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INTO DARKNESS – Route to the Outer Side (2026)

(10.353) Phillip (8,7/10) Death Metal


Label: Dying Victims Productions
VÖ: 24.07.2026
Stil: Death Metal






Wenn Dying Victims Productions ein Death Metal- Album veröffentlichen, kann man sich sicher sein, dass hier garantiert keine Stangenware zu hören ist. Zumeist ist schließlich auch wahlweise Black oder Thrash Metal Teil des Klangkosmos‘ der jeweiligen Band, so dass da schon von vornherein ein bisschen Farbe ins Spiel kommt. Meine Neugier ist also entsprechend geweckt, schließlich kommt auch noch rahmengebende Weltraumthematik dazu. Ich erwarte also dezent sphärische oder entrückte Gitarrenpassagen, gepaart mit Höhlenmenschen-Grooves und einem, nun ja, space-igen Überbau via Synthies vielleicht.

Into Darkness- Chefin Doomed Warrior hat allerdings völlig andere Pläne und tritt mir nach kurzem Einzählen sofort in die Fresse. Dieses Raumschiff braucht keine Startphase und wird unumwunden direkt gen Orbit katapultiert. Viel dynamischer kann man nicht starten. Eingebettet in hochgeschwindem Death Metal faucht Doomed Warrior mir Texte entgegen, die sich um Astronomie und damit artverwandte Wissenschaften drehen.

Ja, richtig gelesen, hier kann man tatsächlich etwas lernen, denn Science- Fiction spielt eher eine weit untergeordnete Rolle, blitzt aber auch mal durch. Auch schafft sie es, diese bisweilen staubige Thematik dramatisch und packend aufzuarbeiten. Nach spätestens habe ich mich auch mit ihrem Gesangsstil angefreundet, der deutlich kehliger eher einem heiseren Shouting als Growling ähnelt. Doch zu jeder Zeit ungekünstelt, roh und mächtig, ist hier ein Geheimnis zu finden, das Into Darkness eigenständig macht.

Und wenn das nicht reicht, dann kommt Geheimnis Nummer zwei gerade recht. Denn musikalisch vermengen die ItalienerInnen hier gekonnt die weit gefassten eigenen Vorlieben zu etwas Eigenem. Ein wenig niederländischer Death Metal als Grundgerüst, mal versehen mit knackigem Ami-Groove und – Leads, mal durchsetzt mit nordeuropäischer Melodie, wird hier ein ganz eigenes Konstrukt geschaffen, dass Fans von 90er- Jahre Death Metal ganz sicher abholen wird. Es wird definitiv dauerhaft gescheppert, allerdings sehr variabel und kurz vorm Finale wird auch mal Fahrt heraus genommen.

So wundert es auch nicht, dass zwei bis drei Durchläufe nötig sind, damit der Groschen fällt. Dann allerdings mit lautem Knall und begeisternder Neugierde, die Route to the Outer Side auf repeat laufen lässt. Into Darkness sollte man auf diesem Debutalbum unbedingt auschecken, lasst euch nicht vom Schweden- Black Metal- Logo abschrecken. Nach einigen Wechseln scheint sich Doomed Warrior mit der aktuellen Version zufrieden zu zeigen. Zufrieden bin auch ich damit, dass meine Erwartung zu keinem Zeitpunkt erfüllt wurde, sondern ich etwas gänzlich anderes bekam, als das, was ich zwar sehr gerne mag, aber eben schon ein paar zig Male gehört habe. Da kommt Space- Death Metal in angethrashtem Gewand doch direkt erfrischend. 

Anspieltipps:
💪 Jupiter
🪐Halley


Bewertung: 8,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

1. Jupiter
2. Saturn
3. Uranus
4. Neptune 
5. Halley 
6. Kuiper Belt 
7. Pluto 
8. Route to the Other Side



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