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FINAL CRY – The Ever-Rest (2022)

(7.679) Maik (8,6/10) Thrash Metal


Label: MDD Records
VÖ: 18.03.2022

Stil: Thrash Metal

 

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FINAL CRY sind auch so eine Band, die schon Ewigkeiten im deutschen Metaluniversum herumgeistert, genaugenommen seit fast genau dreißig Jahren. Gut, zwischen den beiden Album-Vorgängern lag ein Dutzend Jahre, wodurch die Band dann auch irgendwie aus meinem Fokus gerutscht war. Umso gespannter war ich auf das neue Album der Niedersachsen, welches heuer beim Kultlabel MDD herauskommt.

„The Ever-Rest“ heißt das gute Stück, und wer bei dem Titel eine alpine Thematik vermutet, hat hundert von hundert möglichen Punkten erzielt, denn schon der Blick auf das Coverartwork bestätigt die Vermutung. Dabei stellt der Plattenname zudem noch ein schönes Wortspiel dar, denn er weist nicht nur auf den Mount Everest hin, sondern bedeutet auch so etwas wie „Die ewige Ruhe“. Und die hat ja so mancher Gipfelstürmer bei seinen Unternehmungen gefunden.

Musikalisch hat sich nicht allzuviel verändert, was vor allem daran liegt, dass immer noch Mastermind Burghardt Sonnenburg für den Großteil der Kompositionen verantwortlich zeichnet. Eine Änderung gab es am Mikro, denn selbiges hat sich mittlerweile Kai Wilhelm gegriffen, der einigen sicher als Schreiberling und Mitgründer des ETERNITY- Magazins bekannt sein dürfte, ebenso als Sänger bei ACROSS THE BURNING SKY.

Seine Stimme passt auch sehr gut zur Musik von FINAL CRY, die einen gediegenen Mix aus treibendem Thrash Metal, gepaart mit starken Anleihen des Melodic Death in den Schnee stanzen. Aggressive Riffmonster, die sich wie eine Lavine durch den Gehörgang wälzen, dann wieder melodische Gitarrenläufe, episch anmutende Parts wie in „Ascending The Avalanche“, Fast Power-Metal-taugliche Songstrukturen wie in „Mallory’s Mask“, old school Thrashattacken wie „Into The Whiteout“ - hier wird definitiv nicht an Abwechslung gespart.

Gerade der letztgenannte Song scheint mir doch das eine oder andere Riffzitat aus den Mittachzigern zu enthalten. Und selbst, wenn es mal nicht so extrem einhergeht, verhindert der fiese, aggressive Gesang ein Abdriften in glattgebügelte Gefilde. Eine nicht auf Hochglanz getrimmte Produktion, die ebenso kalt und frostig wirkt wie das Konzept des Albums, unterstreicht das Ganze. Teilweise klingt die Produktion etwas verwaschen, aber nur für die verwöhnten Ohren der Moderne. FINAL CRAY sind eben, nach dreißig Jahren, immer noch Underground genug, um auf Überproduktion verzichten zu können.

Natürlich tragen Konzeptalben immer ein wenig die Gefahr in sich, dass die Songs auf einem ähnlichen Niveau einhergehen, und kaum ein Song so richtig heraussticht. Teilweise ist das auch hier der Fall, wobei besagtes Niveau hier natürlich recht hoch angesetzt ist.

FINAL CRY haben mit ihrem sechsten Studioalbum ein feines Stück Eisen geschmiedet, welches sowohl den Thrash Metal der alten Schule, als auch die melodischen Aspekte des Melo-Death in sich vereint. Dabei wird einerseits aggressiv nach vorne geschoben, aber auch mit Melodien nicht gegeizt, wie es schon immer der Stil der Band war. Schauen wir einfach mal, inwieweit die alte „Seilschaft“ der Szene-Urgesteine MDD Records, FINAL CRY und ETERNITY-Magazin es schaffen, den Berg zu ersteigen, und ans Gipfelkreuz zu pinkeln.

Anspieltipp: The Ever-Rest“ und „Into The Whiteout“


Bewertung: 8,6 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Brotherhood Of The Rope
02. The Ever-Rest
03. Down The Icefall
04. The Beckoning Silence
05. Seven Summits
06. Ascending The Avalanche
07. Mallory’s Mask
08. Into The Whiteout
09. Words Unspoken

10. This Ending



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