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Live on Stage Report: HEAVEN SHALL BURN | THE HALO EFFECT | THE BLACK DAHLIA MURDER | FROZEN SOUL

13.03.2026 – Berlin @ Columbiahalle


Bei etwas Wind und lauen Berliner Frühlingstemperaturen, gepaart mit Sonne satt, drängt sich genau ein Gedanke auf. Bier trinken. Bier trinken draußen. Und da die ganze Nummer doch nicht ganz ziellos ablaufen soll, wird direkt die Columbiahalle anvisiert. Also wurden ebenso direkt die beiden üblichen Partner in crime aktiviert, einer davon unmittelbar von der Maloche abgeführt, der Andere schlendert gemütlich zum Treffpunkt und hat ein paar köstliche Nordberliner im Anschlag. Wohlsein also!

Das Angebot der aufspielenden Bands jedenfalls ist mindestens so geschmackvoll wie die zwei bis drei Nordi. Aber der Reihe nach. Die von mir ausgesprochen gute gelittenen Frozen Soul machen den Auftakt. Vor einem Backdrop, mit dem man problemlos ein olympisches Schwimmbecken abdecken könnte, legt das Cold School Death Metal- Kommando aus Texas ein extrem knackiges Set hin. Songs aus den beiden bisher erschienenen Alben halten die Waage mit Songs vom kommenden Album. Dieser Vorgeschmack macht enorm Laune und verheißt eine erneute Großtat (wird No Place of Warmth heißen und am 08.05.2026 erscheinen)! Mein absoluter Liebling neben taktisch clever zu Beginn und ans Ende gesetzten Stimmungsgranaten wie Encased in Ice und Crypt of Ice ist und bleibt allerdings Arsenal of War.

Dass Frozen Soul die verhältnismäßig große Bühne der Columbiahalle spielend beherrschen war abzusehen, dass der Sound und die Spiellaune der Band exzellent sind ebenfalls, dass das Publikum allerdings zögerlich auf die stetigen Forderungen nach Circle Pits von Muskelmann Chad Green eingeht, ist vielleicht damit zu erklären, dass der Abend noch lang ist und man etwas ökonomisch mit seiner Kondition umgehen möchte. Sei’s drum, war geil und mein Nacken ist auf Betriebstemperatur.

Setlist:
Encased in Ice
Absolute Zero
Chaos Will Reign
Morbid Effigy
No Place of Warmth
Arsenal of War
Invoke War
Crypt of Ice

Die folgenden The Black Dahlia Murder, meine erklärte Lieblingsband, betreten nun die Bretter, und brettern auch sogleich los! Wer DIE Bandhymne schlechthin als Startsignal wählt, macht schonmal nicht viel verkehrt, sondern eher alles goldrichtig. Danach lösen sich neuere Songs und Klassiker immer mal wieder ab, wobei auch das zuletzt erschienene Album Servitude mit vier Songs bedacht wird. Und hier liegt der sogenannte Hase im Pfeffer. Ist Aftermath per se ein ziemlich fetziger Track, so hat er live zumindest in Berlin ein bisschen zu kämpfen die bombige Stimmung hochzuhalten.

Mammoth’s Hand jedoch zieht gefühlt bei einigen Leuten im Publikum den Stecker oder gibt das Signal zum kollektiven Bier wegbringen. Anscheinend brauchten die Leute das folgende Cursed Creator nochmal zum stretchen, denn mit dem Doppelschlag Nightbringer und dem frenetisch abgefeierten Everything Went Black kam nochmal Bewegung ins Spiel und ein brodelnder Pit zog auch unsere alten Knochen in den Bann. Das abschließende Utopia Black schließt das Set dann versöhnlich und mit einem kleinen Tränchen ab. Trotzdem: meine emotionale Verbundenheit mit dieser Band lässt mich auf ein in der Zukunft erscheinendes Album hoffen, dass sich auch live etablieren wird und aus allen Rohren feuert!

Setlist:
What a Horrible Night to Have a Curse
Kings of the Nightworld
Aftermath
A Vulgar Picture
Mammoth's Hand
Cursed Creator
Nightbringers
Everything Went Black
Utopia Black

Ich möchte euch Nichts vormachen. The Halo Effect sind jetzt nicht zwingen die Band, wegen der ich mir dieses namhafte Paket gebe. Ich habe mir von dieser Truppe irgendwann mal zwei, vielleicht drei Songs angehört und fand das maximal enttäuschend. Aber ich lasse mich, insbesondere live, natürlich sehr gerne eines Besseren belehren!

Natürlich wundere ich mich nicht, dass eine Band, die aus Ex-In Flames- Bandmember besteht, nach In Flames der anfangenden Zweitausender klingt. Doch irgendwie fehlt mir der Drive. Hier ist unheimlich viel Melodie im Spiel, praktisch ausnahmslos Mid-Tempo und eine gehörige Dosis Pathos. Den Leuten vor der Bühne scheint das enorm gut reinzugehen, mir leider nicht. Auf meinen pendelnden Streifzügen durch die sehr gut gefüllte Halle habe ich mir immer mal wieder eine Chance gegeben The Halo Effect wirken zu lassen, aber nix! Außer Langeweile lösten Herr Stanne und Kollegen nicht viel bei mir aus.

Setlist:
This Curse of Silence
March of the Unheard
Feel What I Believe
The Needless End
Detonate
Become Surrender
Gateways
Our Channel to the Darkness
Between Directions
A Truth Worth Lying For
Shadowminds
Coda

Sich irgendwie über Heaven Shall Burn auszulassen ist auch komplett verschwendete Lebenszeit. Man muss die Mucke nicht mögen, aber man muss unweigerlich anerkennen, dass die Band live alle kaputt schlägt. Zusammen mit ihrer unheimlichen Hitdichte haben die Thüringer Sympathiebolzen die Halle ab der ersten Sekunde im Griff und rühren diese über die gesamte Spielzeit kräftig durch. Völlig egal ob neuere Songs, ältere Klassiker oder Coversongs (natürlich Black Tears und Valhalla) – die Massen gehen steil und der gesamte Bereich vor der Bühne bis zum FOH wird vom Pit regiert.

Dieser Rundumschlag aus der Diskografie ist damit ein krachender Erfolg auf ganzer Linie, ein Triumphzug durch die Bundeshauptstadt, dem man sich praktisch nicht entziehend kann. Für Heaven Shall Burn in dieser Form können nur Superlative zählen! Und ja, wenn du eine dieser Personen bist, die diese Band nicht leiden können, weil die ja „nur“ Metalcore spielen (ohne clear vocals!!), dann trau dich und gehe eine Show dieses schwer mit Dialekt sprechenden Abrisskommandos besuchen.

Heaven Shall Burn arbeiten unfassbar hart, gehen live komplett steil und lassen, trotz Professionalität, jedes Mal ihr Herz auf der Bühne – und das Publikum merkt das! Nur so ist die Faszination, die von dieser Band ausgeht, greifbar zu machen, denn sie wirken einfach echt. Nahbar. Nicht wie überlebensgroße Rockstars, sondern wie du und ich, die allerdings mal kurz für knapp 90 Minuten Kleinholz aus der Bühne machen und danach (und auch davor) ein nettes Pläuschchen mit den Fans machen. Ganz ganz stark!

Setlist:
War Is the Father of All
Voice of the Voiceless
My Revocation of Compliance
Godiva
Counterweight
Armia
Confounder
Awoken
Endzeit
Black Tears (Edge of Sanity cover)
Übermacht
March of Retribution
Tirpitz
Thoughts and Prayers
Echoes
The Weapon They Fear
A Whisper From Above
Valhalla (Blind Guardian Cover)

Nachdem meine wackeren Begleiter dann den gesamten Merchbestand zweier Bands aufgekauft haben hieß es auch für uns „Gute Nacht“… zumindest hätte ich das so gewollt, aber den anderen beiden Nasen war noch nach Abenteuer zu Mute und so passierten auch folgend noch ein paar fragwürdige Dinge, die wir gerne ein anderes Mal thematisieren können. Bis dahin zehre ich von zwei sehr guten bis sensationellen Shows und einer Band, die das Wort „Machtdemonstration“ neu definiert.




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