Über all die Jahre langweilten mich immer mehr neue Metal-Bands

Frost And Fire, Wind And Rain, Take Me Higher!

Mit ihren zweiten Album "Volume II"haben NEW LIGHT CHOIR aus den Vereinigten Staaten nicht nur mich zum Staunen verdammt. Gesprächsbedarf war daher absolut von Nöten, denn dieser Tage machte bereits neues Demomaterial namens „Pillars“ die Runde, welches den epischen Tiefgang wiederholt im Stande war fortzusetzen! Das Interview habe ich mit John und Chris von NLC geführt, die so freundlich waren mir die Fragen recht ausführlich zu beantworten.
Wie überwältigt ich von „Volume II“ war so sehr ist meine Freude dieses Interview mit Euch führen zu können. Die einzigartigen Verbindungsstränge aus Classic Rock, ursprünglichen britischen Heavy Metal und klirrenden Black Metal Pfaden begeisterten mich vom ersten Augenblick an. Aber welcher Ideenfluss barg sich in Euch bevor ihr mit dem zweiten Werk gestartet seid, was ist der Unterschied zum selbst betitelten Debut New Light Choir?

Chris: John brauchte meine Hilfe um bei einigen Songs die Schlagzeugspuren aufzunehmen, er nannte den Stil damals Dark Rock. Er wollte das Material professionell produzieren und mastern. Dabei beschlossen wir auch weiterhin zusammen zu arbeiten, denn wir hatten bereits viele Ideen voller Kreativität. Die neuen Songs waren zu dieser Zeit noch deutlich mehr in der Gesamtheit von ursprünglichen Heavy Metal beeinflusst und einfach Heavy!

John: Chris hat vollkommen Recht, viele der Songs die wir zu Beginn schrieben war eine Ansammlung von Songs die ich seit 2006 schrieb, der Stil war zu der Zeit deutlich variabler. Ich denke unsere Songs besitzen nun mehr Tiefe, sind kraftvoller, eben fokussierter.


Das Debut hattet ihr selbst veröffentlicht bzw. finanziert?

John: Mein Hauptanliegen war es erstmalig ein paar Songs aufzunehmen zu der Zeit, das Songmaterial reichte weit zurück bis in das Jahr 2005. Wir hatten kein Anliegen die Band groß zu vermarkten, so gaben wir ein paar Kopien einigen engen Freunden. Es war zu jederzeit immer ein großer Lernprozess. All dies unterstützte mich unsere Vision für das kommende Album zu konkretisieren, ein fortlaufender Lernprozess eben.

Das Debut zeigte die große Spannweite all der Inspirationen bei NLC! Die Einflüsse reichen dort von Bluegrass bis Heavy Rock und auch die ersten schwarzmetallischen Einflüsse waren wahrzunehmen. Was war der erste Kerngedanke dahinter?

Chris: Ich denke die Idee war einfach einen düsteren Sound zu kreieren, der auch eine gewisse Schwere innehat, die dabei von Bands wie Wovenhand, Trouble und auch frühen Scorpions (besonders deren 70er Jahre) inspiriert wurde. Wir wollten den Faden weiterverfolgen und öffneten uns auch weiteren Anregungen und besprachen diese. Hierzu zählte zweifelsohne auch Mercyful Fate „Melissa“, Rainbow „Rising“ und Enslaved „Frost“. Wenn man einen Plan zeichnen möchte von unserer breit gefächerten Neigung für Heavy Metal öffnet man ganz schnell eine musikalische Galaxie, denn es ist ein spezieller Teil von uns. Es ist monolithisch.

John: Ich begann Gitarre zu spielen als ich 15 Jahre war und der erste Song den ich lernte war Iron Maiden`s „Revelation“. Ich beschäftigte mich immer mehr mit Heavy Metal und Hard Rock über die letzten Dekaden. Ich öffnete mich immer neuen Spielarten dieser Faszination. Das verstärkte sich weiter als ich mit Chris anfing zu proben. Ich denke ich bewege mich nunmehr zurück zu meinen musikalischen Ursprüngen, aber mit größeren musikalischen Wissen und umfassenderen Einflüssen als ich damals begann mich dafür zu interessieren.


Der Bandname passt sehr gut zu dem lyrischen Fundament welches New Light Choir innehat. Welches mich oft an Pagan und Heathen Metal Band`s erinnerte. Wie wichtig sind Euch die Texte und was wollt Ihr damit zum Ausdruck bringen, da in der Gänze Natur Thematiken in der Breite angesprochen werden.
John: Ich habe lange mit mir gerungen einen Bandnamen zu finden der absolut nicht das typische Einerlei widerspiegelte. Der Moment als ich nicht Musik machte und mit dem Bike in der Natur und den Bergen unterwegs war, dort fand ich ihn. Ein Moment eines neuen Lichtes und einer neuen Erfahrung. Der Bandname sollte schlüssig sein und natürlich auch einen Sinn ergeben, sowie Choir (Chor) beinhalten. Vielleicht habe ich mir auch ein Eigentor geschossen und mich bei der Suche nach einem besonderen Bandnamen übernommen und so manch einer nun denkt wir wären eine Gospel-Band. Hehe!! Die Texte sind zweifelsohne ein wichtiger Bestandteil der Bandphilosophie und sie schließen das Songwriting ab. Ich kann am besten kommunizieren über die Texte und mich dadurch ausdrücken, sie sind hauptsächlich von der Natur, die uns tagtäglich umgibt inspiriert. Musik muss für mich die Stimmung gut reflektieren, welche Beides beinhalten sollte, vorantreibend zu sein, sowie in sich gekehrt und melancholisch.

Beim Betrachten der Titel eures Albums fiel mir sofort „Frost And Fire“ auf, es erinnerte mich sofort an Cirith Ungol, aufgrund ihres gleichnamigen zweiten Albums.

Chris: Du bist die erste Person die sich bei unserem Song „Frost And Fire“ an Cirith Ungol erinnerte. John fand den Namen für den erwähnten Song am besten, als er die Texte dafür verfasste. Wir haben uns zu keiner Zeit beraten ob es schlau wäre den Song nach einem Album von Cirith Ungol zu benennen. Ich bin nicht der größte Fan der Band, aber ihr Werk „King Of The Dead“, begleitete mich oft. Als Teenager sprach mich der Bandname, der Albumtitel, das Cover des kultigen Michael Whelan sofort an, noch bevor ich einen ersten Ton dieser zweiten Scheibe von 1984 hören konnte.

John: Die Songs „April Witch“ und „Frost And Fire“ sind inspiriert von Kurzgeschichten aus der Feder von Ray Douglas Bradbury, welcher ein wichtiger Autor gerade im Fantasy Bereich des vergangenen Jahrhunderts war. Er verstarb im Jahre 2012.


Ihr habt Euch im Jahre 2010 gegründet, aber kanntet Euch jedoch schon einige Jahre zuvor, oder? Wie kam es zu Eurer Bekanntschaft?

Chris: Wir lernten uns wohl so im Jahre 1997 oder 1998 kennen, so genau kann ich das jetzt nicht mehr sagen. Ich arbeitete in einem Plattenladen namens Crooked Beat, John und sein Freund Tom kamen dort öfters vorbei. Beide waren bei einer lokalen Underground Radio Metal Show aktiv, beim College Radio Sender, es war mit der Zeit eine sehr vertraute Situation mit Ihnen. Mittlerweile kennen wir Drei uns gute 20 Jahre!

John: Ich kenne Chris nun gute 20 Jahre. All die Jahre teilten wir unseren musikalischen Geschmack. Zu der Zeit als ich mich entschied unser erstes Album „Volume I“ aufzunehmen, war Chris die erste Person welche für mich dafür als Drummer in Frage kam und glücklicherweise war dies die erste und beste Konstellation.


„Volume II“ beherbergt eine große Anzahl an treibenden und melodischen Songs, wie seid ihr in den Songwritingprozess eingestiegen, wie entwickelte sich die bloße Idee zum letztendlichen Album?
Chris: John kam mit den ersten Songideen zu mir. Dann entwickelten wir die Songs gemeinsam weiter, gestalteten die Riffs und weiteren Verse, Refrains und Überleitungen. Wir spielten sie dann immer und wieder zusammen und veränderten sie bis sie uns gefielen. Wir sind mehr oder weniger Perfektionisten und fanden immer etwas was wir verbessern konnten. Dieser Prozess dauerte schon so einige Jahre bis wir schlussendlich zufrieden waren.

Auf der einen Seite klingt ihr recht minimalistisch vom Gesamtsound, beherbergt jedoch eine enorme musikalische Tiefe, Düsternis und Melancholie. Was absolut eine positive Stärke ist und sehr kraftvoll klingt. Was ist Euer Geheimnis dabei?

John: Danke!! Als wir mit der Arbeit zu „Volume II“ begannen, wollten wir das Material vorerst nur für uns aufnehmen. Zu dieser Zeit hörte ich viel von den Schweden um Reverorum ib Malacht und ihrem Erstwerk „Urkaos“ welches mich doch sehr beeindruckte und eine Brücke schlug zu Dark Throne`s „Transilvanian Hunger“ aus dem Jahre 1994. Ich bin seit jeher ein großer Anhänger des Black Metal und ich wollte auch diesen rohen DIY (Do It Yourself) Sound haben. Black Sabbath’s „Volume 4“ war jedoch der Haupteinfluss und wirft seine Schatten auf das Album, akustisch und ästhetisch.

Das meiste auf „Volume I“ wurde geschrieben bevor ich mit Chris zusammenkam, bei „Volume II“ sah das demnach komplett anders aus. Als wir das erste Mal „July Sky“ zusammenspielten, kam mir der Gedanke es klingt irgendwie nach Wovenhand. Im gleichen Moment meinte Chris mein Drumstil würde nach Mercyful Fate klingen. Jeder von uns trägt demnach einen wichtigen Teil zu NLC bei und veredelt so den Gesamtsound.


Nachdem ihr einige Kopien von Volume II selbst vertrieben hattet, seid ihr mit der deutschen, namenhaften Plattenfirma High Roller in Kontakt getreten. Das Kult Label veröffentlichte in der Folge euer Album auf CD und LP, da könnte man nicht wirklich unglücklich darüber sein, oder?

Chris: Absolut nicht! High Roller waren total begeistert und mochten „Volume II“ wahrlich sehr, aus ihrer tiefsten Überzeugung! Wir könnten nicht besser deswegen gestimmt sein. Der Effekt dadurch war einfach fantastisch. Europa und besonders Deutschland reagierte sehr, sehr positiv darauf. All dies hat uns ziemlich umgehauen und wir können uns somit nicht genug bedanken!

Wie kam es zu dem Coverentwurf des Albums, wie seid ihr auf Harry Clarke gekommen?

John: Wir wollten ein schlichtes schwarz/weiß Cover haben, aber waren uns nicht sicher welches Bild wir dafür nehmen. Dabei suchte ich eine Weile im Internet um etwas Passendes zu finden. Ich war sehr vertraut mit Harry Clarke`s (R.I.P) Arbeiten, aber hatte das Bild welches wir letztendlich verwendeten nie zuvor gesehen. Es stammt aus einer Serie von Illustrationen aus einer lyrischen Zusammenstellung namens „The Year`s At The Spring“ und es wurde im Jahre 1920 veröffentlicht. Das Bild sagte für unsere Auffassung genau das aus was unser Album damit ausdrücken sollte, somit passte es perfekt!

Wie ist das Leben bei Euch in Raleigh, was sind die besonderen Dinge die ihr daran mögt und welche eher nicht!

Chris: Raleigh ist eine schnell wachsende Metropole. Viele Menschen zieht es hierher! Besonders jene die in den Vereinigten Staaten einen besseren Wohnort suchen. Denn der Ort liegt kaum eine Stunde von den Gebirgen und Wäldern im Westen entfernt und vom Atlantischen Ozean im Osten. Es gibt auch eine gute Musikszene und jährlich seit 2010 findet hier eines der besseren amerikanischen Musikfeste statt, das Hopscotch Music Festival! Manchmal denke ich Raleigh wächst viel zu schnell. Der Ort muss sich selbst bleiben und nicht mit Hochhäusern zu gepflastert werden.

Da „Volume II“ auch auf Vinyl veröffentlicht wurde, ist meine Frage nach einer Vinyl – Sammlung natürlich absolut notwendig. Wie habt ihr damit begonnen?
Chris: Ich sammele Vinyl seit 1982. AC/DC war die erste Band die in meiner Sammlung eine neue Heimat fand, mein Fokus richtete sich auf deren Frühwerke. Ich sparte all mein Geld um Platten zu kaufen. Meine erste richtige Anstellung war in einem Plattenladen. Als ich 1989 Platten kaufen wollte war ich so sehr bestürzt, als es auf einmal dort keine Platte mehr zu kaufen gab und sie nur Cd`s anboten. Das war das Jahr als ich anfing Cds zu kaufen. Dennoch hatte mein Interesse an Vinyl stets nie abgenommen, wobei ich hier eher gebrauchte Tonträger kaufte. Beim Durchforsten von Plattenläden kamen immer wieder Überraschungen zum Vorschein wie Obliteration „Black Death Horizon“ und Onslaught – „Power from Hell“.

John: In den 80er Jahren sammelte ich viele Tapes und Vinylwerke. Damals war ich sehr froh als es eines Tages die CD zu kaufen gab, denn das springen von Song zu Song mit einer einzigen Taste beeindruckte mich schon sehr. Ich sammele oft viel Vinyl aus den 90er Jahren, vor allem wenn es günstig zu erwerben ist, stilistisch bin ich dabei breit gefächert. Heutzutage höre ich viel Musik auf digitalem Wege, weil es einfach verdammt praktisch ist. Aber die Magie die Vinyl innehat lies mich bis heute allerdings niemals los, deswegen bin ich auch sehr glücklich das unser letztes Album auf Vinyl erscheinen konnte.


Wie schaut es perspektivisch für die Zukunft mit NLC aus? Eventuell schon Material für ein 3.Album auf der Palette?

Chris: Derzeit arbeiten wir an einem 3.Album, da kann ich Dich beruhigen. Wir sind in der Demo-Phase und wollen noch mehr Material für diesen Status aufnehmen um dann alsbald die Dinge zu produzieren. Mittlerweile haben wir bereits mehr Demomaterial vorbereitet als wir in der Endphase von Volume II hatten. (Vor einigen Wochen haben NLC bereits neues Material aufgenommen, Anm.d.Verfassers) Wir hoffen sehr, dass High Roller wieder Interesse bekunden.

John: Wir haben bis dato bereits mehr Material als für „Volume II“ in der Hinterhand. Nun werden wir schauen welche Songs am besten passen. Musikalisch wird es eine logische Weiterentwicklung geben. Ein paar Songs werden heavier sein, andere dagegen deutlich epischer. Es ist uns eine große Freude mit High Roller zusammenarbeiten zu können, es ist eine großartige Partnerschaft, die Zeit wird zeigen wie es weitergeht.


Es ist ja nun kein Geheimnis dass ihr sehr vom klassischen Rock beeinflusst seid, glasklaren Heavy Metal und skandinavischen Black Metal. Wie habt ihr eigentlich begonnen diese Musik zu hören und mit welchen Alben?

Chris: Nach meiner Leidenschaft für AC/DC, entdeckte ich Judas Priest’s – „Screaming for Vengeance“ und Iron Maiden’s – „The Number of the Beast“ in schneller Abfolge. Von dort war es kein allzu langer Weg zum britischen Heavy Metal, der NWOBHM und der sich stetig steigernden Metal Bewegung die quasi die Welt im Sturm nahm. Dann gewöhnte ich mich langsam an extremeren Gesang und hörte mehr und mehr Death Metal, 1992: Entombed’s – „Clandestine“ und Carcass’s – „Necroticism...“. Ich bin nicht der allergrößte Black Metal Anhänger aber „In the Nightside Eclipse“ öffnete mir den den Weg auch für düstere Sounds. Besonders mag ich Enslaved’s Meisterwerk, „Below the Lights“. Über all die Jahre langweilten mich immer mehr neue Metal-Bands und ich ging auf die Suche nach alten unentdeckten Alben, die von mir bisher unberührt blieben. Ich entdeckte wieder alten Heavy Metal und Hardrock für mich im Stile der 70er und 80er, der von vielen Bands ab der 2000er Welle wieder gespielt wurde. Opeth’s – „Watershed“ lieferten für mich die neue Ära des neuen Metal. Mein Verlangen nach Metal ist bis heute ungestillt und ich mich begeistert seit jeher deren Mystik.

John: Der Beginn war wahrlich zäh und langsam. In den 80er Jahren, zu dieser Zeit hörten meine Eltern absolut keinen Ton Rockmusik, so musste ich meinen eigenen Weg gehen und manchmal lief diese Art Musik durchaus im Radio. Soweit ich mich erinnere hatte ich zu Beginn 3 Tapes, Scorpions‘ „Best of Rockers and Ballads,“ Queensryche‘s „Operation: Mindcrime,“ und Iron Maiden‘s „Somewhere in Time“, die ich mir von meinem Taschengeld gönnte. Bei uns gab es einen Radiosender WKNC, welcher einiges an Hardrock und Metal spielte. Freitag Nacht gab es auch die Sendung Chainsaw Rock, die alle Stilistiken des Metal spielte. Ich entdeckte Candlemass, Trouble und Bathory für mich, die deutlich mehr Heavyness inne hatten, als das was ich zuvor kannte. Auch mit den frühen Death und Black Metal Werken machte ich mich vertraut und huldigte jene. Die 3 stärksten Einflüsse bei NLC „Volume II“ sind für mich zweifelsohne Trouble’s „Manic Frustration,“ Darkthrone’s „Transilvanian Hunger,“ und 16 Horsepower’s
„Secret South.“

Zum Abschluß: Welchen Stellenwert hat Musik für Euch? Auch möchte ich Danke sagen an Euch für das wundervolle letzte NLC Album und das beantworten der vielen Fragen. Stay Clean!

Chris: Musik? Du könntest jetzt sagen „Mortal Way of Life“, „Born to Lose, Live to Win“!!!! Cheers!

John: Es ist ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben und das bereits seit als 25 Jahren. Kaum vorstellbar darauf zu verzichten. Besten Dank für dieses großartige Interview! Ebenso danke ich alle Fans die es gelesen haben! Cheers! We salute you!!

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