NEFASTIS – Shadows at the Light of Dawn (2026)
(10.272) Timo (8,0/10) Symphonic Death Metal
Label: Rockshots Records
VÖ: 06.03.2026
Stil: Symphonic Death Metal
12 Jahre nach dem 2014er Debut De Diebus Fastis Nefastis Infaustis, kehren die Italiener NEFASTIS mit ihrem zweiten Album zurück. Und haben die schöpferische Pause genutzt um Kraft und neue Ideen zu tanken. In nicht ganz 60 Minuten servieren uns die Mailänder einen recht anspruchsvollen Mix aus symphonischen, melodischen und progressiven Elementen des Death Metal. Ob dies alles gut zusammen passt, könnt ihr nun im Folgenden nachlesen.
Soundtechnisch geben sich die Italiener absolut keine Blöße, der klare, transparente und druckvolle Klang überzeugt durchgehend. Hier haben Frank Altare und Toni Lindgren ganze Arbeit geleistet. Bereits seit 2008 sind NEFASTIS am Werkeln und brachten schon beim konzeptionellen Debutalbum, in vier Akten, welchen zur Hälfte instrumental ist, doch einiges an Inspirationskraft mit. Entwickelte sich der Stil doch von eher Thrash/Death hinzu eher symphonischen Elementen.
Mit dem neuen Album versuchen NEFASTIS einen Spagat aus viel Atmosphäre, Virtuosität und einem feinen Härtegrad, der sich in der Nähe des melodischen Death Metal konstant bewegt und größtenteils orchestral in seiner Ausrichtung ist, ohne sich Barrieren zu setzen. Der doch auch sehr an Bands wie Wintersun erinnert. Das facettenreiche Shadow Spell ist da ein guter Anheizer und Opener für den aktuellen Streich. Seduced by the Beauty of the Darkness erinnert zu gleich auch an Mid90er Therion, Amorphis und Hypocrisy. Und thront gleich mächtig in seinem Antlitz. Verschnaufpausen bieten die Instrumentals wie Abscence of Illumination oder Lights of Dawn, die durchaus gelungen sind, dem Schwung des Albums allerdings auch etwas bremsen.
Nicht immer fesselnd empfinde ich vereinzelte Songs wie Vortex of Light, dass doch gerade auf Distanz etwas Spannung vermissen lässt. Aber, daß sind eher seltene Aspekte, die man benörgeln könnte. Das stark arrangierte Alone Again und das mit dezent progressiven Ideen versehene Stardust sind deutliche Pluspunkte. Und selbst der längste Track des Albums Collapsing Dream geizt nicht mit Kurzweil. Bietet melodischen Death Metal per excellence. Zeigt sich in blanker majestätischer Erhabenheit und beweist das Können der Italiener.
Fernab des klassischen nach vorn agierenden Melodic Death der Göteborg Schule, zeigt sich das Material bei NEFASTIS eine Spur ausgeklügelter, dass trotz der intensiven und dichten Atmosphäre den Hörer fordert und weniger direkt funktioniert. Sich dabei eben nicht banal offenbart. Gelingen tut das meistens, aber nicht immer. Hier und da zeigen sich dann doch ein paar Längen, die aber bei der vielfach überzeugenden Darbietung keineswegs ein Bremsklotz sind. Im Großen und Ganzen ein recht ordentliches Album, nach 12 Jahren Abstinenz.
Anspieltipps: Seduced by the Beauty of the Darkness und Collapsing Dream
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Cosmic Silence at the Edge of the New World
02. Shadow Spell
03. Seduced by the Beauty of the Darkness
04. Absence of Illumination
05. Tears of the Past
06. Vortex of Light
07. Lights of Dawn
08. Alone Again
09. Stardust
10. Blackened Vision
11. Collapsing Dream
12. Flowers Swept Away by the Autumn

