EINHERJER – Lifeblood (2026)
(10.286) Patrick (9,5/10) Viking Metal
Label: By Norse Music
VÖ: 19.06.2026
Stil: Viking Metal
EINHERJER sind einer dieser Bands, die sich zwar immer innerhalb des enggesteckten Rahmens des Pagan, bzw. des Viking Metals bewegen, sich dabei aber im Laufe der Jahre schon mehrmals gehäutet und neu erfunden haben. Dennoch bleibt der musikalische Output immer der eigenen Linie treu und ist zu 100% unverkennbar EINHERJER. Nach den letzten beiden Glanztaten……auf denen sich die Jungs ja schon fast rockig, stampfend zeigten, geht man mit „Lifeblood“ wieder einen etwas anderen Weg und so viel sei vorweg verraten…..einen besseren Weg hätten die Jungs von der norwegischen „West Coast“ meiner bescheidenen Meinung gar nicht einschlagen können!
Seit gut 33 Jahren im Geschäft und bei all der gelieferten Qualität über die…..wenn man die Neueinspielung des Debütalbums mitzählt…..10 Alben, so klangen die gefallenen Kämpfer schon lange nicht mehr so frisch, so episch, so unverbraucht und gleichzeitig so dermaßen hymnisch und eingängig! Schon der absolut fantastische Opener „Bloodborn“ ist ein derart eindringliches Brett, welches sich bereits während des ersten Hördurchgangs im Großhirn gemütlich einrichtet und sich dort auf unbestimmte Zeit einnistet. Treibende Drums, fantastisches Riffing, die unverkennbar knurrigen Vocals von Frode Glesnes und als wäre das alles noch nicht genug, öffnen die Mannen ihre gut geölten Kehlen und klatschen in einem Rausch aus wahrhaft großartigen Klargesängen einen Refrain auf die Planken, dass man gar nicht anders kann, als völlig begeistert mitzuschmettern. Diesem genialen Ohrwurm kann man sich einfach nicht entziehen. Was für ein Übersong! EINHERJER sind einer dieser Bands, die sich zwar immer innerhalb des enggesteckten Rahmens des Pagan, bzw. des Viking Metals bewegen, sich dabei aber im Laufe der Jahre schon mehrmals gehäutet und neu erfunden haben. Dennoch bleibt der musikalische Output immer der eigenen Linie treu und ist zu 100% unverkennbar EINHERJER. Nach den letzten beiden Glanztaten……auf denen sich die Jungs ja schon fast rockig, stampfend zeigten, geht man mit „Lifeblood“ wieder einen etwas anderen Weg und so viel sei vorweg verraten…..einen besseren Weg hätten die Jungs von der norwegischen „West Coast“ meiner bescheidenen Meinung gar nicht einschlagen können!
Weiter geht’s mit „At The Threshold” und was beim ersten Hören, eher ein wenig unscheinbar anmutet, geht einem nach ein paar Durchgängen ebenfalls nicht mehr aus dem Kopf. EINHERJER sind hier etwas rockiger unterwegs, doch der Anfangs etwas zurückhaltend anmutende Refrain trifft nach kurzer Zeit mitten ins Schwarze und sorgt für langfristige Begeisterung. Den Höhepunkt in Sachen Eingängigkeit, erreichen die Berserker im dritten Song „Gone“. Zart und ruhig, mit Klargesang beginnend, steigert sich dieser Brecher innerhalb kurzer Zeit zu einer treibend, galoppierenden Hymne, die seinesgleichen sucht. Der einfach nur unendlich schöne Refrain ist wieder mal nicht von dieser Welt und wenn sich das Tempo zum Ende hin so unerwartet wie grandios verschleppt, dann wird der Hörer beinahe martialisch aus dem Song geschoben.
Mit „Malstrøm“ schleicht sich nun der wohl ungewöhnlichste Song ins Album. Ungewöhnlich weil er sich im Vergleich zu den ersten drei Brechern unerwartet sperrig im Aufbau zeigt und nicht direkt ins Ohr springen mag. Der Song mutet erstmal nach wesentlich schwerer Kost an, doch wenn sich das Album mehrmals durch den Schädel geblasen hat, dann entwickelt auch dieser progressiv angemalte Track eine unglaublich intensive Eindringlichkeit, währenddessen der Hörer in fast Tranceartige Zustände abdriftet. Sehr intensiv und eine willkommene Abwechslung in der Tracklist auf „Lifeblood“. Überhaupt wird Vielfältigkeit hier ganz groß geschrieben. Langweilig wird hier jedenfalls nichts und obwohl die Songs zumeist aufs Wesentliche reduziert sind, so kann man immer wieder neue Facetten in den Songs entdecken! Das Gänsehauterzeugende „Dei sår ser“ kann durchaus als Ballade des Albums bezeichnet werden und entpuppt sich als unglaublich träumerischer Weggefährte auf der weiteren Reise durch nebelige Gewässer. In „Arr For Arr“ werden dann plötzlich Erinnerungen an meine Jugend wach, denn das Riffing und die Art und Weise wie die Band hier an den Song herangeht, erinnert oftmals an ein Überbleibsel vom Debütalbum „Dragons From The North“ (1996) oder an die fantastische „Far Far North“ EP aus dem Jahre 1997. Eine wunderschöne Zeitreise, ohne dabei altbacken zu klingen.
Unausweichlich geht es nun aber doch so langsam dem Ende entgegen und mit „Saltworn Runes“ bricht nun der typischste, oder besser gesagt, der gewöhnlichste Song aus dem Dunkel. Ich spreche hier beileibe nicht von einem schlechten Song, aber im direkten Vergleich zum restlichen Material auf „Lifeblood“, ist „Saltworn Runes“ einfach das schwächste Glied in der Kette. Wenn man allerdings selbst mit einer (auf Albumlänge gesehen) relativ “schwachen“ Nummer, die Konkurrenz noch immer mühelos an die Wand klatschen kann, dann zeugt das von der enormen Klasse diese Band. Bevor EINHERJER nun die Segel endgültig einholen, besingen die Nordmänner noch in bester BATHORY Manier die „The Eternal North“. Selbstredend werden hier nochmal alle Stärken der Band gebündelt. Schwelgend heroisches Midtempo, perfekt platzierte Klargesänge und wieder einmal ein Refrain, der den Hörer direkt an die reich gedeckten Tafeln von Wahalla entführt. Wow….was für ein Song! Was für ein Album!
Erwähnt werden sollte auch die überaus gelungene Produktion der Platte. Die Gitarren, die Gesänge, alles ist perfekt in Szene gesetzt und speziell das Schlagzeug klingt so unendlich geil, dass es ein wahrer Balsam für die Ohren ist, diesem Album zu lauschen. EINHERJER spielen…..für mich völlig unverständlich….leider immer noch in der zweiten Reihe dieses Genres, aber ich hoffe, dass „Lifeblood“ diesen Umstand nun dauerhaft ändern wird. Ich gönne es ihnen aus ganzem Herzen, denn SO geht Viking Metal und nicht anders! Treibend, begeisternd, eindringlich und vor allem, OHNE einen Hauch von Kitsch! Partymusik sucht man bei EINHERJER vergeblich und genau dafür liebe ich die Jungs schon seit über 30 Jahren!
Ich hatte das große Glück, diesem Album bereits seit gut 2 Monaten lauschen zu dürfen und KEINE bisherige Scheibe in 2026 machte mir bisher so dermaßen viel Spaß und rauschte so häufig, ja fast in permanenter Dauerbeschallung aus meinen heimischen Lautsprechern! Dementsprechend ist „Lifeblood“ ein heißer Anwärter auf den Thron in meinem Jahrespoll!
EINHERJER haben sich selbst übertroffen und schenken uns ein wahnsinnig starkes Album, welchem ihr unbedingt eure volle Aufmerksamkeit schenken solltet. Voller Support! Kauft die Scheibe! Die Jungs haben es mehr als verdient!
Anspieltipps:
🍷 Bloodborn
💧 The Eternal North
Bewertung: 9,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Bloodborn
02. At The Threshold
03. Gone
04. Malstrøm
05. Dei sår ser
06. Arr For Arr
07. Saltworn Runes
08. The Eternal North

