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YOTH IRIA – Gone with the Devil (2026)

(10.236) Miriam (6,5/10) Black Metal


Label: Metal Blade Records
VÖ: 08.05.2026
Stil: Black Metal






Die griechischen Black-Metal-Veteranen von YOTH IRIA melden sich mit ihrem neuesten Werk zurück – und allein Titel wie Dare To Rebel, Woven Spells Of A Demon oder The Blind Eye Of Antichrist jagen mir schon vor dem ersten Durchlauf eine Gänsehaut über den Rücken. Da denkt man sich: Das muss doch groß werden… oder? 

Der Einstieg mit Dare To Rebel gelingt zunächst stark: orientalische Melodien, tiefes Growling und eine beschwörerische Atmosphäre ziehen sofort in den Bann. Doch bereits hier schleichen sich Clean Vocals ein, die auch in Woven Spells Of A Demon wieder präsent sind. Der Song ist solide, aber wenig überraschend – da fängt es schon an, im Hinterkopf zu arbeiten: zieht sich das jetzt echt durchs ganze Album?

Dann kommt The Blind Eye Of Antichrist – und ich sag’s wie es ist: ich hab Tränen in den Augen. Komplett drin. Dieser Chor, angelehnt an orthodoxe Kirchenhymnen, hat so einen krassen, ritualhaften Vibe, dass es mich einfach zerlegt. Genau DAS ist es, was ich von Yoth Iria will: dieses Okkulte, dieses Erhabene, dieses „größer als alles“-Gefühl. Aber genau hier liegt auch das Problem: Dieses Level wird danach nicht mehr gehalten. I, Totem und 3AM – The Witching Hour haben eigentlich alles, was ich mag – rituelles Gesprochenes, düstere Atmosphäre, diese verschwörerische Stimmung, bei der man automatisch grinst. Aber dieses Grinsen hält nicht lange… weil wieder diese Clean Vocals reinkicken. Was anfangs noch als stilistisches Mittel funktioniert, wirkt hier zunehmend aufgesetzt – und entfernt sich immer weiter vom rohen Kern, den ich von dieser Band kenne und schätze. 

Mit Give ’Em My Beautiful Hell und Once In A Blue Moon wird’s dann richtig deutlich: viel Midtempo, viel Atmosphäre, orientalische Melodien, hymnische Ansätze – und ja, das Schlagzeug macht Laune, keine Frage. Aber mir fehlt der Biss. Wo sind meine schwarzmetallischen Griechen hin? Teilweise driftet das Ganze echt in so eine Power-Metal-Richtung, die ich hier einfach nicht haben will. Mit Blessed Be He Who Enters, der vorab als Single erschien, bekommt man einen ganz guten Eindruck vom Album insgesamt: atmosphärisch dicht, aber stilistisch bereits stark in Richtung dieser neuen, clean-lastigen Ausrichtung gehend. 

Dann – endlich – The End Of The Known Civilization. Tempo hoch, Growls wieder vorne, starke Gitarren, genau die Energie, die ich die ganze Zeit gesucht habe. Und siehe da: KEINE Clean Vocals. Für mich ganz klar der beste Song auf dem Album. Da geht mein Herz auf. Mehr davon, bitte! 

Der Abschlusstrack Harut, Government, Fallen versucht noch einmal, viele Elemente zu vereinen, wirkt dabei aber überladen und etwas ziellos. Das gleichförmige Tempo und die fehlende klare Linie sorgen dafür, dass das Album eher ausklingt, als wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – und ich sitz da und merke einfach, wie meine anfängliche Euphorie komplett verpufft. Das Artwork bleibt im typischen YOTH-IRIA-Stil – passend, aber ohne große Überraschung. Kann man machen. Haut mich aber genauso wenig um wie große Teile des Albums. 

Fazit:
Ein Album mit starken Momenten, vor allem wenn die Band ihre düstere, rituelle Seite voll ausspielt, aber insgesamt zieht sich dieses Clean-Vocal-Thema wie ein roter Faden durch alles – und leider kein guter. Für mich verliert die Band dadurch einen großen Teil ihrer Identität. Der Vorgänger war um Welten stärker.
Ich bleib am Ende eher schmollend zurück… und ziemlich enttäuscht. 

Anspieltipps:
👀 The Blind Eye Of Antichrist
🌋 The End Of The Known Civilization


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Dare To Rebel
02. Woven Spells Of A Demon
03. The Blind Eye Of Antichrist
04. I, Totem
05. 3AM – The Witching Hour
06. Give ’Em My Beautiful Hell
07. Once In A Blue Moon
08. Blessed Be He Who Enters
09. The End Of The Known Civilization
10. Harut, Government, Fallen



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