ROSS THE BOSS | ANCILOTTI | FIRE | SHADOWBANE

08.03.2017 – Hamburg @ Club Bahnhof Pauli

Zurück in der muggeligen Zweitwohnung!

Als wir den von uns mittlerweile ins Herz geschlossenen urgemietlichen Club Bahnhof Pauli betraten, waren Shadowbane schon am ackern. Also rasch das Bläsgen entleeren, Bier für die Neubefüllung geordert und dann ab vor die Bühne, wo sich schon zahlreiche bekannte und unbekannte Gesichter versammelt hatten. Shadowbane waren gut. Feiner Opener, aber leider auch nicht viel mehr. Der Sangesknabe am Mikro machte einen wirklich guten Job und auch die anderen Musiker standen dem in nichts nach. Aber irgendwie wollte der Funke zu mir nicht überspringen. Vielleicht lag es ja an der Optik, denn der Vierer sah so gar nicht Metal-mäßig aus und wirkte auch sonst ziemlich gestellt. Aber was solls. Für'n Anheizer schon mal mehr als akzeptabel.

Es folgten Fire, Lokalmatadore aus Hamburg. Musikalisch alles im grünen Bereich, aber der Mikrofonhalter ging mal gar nicht. Null Präsenz mit eher unterdurchschnittlichem Organ. Wäre der Herr einige Jahrzehnte früher im sozialistischem Teil Deutschlands angetreten, hätte es sicher nicht mal für eine Auftrittserlaubnis im unteren Bereich gelangt. Schade für die restlichen Mugger auf der Bühne. Dass die ihr Handwerk verstehen, hörte und sah man sofort. Hätte ich was zu sagen, hab ich aber nicht, ich würde nach einem neuen Stimmenakrobaten Umschau halten.

So landeten wir rasch vorm Club um das ein oder andere Lungenstäbchen zu erhaschen und uns prächtig mit Gleichgesinnten zu amüsieren. Der Hammer war ein Typ um die 50, der meinte Fire wären eine Nachwuchskapelle und einfach nicht mitbekommen hatte, in welchem betagten Alter sich die Herren schon befanden. Der wollte sogar wetten. Hmm, manchmal frage ich mich, ob es nur der Alkohol ist oder doch andere bewusstseinserweiternde Substanzen da eine Rolle spielen. So what. Lustig wars allemal und wir stiegen die Treppen zum Bahnhof Pauli wieder hinab.

Dort beackerten bereits Ancilotti die Bühne. Die Italiener brauchten anfangs etwas um bei mir wirklich zu punkten. Dann allerdings taten sie es vollends. Etwas kauzig agierte der Herr am Mikro. Irgendwie erinnerte er mich an Achim Menzel, halt nur mit Langzottelfrisur. Auch seine Mimik lud das ein oder andere Mal zum Schmunzeln und Vergleichen ein. Aber immer voll symphytisch. Nach gut 5 Minuten hatte das Publikum, eingeschlossen meiner einer, die Band um "Achim" ins Herz geschlossen und sicherlich einige Freunde dazu gewonnen, wie man auch am Merch-Stand feststellen konnte. Klasse Gig der Stiefelländer und so waren wir gut vorbereitet auf Manowar...ääähm Ross The Boss.

Ross The Boss, Gründungsmitglied von Manowar, hat sich eine dufte Truppe zusammengestellt. Im Vorfeld hörte man nicht wirklich viel Gutes über den neuen Sänger. Vielleicht auch deshalb, weil der, der im vorigen Jahr beim Headbangers Open Air dabei war, einen verdammt guten Job machte. Also waren wir gespannt. Neben Ross The Boss saß Rhino, ein weiteres langjähriges Mitglied von Manowar an den Drums. Den Bass zupfte der Bassist von Symphony X (!). Und so begannen die Herren zu lärmen.

Der neue Mann am Mikro heißt Marc Lopes und ist bisher doch eher unbekannt. Mir sagte er und seine Vita jedenfalls nichts. Wenn möglich, werde ich mich allerdings bessern. Der Typ kommt so geil daher, hat eine enorme Präsenz auf der Bühne, geht absolut routiniert mit dem Publikum um und singen kann er! Ja! Das kann er. Welch eine Sirene! Gezockt wurde ein buntes Potpourri von der ersten Manowar Scheiblette bis hin zu Kings Of Metal. Das Publikum war äußerst textsicher, was eigentlich ja auch nicht anders zu erwarten war. Mr. Lopes agierte ständig mit dem Publikum, heizte die Stimmung auf und stimulierte zum Mitmachen und mitsingen. Die Masse fraß ihm aus der Hand.;-) Lediglich Drummer Rhino kämpfte mit technischen Problemen. Das blöde Mikro, das den Gesamtsound des Drumkits aufnahm (wozu eigentlich???) rutschte ständig aus der Halterung und kam ihm störend zwischen die Knüppel. Der Drumroadie war zwar ständig vor Ort, hatte aber wohl etwas Gafferband vergessen. Die Szene wiederholte sich an die 20-mal, sorgte allerdings auch immer wieder für Erheiterung.

Egal, ein Klassiker jagte den nächsten. Als dann "mein" allererster Manowar - Song "Metal Daze" lief ging ich komplett steil. Was für eine Freude, welch ein Fest. Battle Hyms, Kings Of Metal, Fighting The World, Gates Of Valhalla, Sign Of The Hammer, Hail And Kill. Es nahm einfach kein Ende. Des selbige kam jedoch sehr plötzlich. Ohne Zugabe verließen die Amis die Bühne. Komischerweise nahm ihnen das aber auch niemand übel, alle waren zufrieden und die Band nahm sich noch ausgiebig Zeit für Fotos und Autogramme.

Wir ergriffen die Möglichkeit und "zwangen" das Stimmwunder sich mit uns ablichten zu lassen bevor wir die Ancelotti Truppe enterten um uns das gerade gezockte Vinyl beschriften zu lassen. Und selbst das, für Musiker sicherlich meist etwas nervige Prozedere erfüllte die Band, speziell Achim mit so viel Freude und Herzlichkeit, das uns warm im gestählerten Herzen wurde. Tolle Mugge, super symphytische Typen - geil!

Die nicht mal 20 Takken Eintritt hätten sicher auch 40 sein können, es wäre trotzdem jeden Euro wert gewesen. Sowieso sehr erstaunlich, für wie wenig Geld man oft so unendlich viel geboten bekommt, während anderswo das doppelte und dreifache für relativ dröge 1,5 Stunden Liveprogramm gelöhnt werden muss. Gut, mir solls recht sein, gerecht ist das allerdings nicht.

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