POWERRAGE – Beast (2026)
(10.214) Maik (8,0/10) Heavy Speed Metal
Label: High Roller Records
VÖ: 24.04.2026
Stil: Heavy Speed Metal
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Die Region Ontario in Kanada war ja schon immer eine Brutstätte für geile Metal Bands. Und nun erwuchs uns aus dieser Gegend ein weiteres metallisches Gewächs unter dem Namen POWERRAGE. Nun handelt es sich hier nicht um aufstrebende Neulinge, denn in dieser Band tummeln sich alte Bekannte.
Zum ersten Gitarrist John Ricci, der sich bei EXCITER schon ausgesprochen elegante Sporen verdient hat. Ein weiterer Bekannter ist Vokalist Jaques Bélanger, ebenfalls Ex- EXCITER, ebenfalls noch bei ASSASSIN’S BLADE zugange. Hinzu kommen Todd Pilon am Bass, in den Mittachtzigern bei RECKLESS am Tieftöner. Komplettiert wird das ganze durch das bisher unbeschriebene Blatt Lucas Dery hinter der Schießbude.
Die Band hat sich erst vor zwei Jahren formiert und knallt uns jetzt den ersten Langspieler vor den Latz. Das Teil heißt schlicht „Beast“ und zeigt auf dem Cover eine Art Terminator, also einen mechanisch anmutenden Kopf in Menschenschädeloptik mit Lederjacke, der einem fies entgegengrinst.
Die Musik auf „Beast“ stellt eine angeschwärzte Mischung aus 80er Heavy Metal, Speed Metal und Thrash dar und walzt sich recht ungestüm aus den Boxen. Dabei wechselt der Gesang zwischen knarzigem Blackened Thrash- Gerotze und KING DIAMONDschen Falsettscreams.
Auch instrumental wird eine breite Schiene gefahren. Für reinen Heavy Metal zu hart, brennt die Band ihr Feuerwerk eher an der härteren Seite des Metal ab. Parallelen zu SATAN’S HOST, allerdings etwas weniger technisch, dafür mit einer leicht punkigen Note, drängen sich mir auf.
POWERRAGE machen ihrem Namen alle Ehre, denn Power wird hier am Stück herübergebracht und wütend wirkt das ganze Gebräu allemal. Obwohl Ricci verlautbart hat, dass POWERRAGE keinesfalls eine Art EXCITER 2.0 werden soll, sind EXCITER- Vibes nicht gänzlich außen vor, allerdings nicht sehr vordergründig. Kein Wunder eigentlich, denn Ricci hat ja schon bei EXCITER den Gitarrensound geprägt und hat wohl auch das Material auf „Beast“ vollständig allein geschrieben.
Die Band gibt eigentlich am Stück Vollgas und lässt sich nur in „Damned And Cursed“ mal auf niedrigere, dafür aber alles plattwalzende Drehzahlen ein. Das bringt am Ende ein gewaltiges Biest (sic!) auf die Matte, was beim ersten Anhören sogar ein wenig anstrengend wirkt. Die Wechsel zwischen thrashigem Gekrächze und den extrem high pitched Screams lassen dem Hörer kaum Zeit zum Luftholen.
Denn die Mucke ist nicht nur lärmig komponiert, sondern weist auch einen passenden Rüpelsound auf, der so richtig dreckig und räudig in der Nostalgiekiste herumwühlt, dabei aber eine gewaltige Brutalität aufweist. Teilweise ist man froh, dass dieses „Beast“ nur knapp die 34 Minuten überschreitet. Die Produktion stammt übrigens von keinem Geringeren als Dan Swanö.
Das Album wandelt unbeirrt zwischen Speed und Thrash Metal und reizt alles dazwischen aus, versetzt den Hörer mit Wucht in die 80er Metal-Ära, brät das alles aber mit unglaublicher Wucht aus den Boxen und bewirkt zusammen mit moderner, aber oldschoolig angewandter Produktionstechnik ein Brachialwerk, welches enorm Druck aufweist, insgesamt aber durch den Gesangswechsel stark polarisieren wird.
POWERRAGE ist tatsächlich keine Neuauflage von EXCITER, dürfte aber den Fans der mittlerweile aufgelösten Combo, besonders der Alben „The Dark Command“, „Blood Of Tyrants“ und „New Testament“, ganz gut reinlaufen. Ebenso jenen, die SATAN’S HOST und überhaubt achtziger Speed Metal mögen.
Anspieltipps:
🦇 Dark Wings
🐉 Dragon Man
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Dark Wings
02. Cremation Damnation
03. Dragon Man
04. Haunted Hell
05. I Torture I Kill
06. The Devil Is Screaming
07. Damned And Cursed
08. The Black Mass

