MELECHESH – Sentinels of Shamash (2026)
(10.225) Schaacki (8,0/10) Black Metal
Label: Reigning Phoenix Music
VÖ: 10.04.2026
Stil: Black Metal
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Endlich, es ist so weit – Melechesh schenken der Welt neue Musik! Satte elf Jahre ist es her, dass die Band mit „Enki“ ihr letztes Werk veröffentlicht hat. Nach diversen Shows um diese Scheibe zu supporten, wurde es dann still um Bandkopf Ashmedi und seine Mitstreiter, mächtig still. Klar kam ab 2020 erst einmal die Covid-Pandemie dazwischen, doch auch nachdem diese überstanden war, gab es nur mal hier einen Gig und da eine Show; keine Touren, musikalische oder visuelle Outputs oder dergleichen…
Nun, im Jahre 2026, kommt also endlich neues Material, doch die ganz große Freude bleibt aus, als ich auf die Tracklist schaue: „Sentinels of Shamash“ ist lediglich eine drei Songs beinhaltende EP. Da hätte sich wohl jeder Freund der 1993 in Jerusalem gegründeten Kapelle nach so langer Wartezeit mehr erhofft. Doch wir nehmen, was wir kriegen und freuen uns über die neuen drei Stücke.
Denn Freude bescheren diese auf jeden Fall. Ashmedi hat in seinem stillen Kämmerchen einmal mehr den hauseigenen Melechesh-Sound eingefangen und bietet uns den selben mesopotamischen Black Metal, den wir alle von ihm gewohnt sind – und uns wohl auch genau so gewünscht haben. Abgefahrene Highspeed-Salven transportieren orientalischen Flair und das kontrollierte Chaos, für das die Fans die Band seit Jahren feiern. Dabei ist der Sound so klar, differenziert und nachvollziehbar, wie der Hörer es von den vergangenen Veröffentlichungen kennt.
Die Gitarren, die den markanten Klang seit jeher versprühen, stecken auch heute noch voller Melodien und etlicher Details – und das hört man. Auch die Basslinien gehen nicht unter und verpassen somit auch auf dieser Ebene den Tracks ihre Note. Was der Drummer abfeuert, ist – ebenfalls wie in längst vergangenen Tagen – auf höchstem Niveau und treibt entweder die Songs voran oder begleitet sie mit Rhythmen, die sogar mein (eigentlich nicht vorhandenes) Tanzbein zucken lassen. Über allem thront die Stimme von Ashmedi selbst, die einfach unverkennbar ist.
Ketzerisch könnte man also plump sagen, dass hier „nichts Neues“ geboten wird, was irgendwie auch nicht völlig falsch ist. Doch was erwartet man denn auch 33 Jahre nach der Gründung von Melechesh beziehungsweise was wünscht man sich? Genau, der Fan liebt die Band für ihren einzigartigen, unverwechselbaren Sound und will doch eben jenen bekommen und das passiert hier auch. Die Frage sollte also wohl eher lauten, inwiefern die neuen drei Stücke sich mit den älteren messen können. Für meinen Geschmack stehen sie vielen alten Songs in nichts nach und können – und hoffentlich auch werden – sich bei kommenden Konzerten wunderbar in die Setlist einfügen lassen. Okay sie mögen mich vielleicht nicht so umhauen wie einst „Rebirth of the Nemesis“ oder nachhaltig im Kopf bleiben wie „Grand Gathas of Baal Sin“, aber das kann ja noch mit der Zeit kommen und vor allem „Raptors of Anzu“ hat das Potential, sich in der ein oder anderen Melechesh Playlist zu manifestieren.
Anspieltipp:
🦎Raptors of Anzu
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Seventh Verdict
02. In Shadows, In Light
03. Raptors of Anzu

