HELLEVATE – Killicon Valley (2026)
(10.284) Maik (8,3/10) Thrash Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 22.05.2026
Stil: Thrash Metal
Ist mal wieder typisch. Da hat man hier auf einem Zettel Veröffentlichungsdaten notiert, damit einem die Scheibe nicht durch die Lappen geht, und dann verschwindet der Wisch und der alte Mann verschludert den Termin. Klasse Aktion, Godau! Die Rede ist vom neuen Album der Band HELLEVATE aus Kansas City, die sich mit „Killicon Valley“ bereits ihr drittes Langspielzeug in die Bandbio hieven.
Und zwar das Kansas City in Missouri, nicht das Kansas City in Kansas. Die Band schwurbelt schon seit 2007 durch die Gegend, scheint aber bisher noch bei keinem Label angedockt zu haben, denn auch der dritte Langdreher erscheint in Eigeninitiative.
Das sollte aber niemanden abhalten, mal seine Lauschlappen hier festzutackern, denn was die Knaben hier fabrizieren, muss keinerlei Vergleiche mit Labelveröffentlichungen scheuen.
HELLEVATE spielen einen energiegeladenen Mix aus Thrash Metal und diversen Einschüben aus Speed- und sogar Power Metal. Das liegt vor allem am Gesang, denn die Riffs zocken die ganze Zeit ein gewaltiges Gewitter. Stilistisch liegen HELLEVATE irgendwie in der Mitte, was an der Lage ihrer Heimatstadt liegen kann. Denn diese liegt an der Grenze zwischen Ost-USA zu West-USA.
Was will ich mit all dem Geschwafel ausdrücken? Nun ja, HELLEVATEs Mucke ist eine gute Mischung aus Westküsten-Thrash und Ostküsten-Thrash, lässt aber auch gern mal andere Einflüsse zu. Gerade das fast Power Metal- mäßige „The Rampart“ fällt etwas aus dem Rahmen.
Auch das theatralische „Holy Man“ zeigt die Band von einer fast epischen Seite, nur der gelegentliche harsche Gesang und das fette Riffing lässt die Thrashfahne nicht auf Halbmast fallen. Der Song ist nebenher auch ein Feuerwerk verschiedenster Ideen. Da findet man außer dem Gesagten noch diverse Death Metal- Riffs und gar eine fast Folk Metal- kompatible Melodie gegen Ende des Songs.
Ab und zu verwickeln sich HELLEVATE in regelrecht progressive, aber teils schwer nachvollziehbare Strukturen. Beispiel dafür sind für mich die Songs „Invoke Apocalypse“ und „Jorogumo“. Dafür ist beispielsweise der Titelsong „Killicon Valley (Silicon Dust)“ eine geradlinige Granate mit sogar einem leichten Crossover-Touch.
Diese stilistische Diversität ist allerdings auch notwendig, denn die Songs sind doch alle ziemlich lang geraten. Bis auf die Instrumentals und „Jorogumo“ bleibt kein Song unter der Viereinhalbminutenmarke. Die 12 Tracks ziehen das Album dann auf eine Spielzeit von über einer Stunde, man bekommt für sein Geld also eine ziemliche Menge Mucke ins Ohr gefiltert.
Zehn Jahre sind seit dem letzten Longplayer vergangen, in denen die Band noch zwei EPs veröffentlicht hat. Laut der Band selbst hat sie mit den verschiedensten Songstrukturen und Ansätzen experimentiert, um ein Album zu erschaffen, welches jedem Metalfan etwas zu geben imstande ist.
Und wenn dieser Metalfan seine Erfüllung im Thrash, Speed und Power Metal findet, dürften sie damit auch Erfolg haben. „Killicon Valley“ ist eine gelungene Mischung aus Melodie und Aggression, die sich nicht gegenseitig im Weg stehen, sondern gemeinsam für maximale Wucht sorgen. Abwechslung wird ebenfalls großgeschrieben und auch vor gelegentlichen Grenzüberschreitungen hat die Band keine Angst.
Anspieltipp:
👊 Killicon Valley (Silicon Dust)
🍀In The Long Grass
Bewertung: 8,3 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. D.T.C. (instr.)
02. In The Long Grass
03. Invoke Apocalypse
04. Demagogue
05. The Rampart
06. Holy Man
07. Jorogumo
08. Part Of The Tribe
09. Killicon Valley (Silicon Dust)
10. The Lost Pages (instr.)
11. Thou Shalt Kill
12. Curse God And Die

