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THORIUM– Suburban Rot (2026)

(10.291) Phillip (7,0/10) Death Metal


Label: Emanzipation Productions
VÖ: 06.06.2026
Stil: Death Metal






Seit bereits 1997 gehören die Dänen von Thorium zum Death Metal- Inventar Dänemarks. Dass unser nördlicher Nachbar mehr zu bieten hat als köstliche Pfirsichbrausen, Würstchen mit seltsamen roten Farbstoffen und hervorragender salziger Lakritze dürfte hinlänglich bekannt sein. Dennoch stellen Thorium für mich ein kleines Kuriosum dar, denn diese Truppe hier agiert eher in der zweiten, eher noch dritten Riege dänischer Harttonkunst. Das sagt selbstverständlich nicht viel über die Qualität aus, bescheinigt dem Kopenhagener Fünfer doch viel mehr einen gefestigten Untergrundstatus, denn würden sie seit fast 30 Jahren Grütze produzieren, würde ich hier unwahrscheinlich über Suburban Rot, dem bereits siebten Album schreiben.

Sofort auffällig ist das geschmackvolle Cover-Artwork von John Quevedo Janssens mit dem passend abgeschlankten Bandschriftzug. Und auch die ersten Songs des Albums wissen durchaus zu überzeugen. Hier sitzt alles, wo es hingehört. Ein paar melodische Schlenker im durchweg gutklassigen Mid-Tempo-Death Metal, der mit Betonung auf Groove, aus den Boxen marschiert. Man hört der Band deutlich an, dass sie das nicht zum ersten Mal machen und routiniert ihr Können aufs Band zaubern, ohne dabei unmotiviert zu wirken. Wirkliche Ambition etwas Neues zu erschaffen ist allerdings auch nicht zu vernehmen.

Es muss halt auch nicht immer „höher, schneller, weiter“ sein, wenn das Dargebotene überzeugend ist. Sich einschleichende Müdigkeitserscheinungen im Sound werden von der Band elegant mit MG42 umschifft, das mit zwei kurzen Samples glänzt und sozusagen den Startschuss für die überzeugenderen Songs des Albums gibt. Denn ab hier werden Thorium ziemlich abwechslungsreich. Zu erwähnen wären da unbedingt das eindringliche Bring The Children To Me und The Collector. Letzterer klingt wie ein Song, den sich jede jugendliche Schülerband wünschen würde – aber eben sauber durchgezogen, ausgewogen zu Ende komponiert und ohne übermütige Hänger. Eben ein Stück, das durch Erfahrung einerseits und beibehaltener Spielfreude andererseits glänzt, dazu auch noch durch einen kurzen Carcass-Beginn besticht.

Das Album ist top abgemischt, die Drums klingen knackig und passen hervorragend zu den satten Gitarren. Am Gesang wird bereits in Open Wounds mit leichter Black Metal- Schlagseite angedeutet, dass MHA, als übrigens einzig verbliebendes Urmitglied, mehr zu bieten hat als stumpfes Gegrowle.

Würden Thorium auf einer Festivalbühne auftreten, ich würde sie mir anschauen. Bei einer Clubshow würde ich mir noch eine starke andere Band wünschen. Der Mitnickfaktor ist jedenfalls ungebrochen hoch, der Groove kommt stets durch und auch stimmlich ist das hier kein Einheitsbrei. Suburban Rot ist ein Album wie ein gutes Käsebrot. Absolut nicht verkehrt, gut bekömmlich, bringt dich angesättigt durch die nächsten Stunden. Doch als Hauptmahlzeit wünscht man sich dann doch eine Spur mehr.

Anspieltipps:
🔫 MG42
🦴 The Collector
👪 Bring The Children To Me


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Abra Macabre
02. Endless Disgust
03. Open Wounds
04. MG42
05. Suburban Rot
06. Shelter
07. The Collector
08. Bring the Children to Me
09. The Undead
10. Crucified



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