FRANK ALBRECHT (Deaf Forever)

Nie wieder halbe Hähnchen


Viele von euch Metalheads da draußen frönen ihrer Lieblingsmusik nicht nur, indem sie die Platten/CD’s oder das Merch ihrer Bands kaufen und deren Konzerte besuchen. Auch Szene-Magazine gehören seit Jahren zum festen Bestandteil der eigenen Horizonterweiterung.

Ein mittlerweile über die Ländergrenzen bekannter Redakteur und Maniac ist Frank Albrecht. Als Urgestein des RockHard-Magazins erfreut er uns als einer der Köpfe des seit 2014 erscheinenden DEAF FOREVER mit vielen interessanten Interviews, Reviews und Konzertberichten. Man merkt ihm zu jeder Sekunde an, dass er den Metal lebt und atmet, egal ob man ihn liest oder auch,wie einige von euch, persönlich kennengelernt hat (eventuell auf dem PartySan oder Protzen Open Air oder sonst wo).

Höchste Zeit für Zephyrs Odem, den Spieß umzudrehen und Frank selber mal ein paar Fragen zu stellen, die hoffentlich euer Interesse finden. Here weg go:

Zwangsläufige Anfangsfrage: Wann und durch welches Erlebnis bist du zum Metal gekommen?

Da gab es kein klassisches Schlüsselerlebnis. Mein älterer Bruder hatte schon früh die ganzen 70er-Scheiben von Bands wie UFO, NAZARETH, WISHBONE ASH, BLACK SABBATH, BLUE ÖYSTER CULT u.a. im Regal und mich damit angefixt. Parallel dazu habe ich im Radio Songs von AC/DC, THE SWEET und MUD (Kult !!!/ MZ) gehört, was mir quasi den endgültigen Rest gegeben hat.

Wie waren deine Anfänge als Schreiber /Redakteur und wann hast du gemerkt, daß dir das liegt?

Das ist eine längere Geschichte: Ich habe Ende der Achtziger in einem Plattenladen namens WOM in Frankfurt/M. gearbeitet und natürlich die Metal-Abteilung betreut. Eines Tages kam ein Typ namens Frank Meinel zu uns in den Laden und fragte, ob wir vielleicht sein Fanzine „SHOCK POWER“ dort verkaufen könnten. Konnten wir und ich fragte ihn spontan, ob ich nicht probeweise ein paar Plattenkritiken für das Heft schreiben könnte. Hintergrund: Bei WOM hatten wir immer sehr gute US- und Asien-Importscheiben, die nicht jeder im Sortiment hatte. Von denen habe ich dann ein paar reviewt und war plötzlich Teil des Teams. Schreiben konnte ich schon immer recht gut. Da braucht man sich nur mein Abschlusszeugnis der Schule anzusehen. Alles was mit Sprachen zu tun hatte – Note 1 oder 2. Alle Naturwissenschaften dagegen Note 3 und 4) (Kenn ich nur zu gut/mz)

Gibt es eine bevorzugte Spielart im Metal, die du am liebsten hörst?

Kann man so nicht sagen. Ich habe zwar eine große Schwäche für den Death Metal, fahre aber genauso auf Thrash-, Klassik- oder Melodic-Metal ab.

Hast du 1-3 Lieblingsbands und welche Platte von ihnen würdest du deiner Meinung nach empfehlen ?

Meine absolute Lieblingsband wird für immer RUSH sein, deren bestes Album meiner Meinung nach „Hemispheres“ ist. Auf die zweite Position würde ich UFO setzen (Lieblingsplatte „Making Contact“). Dazu käme als drittes dann noch SAXON, von denen mir nach wie vor „Denim And Leather“ am besten gefällt.

Du bist natürlich ausgiebig in der Konzert- und Festivalszene unterwegs. Gibt es für dich eine Lieblingslocation und welches Festival gefällt dir besonders?

Meine Lieblings-Festival-Location, das muss ich leider sagen, ist immer noch das Amphitheater in Gelsenkirchen. Dicht darauf folgt die Loreley. Lieblingsfestival? Oh, das sind so viele. BANG YOUR HEAD, PARTY SAN, HAEDBANGERS, PROTZEN, INTO BATTLE, WAY OF DARKNESS, KEEP IT TRUE ….
In all den Jahren hast du viele Musiker/Bands kennengelernt. Haben sich daraus eventuell Freundschaften ergeben oder wahrst du lieber die journalistische Distanz, um objektiv zu bleiben?

Es haben sich tatsächlich einige Freundschaften entwickelt, aber nur sehr wenige, die ich auch als solche bezeichnen würde. Dazu zähle ich Leute, mit denen man sich auch privat trifft, telefoniert oder schreibt. Dabei muss es dann nicht um musikalische Dinge gehen, sondern eher auch private. Johnny Hedlund von UNLEASHED würde ich dazuzählen. Kyle Thomas von EXHORDER oder Lia von MYSTIC PROPHECY. Viel öfter ist es aber der Fall, daß man sich mit Musikern auf Festivals oder Konzerten gut versteht, sich angeregt mit ihnen unterhalten kann, um dann wieder seiner Wege zu gehen. Und trotzdem ist die Freude groß, wenn man sich dann das nächste mal trifft.

Gibt es Metal-Richtungen oder Bands, die du so gar nicht magst?

Ja, absolut. Mit Stoner-Rock kann ich z.B. gar nichts anfangen. Ebenso Post-Rock oder Gothic-Metal (einige wenige Klassiker ausgenommen). Black Metal kann ich auch nur in geringen Dosen (und in seiner melodischen Variante) ertragen. Zuckersüßer Schlager-Metal (wie etwa von FREEDOM CALL) ist auch nicht unbedingt förderlich für meine Gesundheit (Haha !!/mz).

Was war die Intention und Erwartung bei euch, als du zusammen mit Götz & Wolf (die beiden Herausgeber) das DEAF FOREVER aus der Taufe gehoben hast? Ich kann mich noch gut an den Schock auch bei mir als langjährigem RockHard-Abonnenten erinnern, als meine Lieblings-Schreiber eben dieses Mag verlassen haben/verlassen mussten.

Nachdem wir beim RockHard rausgeworfen wurden war schnell klar, dass wir alle weiterschreiben und nicht einfach einem „normalen Job“ nachgehen wollten. Wir wollten ein Heft machen, bei dem wir keine Kompromisse eingehen müssen und nur die Themen machen können, auf die wir auch wirklich Bock haben. Wir waren überzeugt davon, dass es genug Metalheads da draußen gibt, die ähnlich ticken wie wir und wir somit eine realistische Chance auf einem Markt haben würden, der zu diesem Zeitpunkt schon stark rückläufig war. Zum Glück behielten wir recht. (Zum Glück/mz)

Wie zufrieden bist du/seid ihr mit der Entwicklung und dem heutigen Standing des DEAF FOREVER in der Metalszene?

Absolut zufrieden. Wir haben eine treue, fanatische Leserschaft, die Bock darauf hat, neue Bands zu entdecken und immer noch gerne Tonträger kauft. Wir verkaufen genug Exemplare, um davon leben zu können und erhalten Unterstützung aus der Szene. Besser geht es doch gar nicht (In der Tat/mz).
Spielst du selber ein Instrument? Ich erinnere mich an kultige Zeiten, in denen du Teil der Band RANDALICA warst?

Ich habe früher mal Schlagzeug gespielt, aber das ist ewig her und wirklich gut war ich auch nicht, wenn man ehrlich ist…

Wer ist eigentlich Urheber des Running Gags, der dich zum ungekrönten „König der Brathähnchen“ gemacht hat?

Das ist auf Götzen’s Mist gewachsen und suggeriert, dass ich eine ungewöhnlich starke Vorliebe für Grillhähnchen hätte. Das ist so nicht ganz richtig, funktioniert aber als Gag irgendwie und will einfach nicht aussterben. Ich nehme es inzwischen mit Humor. Allerdings hat es den Nachteil, dass ich nie wieder auf einem Metal-Festival außerhalb des Backstage-Bereiches ein halbes Hähnchen essen kann, ohne entsprechende Kommentare oder Sprüche anderer Besucher zu ernten.

Andere Baustelle. Neben der Metal-Musik ist der Fußball deine große Leidenschaft. Als Osnabrücker bist du natürlich dem dortigen VfL fest verbunden. Aber auch die Frankfurter Eintracht oder die Sportfreunde Lotte sehen dich oft und gern in ihrem Stadion zu Gast. Seit wann spielt Fußball für dich eine wichtige Rolle und gab’s einen Auslöser dafür?

Oh Ja, der Fußball ist neben der Musik mein absolutes Steckenpferd. Mein Papa hat mich schon als kleiner Bub mit ins Frankfurter Waldstadion genommen und ich war sofort von der Ist das generell Atmosphäre begeistert. Vom Sport natürlich auch, auch wenn ich selbst als Spieler eher mäßig begabt war. Natürlich ist das Spiel selbst das Wichtigste, aber oftmals fasziniert mich viel mehr, was auf und hinter den Tribünen passiert. Die verschiedenen Strömungen und Gruppierungen, die Gemeinschaft und Kameradschaft, das soziale Engagement vieler Fangruppen, daß oft nicht wahrgenommen wird. Auch die Rivalität mit anderen Anhängern. Das alles reizt mich sehr.

Du bist ausgewiesener Vielfahrer der Deutschen Bahn. Ist das generell deine bevorzugte Transportart und kriegst du eigentlich mittlerweile Bonusmeilen, wie es die auch für Vielflieger gibt?

Zu 100% ist die Bahn mein bevorzugtes Transportmittel, auch wenn ich trotzdem noch ein Auto besitze. Ist für mich einfach der bequemste, sicherste und stressfreieste Weg, um von A nach B zu kommen. Bonuspunkte kann man da auch sammeln und in der Regel springen dabei genug Punkte raus, um ca. 10x im Jahr ein Upgrade in die 1. Klasse zu kriegen oder mal eine Mitfahrer-Freifahrt für meine Frau rauszuschlagen. Gute Sache.

Trauriges Thema: In der jetzigen Zeit hat sich für uns das Leben radikal verändert. Das „böse C“ nimmt Einfluss auf alles, was wir gerne machen möchten, aber nicht dürfen. Was heißt das konkret für dich und deine Familie als auch das DF?

Das Virus verändert natürlich in erster Linie mein Freizeitverhalten. Ich gehe wahnsinnig gerne auf Konzerte/Festivals und ins Fußballstadion. Beides wird für für lange Zeit nicht möglich sein und das tut schon weh. Man verbringt mehr Zeit zu Hause und ich unternehme mehr Dinge zusammen mit meiner Frau, was natürlich angenehm ist. Für unser Heft bedeutet dies, dass wir wohl erstmal für eine Weile mit schwächeren Verkaufszahlen als auch deutlich weniger Werbeanzeigen im Heft rechnen müssen. Gerade die Konzert- und Festivalveranstalter haben ja für eine Weile nichts, was sie überhaupt bewerben könnten und sicher auch schwer damit zu kämpfen, dass sie solange keine Einnahmen haben, weil so viel abgesagt werden musste. Ein Trauerspiel. Ich hoffe inständig (so wie wir /mz), dass wir da alle irgendwie unbeschadet durchkommen. Clubs, Veranstalter, Bands, Fans und Magazine.

Letzte Frage: Hast du eine lustige Story auf Lager, die du als Redakteur, Fußballfan oder Bahnfahrer in all den Jahren erlebt hast?

Es sind so viele Sachen passiert, dass mir jetzt spontan nix signifikantes einfällt. Was ich aber cool finde: Ich bin ja viel beim Fußball unterwegs und besuche auch ab und zu Spiele in Städten, wo ich absolut niemanden kenne und alleine unterwegs bin. Aber egal wo, ob in Halle/S., Burghausen/Oberbayern oder Völklingen//Saarland: Fast immer werde ich im Stadion von jemandem angesprochen, der mich durch meine Arbeit beim DEAF FOREVER oder früher beim RH kennt und mit dem man dann 1-2 Bier trinken und nett plaudern kann. Das finde ich super, zumal 95% der Leute dann auch wirklich nett sind.

Danke für deine ausführlichen und äußerst interessanten Antworten auf unsere Fragen Frank. Das gesamte Team von Zephyrs Odem wünscht dir und deiner Familie sowie auch dem DEAF FOREVER alles Gute für die nächste Zeit. Auf das wir uns so bald als möglich wieder vor den Bühnen und beim Bier persönlich wiedertreffen, um unserer Leidenschaft zu huldigen. Auf bald.


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