Label: Steamhammer/SPV
VÖ: 26.07.2019
Stil: Dark/Gothic Metal
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Nunja, was soll ich sagen, ich komme zu diesem Review, wie die Jungfrau zum Kind, habe ich mich doch noch nie ernsthaft mit Lacrimas Profundere beschäftigt und nun liegt mir mit „Bleeding The Stars“ die am 26.07.2019 über Steamhammer erschienene aktuelle Scheibe vor. Es ist das zwölfte Album der 1993 gegründeten Band aus Bayern. Die Truppe musste vor dem Album einen Besetzungswechsel verkraften/vornehmen und so ist nun erstmals der neue Sänger Julian Larre mit von der Partie. Das Cover-Artwork der Langrille stammt wie bei den Alben zuletzt von Elton Fernandes. Lt. den Medien kehrt die Band mit diesem Album wieder in ältere anfangs eingeschlagene Gefilde zurück, ob ihr das gut tut oder ob sie den völlig falschen Weg wählen, kann ich hier nicht beurteilen, kenne ich ehrlich gesagt nicht eine Scheibe und so kann ich mich so unvoreingenommen wie noch nie auf diese Scheibe einlassen, denn das Einzige, was ich zu hören bekam, waren Meinungen, dass Lacrimas Profundere ähnlich wie die mittlerweile nicht mehr aktiven HIM (Ja, ich bin bekennender Fan) oder auch The69Eyes sein sollen, nur härter und düsterer, aber nicht weniger catchy.
Mit „I Knew and Will Forever Know“ startet die Scheibe und meine Güte, was ist das denn? Ein doomig anmutendes Emotionsmonster, was mich total vereinnahmt, was für eine Schwere, was für eine Atmosphäre, ein starker Opener. Dem folgt mit „Celestite Woman“ und zack, da ist er da, der HIM-Vergleich, aber keine Kopie, der Song ist eigenständig, eingängig, coole Gothic-Nummer. „The Kingdom Solicitude“ ist dann quasi eine Mischung aus den beiden ersten Songs und auch das scheint zu funktionieren, wobei „Mother of Doom“ stimmungsmäßig fast nahtlos an „I Knew and Will Forever Know“ anknüpft, nur nicht ganz so heavy. Die folgenden Songs gehen mehr in Richtung catchige Gothic-Nummern, die auf jeden Fall auch zu gefallen wissen, wenn man sich darauf einlässt.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich vom Album „Bleeding The Stars“ begeistert bin und dass Lacrimas Profundere in meinen Augen hier ein kleines Meisterwerk abgeliefert haben, was ich vorher nie vermutet hätte. Diese Band beschritt im Lauf der vergangenen Jahre häufiger neue Wege – personell wie musikalisch, doch hier scheint etwas zu wachsen. Herausgekommen ist ein Album mit Schwere, Düsterness und doch auch mit poppigen Melodien und Vocals, die vor Emotionen strotzen. Dass „Bleeding The Stars“ von Kristian "Kohle" Kohlmannslehner produziert wurde, kann man schnell erkennen, ist es doch eine sehr gute Produktion geworden.
Ich werde die Truppe definitiv im Auge behalten. In nächster Zeit werde ich mir auch mal die älteren Werke geben oder vielleicht auch nicht, um nicht die gewonnen Eindruck zu zerstören. Aber genau das hier macht die Tätigkeit in der Rezensionsmedienwelt aus, man kann und muss und darf über den eigenen Tellerrand-Horizont hinausblicken und neue Kunst für sich entdecken.
Anspieltipps: „I Knew and Will Forever Know“ und „Mother of Doom“
Bewertung: 9,1 von 10 Punkten
Tracklist:
01. I Knew and Will Forever Know
02. Celestite Woman
03. The Kingdom Solicitude
04. Mother of Doom
05. Father of Fate
06. Like Screams in Empty Halls
07. The Reaper
08. After All Those Infinities
09. A Sip of Multiverse
10. A Sleeping Throne

