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RESURRECTED - Perpetual (2026)

(10.206) Olaf (7,9/10) Death Metal


Label: Testimony Records
VÖ: 10.04.2026
Stil: Death Metal






Wer aus dem Ruhrpott kommt, trägt diesen ganz eigenen Sound offenbar automatisch im Blut – dieses Gemisch aus Stahl, Dreck, Malocher-Mentalität und einer gehörigen Portion „Ist mir egal, ich zieh das jetzt durch“. Genau aus diesem Nährboden stammen RESURRECTED, und Perpetual klingt exakt so, wie man sich 30 Jahre gelebten Death Metal zwischen Hochofen und Proberaum vorstellt – nur eben ohne jegliche Patina.

Seit 1993 bollert die Band durch die Szene, gegründet von Thomas Granzow in einer Zeit, in der Brutalität noch nicht geschniegelt, sondern schlichtweg rohe Gewalt war. Schon früh wurde klar, dass hier mehr als nur Krach produziert wird: technische Präzision traf auf ungebremste Aggression. Spätestens mit dem Debüt Raping Whores war die internationale Aufmerksamkeit da, und mit den folgenden Releases zementierte man sich als feste Größe im europäischen Death Metal – immer nah an den Großen, aber mit genügend eigener DNA, um nicht als bloße Kopie durchzugehen.

Perpetual setzt genau dort an – und zwar mit Nachdruck. Dieses Album walzt los wie ein Presslufthammer auf Steroiden. Das Riffing ist großartig, extrem heavy und fett, ein einziger massiver Block aus Druck, der sich durch die gesamte Spielzeit zieht. Die Produktion? Ebenfalls ein Brett. Klar, wuchtig, ohne künstliche Übertreibung – so muss moderner Old-School klingen. Hier hat jemand verstanden, dass Brutalität nicht durch Lautstärke entsteht, sondern durch Substanz.

Natürlich sind die Einflüsse nicht zu überhören. Hier blitzt die technische Schärfe von Suffocation auf, dort die rohe Gewalt von Malevolent Creation. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – RESURRECTED verlieren sich nie im Vergleich. Das Songwriting ist stark, packend und durchdacht, wenn auch nicht ganz so verschachtelt und hinterhältig wie bei den ganz großen Vorbildern. Dafür setzen sie auf Direktheit. Keine unnötigen Umwege, keine verkopften Strukturen – sondern Songs, die sofort zünden und im Nacken sitzen bleiben.

Thematisch bleibt alles angenehm finster. Titel wie Human Wrath, Sanity is Lost oder Forever Damned lassen keinen Interpretationsspielraum zu. Hier geht es um Verfall, um Kontrollverlust, um das langsame Abrutschen in den Abgrund – ein Zustand, in dem der Verstand Stück für Stück erodiert und schließlich ins Nichts abdriftet. Nichts davon wirkt wie austauschbare Genre-Phrasen, sondern fügt sich nahtlos in diese beklemmende Klanglandschaft ein, die die Musik ohnehin schon erzeugt.

Was besonders hängen bleibt: Diese Frische. Und das bei einer Band, die seit über drei Jahrzehnten unterwegs ist. Kein bisschen müde, kein bisschen routiniert im negativen Sinne. Stattdessen wirkt Perpetual wie das Werk einer hungrigen Band, die noch etwas zu beweisen hat. Genau das macht den Unterschied.

Und dann wäre da noch Infernal Desire. Einen Klassiker von Malevolent Creation zu covern, ist immer ein schmaler Grat zwischen Respekt und Selbstüberschätzung. RESURRECTED meistern das mit beeindruckender Souveränität. Der Song fügt sich nahtlos ins Album ein, wirkt nicht wie ein Bonus, sondern wie ein integraler Bestandteil – und zeigt gleichzeitig, wo die Wurzeln liegen.

Die kompakte Spielzeit von gut einer halben Stunde kommt dem Ganzen zusätzlich zugute. Kein Füllmaterial, keine unnötigen Längen – hier wird geliefert, und zwar ohne Umschweife.

Am Ende steht ein Album, das vielleicht nicht die technische Perfektion seiner Vorbilder erreicht, dafür aber mit Ehrlichkeit, Druck und Spielfreude punktet. RESURRECTED beweisen, dass man auch nach 31 Jahren noch relevant klingen kann, wenn man weiß, wer man ist – und genau das konsequent durchzieht.

Anspieltips:
🔥Unholy Intercession
💀Sanity is Lost
🎸Infernal Desire


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Unholy Intercession
02. Human Wrath
03. Forever damned
04. Into mighty Death
05. Sanity is lost
06. Decomposed
07. Immaculate Deception
08. Echoes of Creation
09. Perpetual
10. Infernal Desire



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