METAL CHURCH | BLIKSEM | DISTILLATOR

15.05.2016 - Berlin @ Columbia Theater

Wenn die Veranstaltung an diesem schönen Pfingstsonntag mit „Einlass 18:00, Beginn 19:00 Uhr“ angekündigt wird, weiß man als konzerterprobter und leidgeprüfter Besucher solcher Events in Berlin exakt, dass man sich früher einfinden muss, um auch tunlichst nichts zu verpassen. Am Einlass um 18:50 meinte dann Christian nur: „Sag mal, spielen die da „Black magic“? Auch Maacki hörte die Töne, die sich verdächtig nach einer Coverversion aus der frühen Schaffensperiode der kalifornischen Totschläger anhörte und ich dachte nur so bei mir: Wow, ein Set mit einem Cover zu beginnen hat schon Eier und die nietenbehangenen Jungs von Distillator machten eine mächtig gute Figur dabei. Somit freute ich mich mächtig, mehr von dem niederländischen Trio zu hören, die dann allerdings ihren letzten Song ankündigten. Oh, dachte ich mir. Ein lediglich aus 2 Songs bestehender Set? Ungewöhnlich, ober was soll’s…und dass was ich sah und hörte fetzte ungemein. Nur schade halt, das…HALT STOP!!! JETZT REDE ICH!!!

Freunde der Nacht und Konzertveranstalter in der Hauptstadt…so langsam reicht es! Wenn 19:00 Beginn draufsteht erwarte ich auch einen ebensolchen und möchte nicht erleben, dass ich irgendeine Band verpasse, denn ich habe, neben meinem Bock, eine Band in Gänze zu erleben, auch eine journalistische Chronistenpflicht, der ich bei solch einer verdammten Verarsche nicht nachkommen kann. Ich war im Übrigen nicht der Einzige, der Gift und Galle spie…weiter im Text
Dementsprechend früh enternten die Belgier von Bliksem die Bühne, auf die ich mich aufgrund ihres bärenstarken Albums "Gruesome masterpice" im Vorfeld mächtig freute und nicht enttäuscht wurde. Ausgestattet mit einem saufetten Sound gab der Fünfer aus Antwerpen sofort mit "Crawling in the dirt" Vollgas und begeisterten die Leute, vor allem die, die noch nie von der Combo gehört hatten. Vor mir flogen die Haare und auf der Bühne stapfte barfüßig Sängerin Peggy umher, schrie, brüllte und sang sich die Seele aus dem Leib, während die Saitenfraktion um Jeroen, Toon und Jan mächtig Späne machten. Das Tolle an Bliksem ist, dass die Truppe absolut unvorhersehbar agiert und neben bärenstarken Thrashnummern ebenso Retro und vor allem Doom können und gerade das macht den Reiz aus. Klar gab es auch einige kritische Stimmen, vor allem von einem anwesenden Berliner E-Promi, der zuweilen den Viersaiter bei einer ortsansässigen Death Metal Kapelle zupft, was allerdings die großartige Performance der Band in keinster Weise schmälerte. Im Gegenteil, denn wo früher gerade bei Supportbands der hauseigene Garten von Pausenrauchern überflutet war, turnten während des Auftritts der Pommes Barden lediglich eine Handvoll Nikotinsüchtiger umher. Diese verpassten allerdings einen saufetten Auftritt, den ich mit gerne im Juli zusammen mit Sacred Reich noch einmal geben werde. Granatenstark!
Man merkte nun allerdings dennoch, weshalb sich alle hier heute eingefunden hatten, denn die Spannung stieg und bereits bei den ersten Tönen von „Fake healer“ hatten Metal Church den Laden und die Fans voll im Griff. Ich habe selten erlebt, dass eine Band das als lethargisch verschriene Berliner Publikum vom ersten Ton an so gnadenlos unter Kontrolle und zum Mitsingen brachte, wie der Fünfer aus Seattle. Schade war es natürlich, dass das Venue an diesem Abend in meinen Augen und dem Status dieser Legende nicht angemessen gefüllt war, was mir dann allerdings im weiteren Verlauf dieses Wahnsinnsgigs vollkommen Bratwurst war. Im Gegenteil, ich konnte ungeniert mitgröhlen, ausrasten und einfach nur steilgehen, denn neben einer großartigen Setlist präsentierte sich der heimgekehrte Sohn Mike Howe als überirdischer Sänger, der selbst bei den Wayne-Songs wie „Start the fire“ oder „Watch the children pray“ seine überragende Stimme passend in Szene setzte. Leider fielen viele alte Gassenhauer dem Umstand zum Opfer, dass man sich mit Howe auf die Songs seiner Phase konzentrieren wollte, doch zumindest das namensgebende „Metal church“ vermisste ich schmerzlich, ist dieses Album doch seit seinem Erscheinen 1984 in meiner Alltime Top 5 vertreten. Sei’s drum…

Wer solche Kracher wie „Date with poverty“, „Gods of second chance“ oder dem mir einen Schauer über den Rücken jagende „Beyond the black“ im Repertoire hat, kann sich der Unterstützung der Fans mehr als gewiss sein. Da ist es auch „verziehen“, dass sich 3 neue Songs des etwas zähen „XI“ Albums „einschmuggelten“, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Das diese allerdings bei „Badlands“ den Siedepunkt erreichte, dürfte auch dem Letzten hier Anwesenden klargeworden sein. Alles sangen mit, die Matten flogen und man vergas für einen Augenblick, das Metal Church für ein lediglich auf der Front bedrucktes Leibchen satte 25 Euronen aufriefen und damit meine Laune ein klein wenig schmälerte. Dass die Band aber direkt nach diesem schweißtreibenden Gig sich die Zeit nahm, um mit den Fans zu feiern, Autogramme zu schreiben und für Fotos zu posieren, lies diesen Wehrmutstropfen schnell verblassen. Ein großartiger Abend, dem fast das Prädikat „legendär“ zuteilwerden könnte.
Fake healer
In mourning
Start the fire
Reset
Gods of second chance
Date with poverty
No tomorrow
Watch the children pray
No friend of mine
Killing your time
Beyond the black
Badlands
The human factor

METAL CHURCH "XI" Review
METAL CHURCH Classic Review
BLIKSEM "Gruesome masterpiece" Review

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