NECROTTED – We Are The Gods That Tear Ourselves Apart (2026)
(10.211) Phillip (7,5/10) Death Metal/ Deathcore
Label: Reaper Entertainment
VÖ: 24.04.2026
Stil: Death Metal/ Deathcore
Kurzes Intro und Abfahrt bitte! Das nunmehr sechste Album in 18 Jahren bestätigt den bisher eingeschlagenen Weg, zumindest was den Veröffentlichungsrhythmus angeht. Auf dem vorliegendem Langspieler mit dem monumental klangvollen Titel We Are The Gods That Tear Ourselves Apart geht es vordergründig um die göttliche Thematik in allerlei Facetten.
Da ich noch nie Berührungspunkte mit dem Fünfer aus Abtsgmünd hatte, ist das Erste, was mir auffiel der punktuelle Einsatz der deutschen Sprache. Hier gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder es wird brutal kacke, oder eben sehr geil. So etwas wie ein egales Mittelfeld existiert in diesem Bewertungsspektrum nicht. Und holla, reißen Necrotted hier die Messlatte nach oben! Zeitenschlächter zündet daher schonmal sehr gut, auch wenn es musikalisch nicht wirklich meine Baustelle ist. Doch die sprachlichen Fragmente sorgen für Spannung und Neugier!
Im Folgenden flacht meine zarte Begeisterung allerdings ein wenig ab und schlägt in gedämpfte Überforderung um. Dass moderne Produktion lautstärketechnisch in allen Bereichen die Regler ganz nach oben getan haben wirkt sich eher negativ auf die Dynamik auf und das entstehende Dauerfeuer wirkt auf mich eher belastend als hintergründig-klaustrophobisch, wobei Deus Ex hier noch positiv heraussticht, unter anderem mit einem Gastbeitrag von Sven de Caluwé!
Die tatsächliche Wende schafft dann Fat God und der ab hier vermehrt auftretende Einsatz von gezielten Slams. Das lockert die Songs auf und schraubt auch die durchgehend immense Geschwindigkeit immer mal wieder auf kopfnickbares Tempo zurück. Außerdem deutet sich bereits mehr und mehr eine kleine Überraschung an.
Diese entfaltet sich dann im Album-Highlight Holy Shit Talker mit einem wirklich sahnemäßig naheliegend eingesetztem Gastbeitrag, über den ich an dieser Stelle nicht zu viel schreiben möchte, das solltet ihr schon selbst in Erfahrung bringen.
Wir hatten jetzt also blastende Raserei,
Slams, es fehlt nur noch der Einsatz von Epik. Dafür ist der Abschlusssong Gottgeburt prädestiniert und liefert wiederum ganz starke deutschsprachige Lyrik ab. Ein runder Abschluss für ein Album, dass für mich erst in der zweiten Hälfte durchgehend interessant wurde, davor aber sein Potenzial andeutete. Unbedingt erwähnenswert ist ebenso der technische Anspruch, der hier zelebriert wird, langweilig wird es zu keinem Zeitpunkt, eher – ich erwähnte es – im Gegenteil.
Für Freunde des aktuellen Deathcores sehe ich hier einen uneingeschränkten Kaufzwang sowie eine möglichst zügige Suche nach Festivals und Shows mit Necrotted- Präsenz um Tickets zu ergattern. Für Anhänger des Death Metal der eher alten Schule gibt es zumindest ein paar interessante Momente, aus denen man wiederum seine eigenen Lehren ziehen kann (deutsche Texte und Zeilen, die was können!).
Anspieltipps:
🔪 Zeitenschlächter
💥Fat God
💩 Holy Shit Talker
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Apotheosis
02. Zeitenschlächter
03. Origin of Human Sins
04. Deus Ex
05. Radiant Ransom
06. Fat God
07. Circus Sapiens
08. The Best and the Worst of Times
09. Holy Shit Talker
10. Gottgeburt

