DAUÞUZ – Todeswerk: Uranium II (2026)
(10.280) Maik (8,6/10) Black Metal
Label: Amor Fati Prod.
VÖ: 29.05.2026
Stil: Black Metal
Das Duo, welches unter dem Namen DAUÞUZ firmiert, hat ihren Black Metal thematisch schon immer am Bergbauthema angelegt. Und waren die ersten Veröffentlichungen eher auf alte Bergmannslegenden und Geschichten aus der Tiefe der Erde geprägt, hat die Band schon beim letzten Album „Uranium“ den thematischen Sprung in die bittere Realität gewagt.
Und wie der Titel des neuen Scheiblings, „Todeswerk: Uranium II“ schon verrät, widmen sich DAUÞUZ auch hier den finsteren Abgründen des Uranbergbaus im Ostblock. Handelte „Uranium“ noch vom Uranbergbau im Erzgebirge, widmet sich die Band nun dem finsteren Kapitel Joachimsthal/Jáchymov in Tschechien.
Dort wurden zum Abbau des radioaktiven Rohstoffs vornehmlich Strafgefangene eingesetzt, die dort unter unmenschlichen Bedingungen dieses für das sowjetische Atomprogramm so notwendige Material abbauen mussten. Ich muss sicher nicht erwähnen, dass auch vom Thema Arbeitsschutz, insbesonders Strahlenschutz, keine Rede sein konnte, und der Tod der Zwangsarbeiter wohlwollend in Kauf genommen wurde.
Das soll zunächst der geschichtlichen Seite des Albums Genüge getan haben, widmen wir uns also der Musik. DAUÞUZ verbinden die mystische Epik ihrer Anfänge mit der Düsternis und Verzweiflung, die diesem Thema innewohnt. Der Gesang wechselt von schwarzmetallischem Gekeife über hymnischen Klargesang bis hin zu verzweifeltem Schreien, die die Thematik des Albums fast körperlich spüren lassen.
Trotz vielen einfließenden Melodien und Akustikparts kommt hier keinerlei Romantik auf. Eher wirken diese Einschübe als Verstärker und kontrastieren extrem mit den schwarzmetallischen Ausbrüchen. Der Sound ist, Black Metal- typisch leicht höhenlastig, dennoch entsteht die garstige Stimmung hier nicht durch die Produktion, sondern durch das Songwriting, welches Schmerz, Verzweiflung und Resignation ganz nah an den Hörer bringt. Das tut weh, und das soll es auch.
Passend dazu das düstere Coverartwork, welches sich stilistisch an den Bergbauturm vom Albumvorgänger anschließt. Nur erinnert die darauf abgebildete Landschaft eher Saurons Turm in Mordor oder Sarumans Orkschmiede, was sicherlich beabsichtigt war, bedenkt man den Songtitel „Der Turm Des Todes“.
Wohlig-gruselige Fantasyatmosphäre darf man hier allerdings nicht erwarten, dafür ist das Thema der Scheibe auch zu desolat. Ich habe bei dem Album etwas länger gebraucht, als beim Vorgänger, um mich richtig reinzuhören. Und es ist für meinereinen auch nicht für den Alltag tauglich. Denn bei allem Leid, welches hier beschrieben wird, kann man sich kaum entspannt zurücklehnen, mit dem Gedanken: ‘das ist ja alles schon lange her’.
Denn irgendwo auf dieser Welt gibt es immer noch unzählige Menschen, ja, Kinder, die unter ähnlichen Bedingungen die Materialien für unseren technischen ‚Fortschritt‘ aus der kargen Erde kratzen müssen.
Anspieltipp:
🔅 Uranlager I
💀 Der Turm Des Todes
Bewertung: 8,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Joachimsthal / Jáchymov
02. Uranlager I
03. Hammerzwang
04. Der Turm Des Todes
05. Uranlager II
06. Bluteisen
07. 211947
08. Des Häftlings Bergmannstod

