MACHETE LAW – Liturgy Of Violence (2026)
(10.278) Maik (8,2/10) Thrash Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 26.05.2026
Stil: Thrash Metal
Da ist mir wieder mal durch Zufall was Cooles auf den Schirm geraten. MACHETE LAW kommen aus Barcelona und haben vor Kurzem erst ihre zweite EP veröffentlicht. Die Band spielt Crossover Thrash, der sich ziemlich an den Spätachtzigern orientiert und ab und zu an den Übergangsstellen vom Thrash zum Death Metal andockt. Letzteres liegt nicht nur am Gesang, der teilweise an die Schweden von MERCILESS erinnert, muckemäßig ist es aber eher Ami-Thrash.
Und zwar verbinden MACHETE LAW hier den Ostküstenthrash mit den Elementen von der Westküste. Natürlich kommen bei einigen Riffs oftmals SLAYER- Vibes auf, was ja nicht zu verachten ist. Die EP nennt sich „Liturgy Of Violence“ und besticht erst einmal durch ein sehr opulentes Coverartwork. Das Bild erinnert auf den ersten Blick an großflächige Kirchengemälde.
Nur muss man da schon genauer hinschauen, da dem Bild doch einige untypische Elemente beigefügt sind, wie qualmende Industrieschlote, eine brennede Erdekugel und ein mit Schlangen ringender Laokoon. Das heißt, es geht dann doch wohl eher um ernstere Themen als um Fun, wenngleich sich der Gitarrist Victor Blutwurst nennt.
Der Crossoveranteil hält sich in Grenzen, da die ganze Geschichte doch recht krachig und mächtig rüberkommt und der Sänger auch eher der Brutalinski unter den Thrashvokalisten ist. Im Grunde sind es nur kleine Dinge, wie das hardcoremäßige Bassintro von „Concrete Inferno“ und gelegentliche Gangshouts.
Trotz der Tatsache, dass es sich hier um eine EP oder Mini-LP handelt, sind sieben Songs auf dem Ding. Besser gesagt, sechs Songs und ein kurzes Zwischenspiel namens „Existential Nausea“. Das heißt, hier wird kurz und schmerzhaft die Thrashkeule gezückt. Nur der Opener und gleichzeitig Titeltrack knackt die Dreiminutenmarke.
Und so kurz und knackig dieses Scheibchen ist, es macht unglaublich Laune und lässt mich immer wieder auf Repeat drücken, weil: das ist genau die Art Thrash, die bei mir zündet wie furztrockenes Schwarzpulver. MACHETE LAW erfinden den Thrash nicht neu, hegen keinerlei Innovationsbestrebungen und geben auch einen Scheiß auf irgendwelche moderne Spielereien. Die wollen einfach aggressiv durch das Gelände thrashen und jeden Nackenwirbel in ihrem Umkreis in Knochenmehl verwandeln. Für Old School- Thrasher der traditionellen Art ein sehr zu empfehlendes Geknatter, welches zum Herumgeschubse (Hi Johnny!) anregt.
Anspieltipp:
🔥 Concrete Inferno
👻 Spiritcreeper
Bewertung: 8,2 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Liturgy Of Violence
02. Concrete Inferno
03. Inherited War
04. Existential Nausea
05. Spiritcreeper
06. Gunfire Ritual
07. Ghosts Of Flesh

