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GREEN CARNATION – A Dark Poem Part II-Sanguis (2026)

(10.226) Stephan (8,5/10) Progressive Metal


Label: Season of Mist 
VÖ: 03.04.2026
Stil: Progressive Metal






Mit A Dark Poem Part II: Sanguis setzen die Norweger um Mastermind Tchort (ex-BLOOD RED THRONE, ex-CARPATHIAN FOREST, ex-EMPEROR) GREEN CARNATION ihre ambitionierte Trilogie konsequent fort – und liefern dabei kein bloßes Bindeglied zwischen Teil I und dem noch ausstehenden Finale, sondern ein eigenständiges, emotional schweres Werk. Nicht anders zu erwarten, bewegt sich auch die Langrille zwischen Doom Metal, Gothic Metal und progressivem Songwriting.

Bereits der eröffnende Titeltrack „Sanguis“ macht klar, wohin die Reise geht: weniger gesellschaftliche Weite, mehr innere Wunden. Die Musik wirkt dichter, persönlicher und direkter als auf The Shores of Melancholia. Wo Teil I noch große melancholische Landschaften zeichnete, blickt Sanguis tiefer in familiäre Traumata, Schuld, Vergebung und emotionale Vererbung. Diese Intimität verleiht dem Album eine bedrückende Intensität, die lange nachhallt. Musikalisch glänzt die Band mit jener Mischung, die sie seit Jahren einzigartig macht: schwere, warme Gitarrenriffs treffen auf elegische Melodien, subtile Keyboards und eine Produktion, die modern klingt, ohne steril zu wirken. Besonders stark ist das Spannungsverhältnis zwischen Härte und Zerbrechlichkeit. Stücke wie „Sweet to the Point of Bitter“ bringen Dynamik und Schub, während ruhigere Momente wie „Loneliness Untold, Loneliness Unfold“ oder „Lunar Tale“ fast schon kammermusikalisch wirken.

Kjetil Nordhus trägt das Album mit einer beeindruckenden Performance. Er klingt nie übertrieben theatralisch, sondern glaubwürdig verletzlich. Genau das macht Sanguis so stark: Die Platte will nicht mit technischer Virtuosität imponieren, sondern mit Gefühl. Und dennoch bleibt genügend progressive Raffinesse erhalten, damit auch anspruchsvolle Hörer auf ihre Kosten kommen. Was Sanguis vielleicht von etlichen modernen Prog-Metal-Veröffentlichungen unterscheidet, ist seine Disziplin. Kein unnötiger Bombast, keine ziellosen Instrumentalorgien, keine überlange Laufzeit. Stattdessen sechs kompakte, fokussierte Songs, die sich wie Kapitel eines größeren Ganzen anfühlen.

 GREEN CARNATION gelingt mit A Dark Poem Part II: Sanguis ein tiefgründiges, elegantes und emotional forderndes Album. Es ist dunkler, persönlicher und stringenter als sein Vorgänger – vielleicht nicht ganz so sofort zugänglich, dafür nachhaltiger. Wer melancholischen Progressive Metal mit Substanz sucht, ist hier genau richtig. 

Anspieltipp:
🔥 Sanguis
 


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Sanguis 
02. Loneliness Untold, Loneliness Unfold 
03. Sweet to the Point of Bitter 
04. I Am Time 
05. Fire in Ice 
06. Lunar Tale



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