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HECATE ENTHRONED – The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried (2026)

(10.265) Patrick (8,5/10) Symphonic Black Metal


Label: M-Theorie Audio 
VÖ: 29.05.2026 
Stil: Symphonic Black Metal






HECATE ENTHRONED, eine der Dienstältesten Black Metal Bands aus dem vereinten Königreich sind wieder da. Unvergessen und als unsterblicher Klassiker deklariert, dreht deren Debüt EP „Upon Promethean Shores (Unscriptured Waters“ auch heute noch regelmäßig auf meinem Plattenteller. Für mich waren die Jungs damals die extremeren CRADLE OF FILTH. Stilistisch ähnlich gelagert, mit ebensolchen extremen Gesangslinien behaftet, frönten die Jungs einfach mehr der wahren und wesentlich roheren Lehre des schwarzen Stahls, während sich die „Wiege der schmutzigen“ Kollegen eher dem gotischen Schöngeist hingab. 

 

Zugegeben, ich habe HECATE ENTHRONED nach der genannten Debüt EP und den beiden Folgealben „The Slaughter of Innocence, a Requiem for the Mighty“ (1997) und „Dark Requiems... and Unsilent Massacre“ (1998) ein bisschen aus den Augen verloren. Eher zufällig gelang ich nun an die Promo zum aktuellen Werk „The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried“ und bereits ein kurzer Blick auf das wunderschöne Cover Artwork von „Erskine Designs“ macht mich total neugierig.

Ein langsam anschwellendes Intro leitet geheimnisvoll in den Opener „Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs“ und sofort fällt die perfekt ausgepegelte Produktion auf, welche jedem Instrument den nötigen Platz bietet. Musikalisch liegen die britischen Haudegen immer noch im Sumpf des symphonisch angehauchten Schwarzmetalls, hauen jedoch auch 30 Jahre nach Bandgründung, noch ordentlich auf die Pauke und liefern einen verdammt heftigen Bastard aus grandiosen Melodiebögen und barbarischer Härte. Genrebedingt ist das Keyboard natürlich allgegenwärtig, jedoch nervt die Tastenklimperei zu keiner Zeit. Ganz im Gegenteil. Durch die flächigen und extrem perfekt in Szene gesetzten Keyboardteppiche wirkt das Ganze, bei all dem Geknüppel und Gekeife, wunderbar harmonisch und fast schon einschmeichelnd. 

Es ist ein bisschen so wie früher, als man beim Hören einer Black Metal Scheibe noch diesen mysteriösen Hauch des Bösen im Nacken spürte. Man war damals nicht Jedermann und gehörte einem exklusiven, dunklen und okkultem Zirkel an, der einem immer das Gefühl gab, etwas verbotenes zu tun! Diese Zeiten sind längst vorbei, aber dennoch ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich meine Augen schließe und diese abartig herrlichen Notenfolgen genussvoll in mir aufsauge, während mein Geist permanent in fremdartige Sphären abdriftet, die der auf dem Cover gezeigten Welt nicht unähnlich sind. 

Als Paradebeispiel für das ultrageniale Gespür der makellosen Melodieführung von HECATE ENTHRONED können uneingeschränkt „The Arcane Golem“ oder das etwas epischer ausgefallene „Steed Of The Still Water“ herangezogen werden. Diese absolut fantastischen Tonfolgen pfeifen direkt und ohne Umwege ins Ohr, bleiben dort martialisch und unausweichlich hängen und sorgen nachhaltig dafür, dass ich im Büro permanent und ungewollt, durch lautstark summende oder pfeifende Artikulationsgeräusche, die komplette Aufmerksamkeit meiner Kollegen auf mich ziehe. 

Mit „PWCA“ hat sich in der Mitte des Album ein Track platziert, der ohne Schlagzeug und verzerrte Gitarren auskommt. Hier zeigt sich die Band von ihrer ruhigen Seite und schwelgt über 6 Minuten, nur von Piano, Keyboard, einigen Akustikgitarren und leicht flüsternden Gesängen begleitet, in träumerischen Songstrukturen und trotzdem bohrt sich auch dieses, eher ungewöhnliche Stück unaufhaltsam unter die Schädeldecke. 

Einziger Wermutstropfen, der aber einfach an meinem persönlichen Geschmack liegt im Ganzen nicht großartig ins Gewicht fällt, ist der recht heftige Keifgesang von Frontmann Joe Stamps, denn dieser zerrt mir ab und an schon etwas an den Nerven. Das lautgebend lyrische Konzept wird weitgehend eher wie ein Instrument eingesetzt, was bedeutet, dass diese Frequenz, mit der der gute Mann das Mikro in Grund und Boden plärrt, so gut wie keinerlei erkennbare Artikulationen zulässt. Demnach ist das für meine „zarten“ Ohren manchmal ein kleines bisschen drüber und manchmal kurz vor der „Schädelsprenger“ Grenze. Glücklicherweise kommt aber genau dann immer die rettende dynamische Abwechslung in Form von Growls oder andersartig betonten Gesangsstilen. 

Ansonsten gibt’s hier nicht viel zu meckern. „The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried ” ist ein unglaublich geniales Symphonic Black Metal Album geworden, welches HECATE ENTHRONED in Bestform zeigt. Ich habe das absolut nicht erwartet und wurde nach kurzer Einarbeitung total umgehauen.

Irrsinnig tolle Scheibe! 

Kaufen! 

Anspieltipps:
👤 The Arcane Golem
🐎 Steed Of The Still Water 


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Adar Rhiannon 
02. Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs 
03. The Arcane Golem 
04. Steed Of Still Water 
05. PWCA 
06. Deathless In The Dryad Glade 
07. A Gallery Of Rotting Portraits 
08. The Boreal Monastery 
09. Into A Vale Of Endless Snow 



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