MORTEN BENÖTIGT ANGENEHMEN STUHL - DAS METAL FRENZY 2016 (Tag 1)

16. - 18.06.2016 @ Gardelegen

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Nun war es also endlich soweit: METAL FRENZY!!!

Nachdem ich nun zuerst kaum etwas und direkt vor dem Festival tonnenweise darüber und davon hörte, war ich wirklich äußerst gespannt, ja schon fast euphorisch. Die „kleinen“ Festivals, zu denen ich auch das MF zähle, haben ja immer etwas sehr familiäres an sich. Mann kennt es ja: zumeist nette Leute die zusammen feiern, trinken, bangen...eben alles was dazu gehört. Nun ist man aber ebenso gewöhnt, dass die Auswahl der spielenden Bands eher dem Underground der Szene entlockt wird. Hier jedoch, stand mein „Wow-Effekt“ bereits bei der ersten Betrachtung des Flyers für 2016 klar definiert im Raum. OVERKILL? SODOM? DARK TRANQUILlITY? NAPALM DEATH? PRIMAL FEAR? Und das auf einer Bühne, die bequem in meinen Garten gepasst hätte – also Quasi zum anfassen? Leck mich Fett, das habe ich noch nicht erlebt! Dazu im Detail später mehr.

Das war Gardelegen jedoch noch nicht genug. Man packt noch zwei, drei, vier Schippen mehr drauf, randvoll mit Potenzial, Luxus und einer tadellosen Organisation. Man merkt: es läuft und es geht nun in der dritten Runde auch wieder einen Schritt weiter nach oben, im Puncto Teilnehmerzahl. Dies ist den Veranstaltern auch durchaus zu gönnen und mehr als gerechtfertigt! Doch genug der Vorworte...

Tag eins, Donnerstag - Die Anreise, Das Erwachen, Das Highlight.


So erreichte ich also mit meiner kleinen Truppe Gardelegen und hielt die Augen offen nach irgendeinem Hinweis – den brauchte es gar nicht. Adresse ins Navi und zack, navigierte mich die nette Dame von Maps präzise wie ein Skalpell direkt zum „Gardelegener Erlebnisbad“. Dort „in 2 Minuten angekommen“ sah ich das kleine, aber deutlich sichtbare Hinweisschild auch direkt aufblitzen, ein Blick zur linken: CHECK, wir sind da!

Die erste Kulisse, bei der Einfahrt war bereits der Hammer. Zur Rechten das Freibad, zur linken der bereits vom Vortag gut gefüllte Zeltplatz. Super entspannte Guides und Securitys wiesen uns auch souverän und ohne Probleme, oder Umwege auf dem Zeltplatz ein. Schnell, präzise, stressfrei, ohne Chaos. So muss das laufen. 12 Uhr, die Zelte stehen, der Grill brennt, das Fleisch: fast durch. Warm up bei diversen Hülsenfrüchten und Vorbereitungen für den Startschuss des metallischen Spektakels.
ETERNAL DELYRIA, standen zur Eröffnung des 3. Metal Frenzy in den Startlöchern. Und schmetterten mit einer kraftvollen Mischung aus Power und Death Metal, die ersten sorgfältig gelegten Frisuren durcheinander. Die Stimmung vor der Bühne: Eher bescheiden...Hmmm, schlafen die alle noch?Egal, Soundcheck...Exzellent, so mein erster Eindruck vom gebotenen Klangerlebnis vor der Bühne. Da sah und hörte ich größere Festivals mit weitaus schlechterem Sound. Nun ja, so rasant der Startschuss auch kam, war alles wieder vorbei. 40 Minuten Spielzeit, für einen Opener aus dem Underground vollkommen okay, aber eben auch Dank der relativen Unbekanntheit der Band ein bescheidener Einstieg.

20 Minuten Pause und dann ging es auch schon streng nach Zeitplan weiter. Noch bevor ich dazu kam, das hastige Treiben auf der Bühne während des Umbaus zu begutachten, standen auch schon die zweiten Kandidaten auf der Bühne. Düster und orientalisch. Bretthart und doch exotisch.

Die Berliner MAAT, gaben eine hervorragende Performance zum besten und wurden, nicht zuletzt dank eines zauberhaften BEHEMOTH („ov Fire and the Void“) Covers, heiße Anwärter auf meinen persönlichen Tagessieger des ersten Tages. Empfand das nur ich so? Nein! Guten Morgen Metal Frenzy, voll war der Festplatz vor der Bühne. Wen wundert das aber auch? Ich nenne sie ja gerne auch „Nihilemoth“. Für mich war damit die Besetzung des zweiten Slots zwar nicht gerechtfertigt, dennoch aber sehr willkommen als Weckruf und ein klares Statement über die Qualitätstandards dieses Festivals. Halbe Sachen macht man hier also an keiner einzigen Front. Das überzeugt und macht Bock auf mehr.
Ich war gerade noch dabei die skurrilen Trollwesen von MAAT zu bestaunen, als mir auch schon direkt eine recht kräftige, melodische Stimme von der Bühne entgegen Schlug. Nachdem ich nach feinster Death-Metal-Qualität noch an meinem Verdauungsbier nuckelte, betraten, die mir in Gänze unbekannten, CIRCLE OF WITCHES die Kulissen. Die Heavy Metal / Stoner Barden gaben hier in Gardelegen ihre aller ersten Töne auf deutschem Boden zum besten. Na gut, das wusste ich. Alle anderen allerdings nicht. So war der Bereich vor der Bühne auch direkt wieder fast leer gefegt. Ein Blick Richtung Bierwagen brachte allerdings so einige angetane Zuschauer zum Vorschein und so, wie auch mir, bereiteten die Italiener allen Zuschauern sichtlich Spaß. Bereits bei der dritten Band des ersten Tages wurde also direkt Artenvielfalt im Line Up präsentiert, herrlich, so mag ich das!
Man und ich werde nicht müde, zu erwähnen wie rasant die umbauten um und auf der Bühne abliefen. Da blieb kaum Zeit neue Getränke zu klären, oder mal kurz das Haar zu frisieren – wen kümmert's? Feuer frei und damit auf zum ersten absoluten Pflichttermin des Tages.

Einer meiner Kollegen und mittlerweile guten Freunde aus der Zephyrs Odem Familie, gab mit TORTURIZED ein Killerbrett der sympathischen Extraklasse zum Besten. Das war Death Metal mit Heimspielcharakter, den die Magdeburger Jungs da ablieferten. Nicht nur ich, wurde absolut gefanzoned, sondern auch der beständige Zulauf vor der anfangs eher spärlich besuchten Bühne, zeigte einen deutlich wachsenden Zuspruch, über die vierzig-minütige Spielzeit. Brett as Fuck, gepaart mit der charmanten Art einer liebevollen Ohrfeige – so sind 'se, die Magdeburger.

Mit einer Vielzahl an verschiedenen stilistischen Einschlägen rund um das Thema Death Metal, gaben TORTURIZED also eine absolut souveräne performance mit viel Spaß und Witz für die Sache zum besten – danach fix Shirt und CD cleared, weiter geht’s.
Diesmal finden wir auf dem Plan: BEHEADED und uiuiui...war das ein Soundcheck, oder ist dem Gitarristen die Klampfe ca 30 Sekunden lang aufs Schlagzeug gefallen, während ein äußerst panisch grunzender Typ mit Mikrofon das in orkisch Kommentiert? Na nu bin ick ja ma jespannt...

Ein kurzer Augenblick der Stille hüllte den Festplatz in ein gespenstisches Szenario – Die Wolken wurden dichter, dunkler und die Stimmung schwerer. Der Wind frischte auf und BAM! Plötzlich, so ruckartig der Soundcheck begann und endete, wurde ein Feuerwerk aus kreischenden Gitarren, Artillerie geschossenen Drums und dem gegurgel eines Trollwesens, in die Landschaft entladen. Boah ernsthaft, respekt für die Leistung jedes einzelnen der Herren auf der Bühne, aber dafür war ich noch zu nüchtern. Mehr und mehr entpuppten sich die Malteser aber zu einer recht gewaltigen Mischung aus CANNIBAL CORPSE und DYING FETUS. Mein Haupthaar kam hier wieder nicht zum Einsatz, verführt war ich dazu aber zur Genüge.

Deisem Gewaltmarsch folgte nun erstmal ein allseits angepriesener Flammkuchen, während ich mal meine Running Order aktualisierte. HEART OF A COWARD haben ja scheinbar die Hosen zwei Tage vor dem Festival so voll gehabt, dass dort nun eine Lücke im Ablauf klaffte, welche spontan von SIENCE OF SLEEP gefüllt wurde. Diese überzeugten im Vorjahr schon mit einem deutlichen Kontrast zum übrigen Bandaufgebot und waren auch in diesem Jahr für mich eine willkommene Abwechslung nach dem ganzen Geballer vorne weg. Die Braunschweiger ließen hier auch mit dem ersten Ton keine Kompromisse offen. In feinster Deathcore-Mannier wurde hier geschrien, geblasted und gebeatdowned, wie man das eben einfach von den Jungs gewöhnt ist. Das alles aber eben mit dem Charm und dem Witz einer neuen, anderen Generation von Metalfans, die ihre ganz eigene Interpretation des extremen gefunden haben. Fett as Fuck, weiter so!

Unterm Strich bin ich also nicht traurig und fand diesen einen sehr fairen, sowie sehr willkommenen Spontantausch im Billing. „Wie geht’s denn weiter?“ fragte mich einer meiner Random-Mit-Metaller, als ich gerade ein Paar Notizen auf die Running Order kritzelte. Ein kurzer Blick brachte Klarheit und einen sofortigen Fluchtreflex...Ich antwortete: EISREGEN, woraufhin wir zeitgleich mit „NOPE“ reagierten und auf dem Hacken kehrt machten, nachdem wir beschlossen uns bei DARK TRANQUILLITY wieder vor der Bühne zu treffen. Und die waren selbst aus der ferne noch furchtbar...was hier allerdings meinen persönlichen Geschmack und keine qualitative Wertung darstellt, wem es gefällt – Bitteschön.
Und nun endlich, der erste von allen ersehnte Headliner des Metal Frenzy 2016. Zugegeben, ich hatte im Vorfeld recht wenige Berührungspunkte mit DARK TRANQUILLITY sammeln können. Ein kurzer, intensiver Lauschangriff auf der Hinfahrt reichte mir aber vollkommen, um DT in meinem Pflichtprogramm mit einer „priority-mark“ zu versehen. Und Hell, das war so was von goldrichtig. Da wurde gehackt, geschrummelt, melodiös und episch in anderen Sphären geflogen, nur um im Sturzflug immer und immer wieder einen Genozid der Nackenmuskulatur vor der Bühne zu provozieren. So natürlich auch bei mir, der Zopf war vergessen, ein jedes Haupthaar um mich herum flog, kreiste und ruckte wie wild in alle Richtungen. Und nun kommt das magische, an meinem Erlebnis. Das sonst doch recht verhaltene und sehr entspannte Publikum vor der Bühne war wie ausgewechselt. Auf einmal war der gesamte Bühnenvorplatz gefüllt, nicht zu knapp. Dichte, feiernde Reihen bis in jede Ecke der Pitzone. Herrlich! Genau so habe ich mir das vorgestellt! Dazu die doch recht ergreifende Musik der „dunklen Heiterkeit“ von der Bühne – im wahrsten Sinne des Wortes, ein würdiger Headliner.

Doch den Abschluss des Tages lieferten diese nicht. Auf dem Plan, sozusagen als Rausschmeißer vor der Aftershowparty, standen noch DECAPITATED. Jungs, tut mir leid, ich war Platt und glücklich vom soeben erlebten. So endete mein erster Tag also mit technischem rambazamba Death Metal aus der Ferne.

Das war also Tag eins. Wer hat's nun geschafft mich am meisten zu begeistern? Welche Band hat am fettesten gerockt...? Nun, aufgrund meiner persönlichen Sympathie natürlich TORTURIZED, im Grunde war ich aber definitiv von den Berlinern MAAT am meisten angetan. Glückwunsch und mehr davon!!!
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