RUTHLESS – Curse Of The Beast (2026)
(10.349) Maik (8,9/10) Heavy Metal
Label: Fireflash Records
VÖ: 17.07.2026
Stil: Heavy Metal
Erst vor zweieinhalb Jahren haben die Recken von RUTHLESS „The Fallen“ veröffentlicht. Die Scheiblette wurde damals von mir mit 8,8/10 Punkten bewertet, also war ich gespannt, was die Mannen um Gründungsmitglied und Sänger Sammy DeJohn dieser recht coolen Scheibe nachzuschieben haben.
Das diesjährige Langeisen trägt den Titel „Curse Of The Beast“ und hat es geschafft, mich schon mit den ersten Klängen in den Bann zu ziehen. Nach einem Instrumentalstück in der Funktion eines Intros schicken die Kalifornier den Titelsong in die Arena, der ordentlich abgeht und fett die Genickmuskeln in Wallung bringt.
Dabei beweist der Vierer (oder Fünfer? Das Bildmaterial spricht hier keine eindeutige Sprache) aus Los Angeles, was ich schon im Review zum Albumvorgänger schrieb. Alte Schule, aber nicht altbacken. Die Band kracht uns ihren Metal rotzfrech und ungestüm auf die Lauschbretter, dass es eitel Freude hat.
Dabei ist die Tatsache, dass RUTHLESS an einigen Ecken und Kanten sehr stark mit dem Speed Metal liebäugeln, was mir wiederum Freudentränchen ins Geäug zaubert. Die Band zieht diese immense Spielfreude auch durch bis zum Exzess. Hört man sich den Song „Suffocating Fear“ an, weiß man, was mir bei neueren IRON MAIDEN etwas fehlt. Die Verbindung von melodiösem Gesang und ziemlich hartem Riffing ist hier richtig schön ausgewogen.
Ab und an gehen die Jungs auch mal vom Gaspedal, wie beim dezent episch angelegten „Sign Of The Cross“, welches mich in Teilen ein wenig an MANOWAR erinnerte und sehr stark an Mittachtziger-US-Metal-Bands erinnert, zu denen RUTHLESS ja auch irgendwie gehören. Ein kleiner Back-to-the-Roots-Trip ist da kein Stilbruch. Und was Wunder, war der Song doch schon auf dem Debütalbum „Discipline Of Steel“ enthalten und ist hier in den Genuss einer Neuaufnahme gekommen. Man sieht, manchen Songs machen vierzig Jahre kaum etwas aus.
Wenngleich man RUTHLESS größtenteils im traditionellen Heavy Metal verorten kann, gibt es doch immer mal wieder Ausflüge in schnellere, aggressivere Gefilde. „On Sands Of Hell“ würde auch auf einer Thrash-LP keine schlechte Figur machen. Im schönen Kontrast hierzu das episch-wuchtige „Hallowed Ground“, welches gleich im Anschluss wieder ordentlich im Midtempo wildert.
Ich hatte ja im Review zu „The Fallen“ schon eine leichte Affinität zu JUDAS PRIEST erwähnt. Wie um meine Worte zu unterstreichen, haben RUTHLESS ans Ende des Albums noch ein JUDAS PRIEST-Cover gepackt, und zwar „Metal Gods“.
Mit elf Songs plus Intro und insgesamt über einundfünfzig Minuten Spielzeit gibt es auch gediegenen Wert fürs Geld. Dabei rutscht die Scheibe an keiner Stelle in Plätscheritis oder Langatmigkeit ab. Man ist fürbass erstaunt, wie schnell die Zeit beim Hören vergeht. RUTHLESS tragen den klassischen Heavy Metal der Achtziger in die Neuzeit, kloppen ein paar Rostpartikel ab und präsentieren das alte Schlachtross im neuen Glanz. Feine Sache, das.
Anspieltipps:
⛓️ Curse Of The Beast
🎸 On Sands Of Hell
Bewertung: 8,9 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Blood Moon (Intro)
02. Curse Of The Beast
03. Raging Violence
04. Berserker
05. Suffocating Fear
06. Blood Coalition
07. Sign Of The Cross
08. Prophecy Of Chaos
09. Killed By Fate
10. On Sands Of Hell
11. Hallowed Ground
12. Metal Gods (JUDAS PRIEST- Cover)

