es auch genau auf den Punkt. Natürlich hat das „Modern“ in der Promobeschreibung aber auch seine Daseinsberechtigung, da es doch schon sehr moderner Heavy Metal ist, bzw. an sich „normaler“ moderner Metal, mit eben ein gutes Quäntchen Doom.
Aber genug Schubladen-Herein- und Herausgezerre, wie klingt die gleichnamige Platte der Jungs aus Denver denn nun? Genau so, wie es wohl ca. 70% aller Leser bis hier hin vermuten würden und im Kopf haben, typisch amerikanischer moderner, leicht „Heavy“ und „Doom“ angehauchter Metal („Invocation Of The Dreamer”). Alles doppelt gemoppelt, aber ergibt Sinn, wenn man die Platte mehrmals beim Schreiben um Hintergrund laufen hat. Die Tracks sind alle wirklich sehr eingängig, wirken aber nicht zu klischeehaft oder gar kitschig, da genau zur rechten Zeit dann der „doomige“ Hauch übernimmt („Griefs Reverie“).
Dazu tragen auch die echt flexiblen und guten Vocals im Zusammenspiel mit den Gitarren bei. Sehr schönes Songwriting und dazu reichlich abwechslungsreich, vor allem wenn dann die Rhythmusfraktion mit den „Doomparts“, beziehunsgweise, sagen wir mal, Tempowechseln und tragenden Riffing die Songs „unterbrechen“. Ein guter Mix, den ich so bisher noch nie gehört habe und der gut aufgeht.
Einzig und allein die Produktion der Platte ist mir ein wenig zu klar, glattgebügelt und künstlich, sodass die Platte nach mehreren Durchläufen immer etwas mehr an Halt verliert und die Faszination des Genremix weggleitet. Da wäre ein wenig mehr „Tiefe“, Ecken oder Kanten im Soundmix bestimmt nochmal eine feine Sache, um sich länger zu verlieren, beziehungsweise sich mit der Platte beschäftigen zu können.
Sonst muss ich aber sagen, hat die Band und das aktuelle Werk mich trotz anfänglicher Skepsis ordentlich überzeugt. Die Titel sind spannend geschrieben, technisch wird hier aus allen Rohren gefeuert, egal welches Instrument man hier auch betrachtet, oder unter die Lupe nimmt. Einzig und allein der Gesang ist auf Dauer vielleicht ein wenig zu beißend, ähnlich wie die Produktion vorab erwähnt, ist aber auch eventuell ein Zusammenspiel aus beiden Punkten. Daher definitiv eine Empfehlung meinerseits und für alle, die bis hier hin gelesen haben!
Anspieltipps:
🌺 Corpsebloom Garden
⚡ Beneath The Scythe
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Invocation Of The Dreamer
02. Corpsebloom Garden
03. Griefs Reverie
04. Beneath The Scythe
05. Gilded Chambers
06. Tomb Of Roses
07. Carrion King
08. Benediction Tones

