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MACE’N‘CHAIN – Crowned In Grey Skies (2026)

(10.307) Maik (7,9/10) Epic Metal


Label: No Remorse Records
VÖ: 26.06.2026
Stil: Epic Metal






Irgendwie kam mir der Name MACE’N’CHAIN vage bekannt vor, und richtig, habe ich doch schon das 2023er Debütalbum des Epic-Projektes von David Nilsson rezensiert. Ohauerha, und das Scheibchen kam damals gar nicht gut bei mir weg. Vor allem bei der Gesangsdarbietung hatte ich doch erheblichen Verbesserungsbedarf konstatiert.

Mir schwante also vor dem ersten Hördurchgang von „Crowned In Grey Skies“ – so heißt die Zweitlingsscheiblette nämlich, ein ähnlicher Zehennagelaufrollsoundtrack. 

Da ich ab und zu versuche, kein allzugroßes Arschloch zu sein, habe ich einen Tag abgewartet, an dem ich relativ gute Laune habe, um mich ein weiteres Mal Kette und Keule auf die Ohren schmettern zu lassen. Und was soll ich sagen, ich bin positiv überrascht. Gesanglich ist hier eine starke Steigerung zu verzeichnen. Gut, der Knabe synkopiert sich teilweise ein halbes Wolfsrudel, aber die schrägen Töne wirken nun eher gewollt als, wie ich zum Debüt noch schrieb, nicht gekonnt. 

Fein. Nun kann man die Musik richtig genießen, ohne aus Angst vor der nächsten Gesangseinlage schier ins Beinkleid zu exkrementieren. Und schon macht die Sache Laune. Epic Metal, wie man sich ihn vorstellt, mit viel Pathos und einer leichten melancholischen Note. Ohne bombastische Schauspiele und monströse Orchestration.  

Hier hat die Rüstung noch ihre Dellen und Rostflecke und dem Krieger klebt noch der Schlamm vom Schlachtfeld am Stiefel. So muss das sein. Gelegentlich wird auch mal aufs Gaspedal getreten, wie im Mittelteil von „In Open Defiance“. Zumeist regiert aber das stampfende Midtempo. Coole Melodien und wuchtige Riffs kontrastieren mit dem teilweise recht entspannt wirkenden Gesang. Die Atmosphäre von Bands wie MANILLA ROAD wird ab und zu etwas adaptiert, und auch an der Abwechslung wird nicht gespart. Und im abschließenden „Risen Above The Light“ wird es sogar mal ein wenig verträumt. 

Direktes Neuland betreten MACE’N’CHAIN auch hier nicht, und sie sind auch noch einige Stufen davon entfernt, zum nächsten großen Ding im Epic Metal zu werden. Gesanglich ist immer noch etwas Luft nach oben, aber im Vergleich zum Albumvorgänger ist „Crowned In Grey Skies“ diesbezüglich ein Quantensprung.

Als Vergleich fallen mir spontan Bands wie THRONE OF IRON, BLAZON RITE oder HELVETETS PORT ein. Irgendwo in deren heiligen Hallen dürfen sich MACE’N’CHAIN mit ihrem aktuellen Album ohne Weiteres einen Sitzplatz suchen, während sie beim Debüt noch demütig vor der Schwelle hocken mussten. Beim ersten Hören neigt das Album teilweise noch etwas zur Plätscherei, wächst aber mit jedem Durchgang.  

Einige Parts sind noch etwas unspektakulär, aber dann hat es wieder Momente, die einem so richtig den Eisenhelm auf die Zwiebel stanzen. Und da wirken selbst die ‚HoHoHo‘- Gesänge in „The Portal Of Power“ saucool. Ich bin nun wirklich gespannt, wie es mit der Band weitergeht. Kann sie ihre Steigerungsquote beibehalten, winkt uns mit dem dritten Album ein Meilenstein dezent mit Morgenstern und Kette. 

Anspieltipp:
🔥 The Portal Of Power
🐉 Writhe, Oh Wyrm 


Bewertung: 7,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. On The Howling Gale 
02. Through Blood Red Veils 
03. In Open Defiance 
04. Triumphant Return 
05. The Spine Of Night 
06. Writhe, Oh Wyrm 
07. The Portal Of Power 
08. Risen Above The Light 



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