TODOMAL – Graveyards of Joy (2026)
(10.329) Phillip (7,5/10) Doom Metal
Label: Season of Mist
VÖ: 03.07.2026
Stil: Doom Metal
TodoMal ist eine dieser Bands die mir in letzter Zeit immer häufiger irgendwo erscheinen. Auf Festival-Line-Ups oder in irgendwelchen Youtube- Listen. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass diese Band im Kern aus zwei umtriebigen Musikern besteht, Javier Fernández Milla und Christopher Baque-Wildman, und obendrein für Graveyards of Joy mit drei weiteren, fantastischen MusikerInnen ergänzt wurde.
Wer an diesem Punkt an schwärzesten Doom denkt, dröhnende und ultratiefe Gitarren, maximale Verzerrung, der liegt falsch. Ich tappe regelmäßig in diese Falle, da ich ebenso regelmäßig vergesse, dass Doom Metal aus einer wesentlich traditionelleren Richtung kommt. Und hier nähern wir uns TodoMal auch direkt an. Von Beginn an vernehmen wir eindringlichen Klargesang, wenig leidend, eher beschwörend. Häufig untermalt und unterstützt von dezent hintergründigem Frauengesang zieht sich die Stimme Wildmans wie ein roter Faden durch das Album.
Interessant ist auch der Rahmen in dem sich diese Stimme bewegt, die mich auf Albumlänge irgendwie an die Band Keane erinnert. Dieser Rahmen wird durch die wunderbar warme Gitarrenarbeit bereitet. Dazu ein zurückhaltendes Schlagzeug mit wenigen, aber punktgenauen Akzenten. Alles dazwischen wird von tragenden Synthieflächen, Chören und einem unterschwelligen, aber mächtigen Bass gefüllt.
Die bereits angesprochene warme Gitarre bildet aber durch die Leinwand. Sie kann auch anders. Hier wird auch mal ein flehendes Solo ausgepackt oder, gerne jeweils am Ende der Tracks komplett auf die akustische Gitarre von Dario Garrido gesetzt. So entsteht ein atmosphärisch dichtes Bild, dass auch etwa den beinahe euphorischen Touch von Humanised Gods gegen Ende in ein doomiges Gewand bringt. Und doch, abgründig wird es nie.
Graveyard of Joy kann sein, im Titel steckendes Versprechen, nicht halten. Für mich klingt dieses Album, bezugnehmend auf das traumhaft schöne Cover-Gemälde Ruïnes (1865) von Lluís Rigalt, schon hoffnungsvoll – aber mit Blick auf eine leidvolle Vergangenheit. Und beides passt wirklich ganz hervorragend zusammen. Der bewölkt- blaue, weite Himmel mit den tragenden, fast triumphalen Klängen vom titelgebenden Albumabschluss. Im Vorhinein auch mal die dunkleren Zwischentöne wie Schatten der Mauerreste. Doch stets mit Blick auf das Licht.
Enttäuscht bin ich also nicht, wirklich gepackt hat es mich aber auch nicht. TodoMal haben einfach ein sehr schönes Album eingespielt, das in Momenten der grauen Tristesse ein Quäntchen Glück bereithält. Für mich allerdings fehlt die komplette emotionale Überwältigung, der kalte Schauer am ganzen Körper. Wer dann doch eher im Doom zu Hause ist als ich, wird genau das hier möglicherweise finden.
Anspieltipps:
💣 Deliverence
🙌Humanised Gods
💀 Graveyard of Joy
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
1. Mare Ignis
2. Lucid Nightmare
3. Point of Coalescence
4. Misericordiah
5. Unholy
6. Deliverance
7. Humanised Gods
8. For Mercy
9. Graveyards of Joy

