K-M

MEISTER EHDER – Kein Horizont

(7.461) Maik (6,2/10) NDH


Label: Boersma Records
VÖ: 05.11.2021

Stil: NDH
 

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Ehrlich mal, ich bin mittlerweile der Meinung, es gehört ein Gesetz her, welches deutschsprachigen Bands, besonders denen aus der Sparte Neue Deutsche Härte, auferlegt, vor jeglicher Veröffentlichung einen Aufbaukurs „Deutsche Lyrik“ bei der VHS zu belegen. Was da teilweise an lyrischen Ergüssen daherkommt, grenzt mittlerweile an akkustische Körperverletzung.

Eine der Bands, der ich sofort diese Verfahrensweise aufoktroieren würde, sind MEISTER EHDER. Die Band, die sich im mittlerweile auch schon recht überfüllten NDH- Gefilde herumtreibt, stellt meine diesbezügliche Toleranz doch auf eine harte, sehr harte Probe. Entweder wird mit brutaler Eleganzverweigerung gereimt, bis der Hörsturz eintritt, oder es reimt sich mal eben gar nicht. Daß bei Dichtkunst die Grammatik ab und an hinderlich ist, mag ja sein, wenn dann aber zeitgleich sowohl Grammatik, Reimtechnik als auch Versfuß durch kollektive Abwesenheit glänzen,wie im Song „Verlust“, beginnen in meinem Hirn die Synapsen, die mit dem Erfassen von Lyrik beschäftigt sind, so langsam mit der Idee des kollektiven Selbstmordes zu liebäugeln.

Es ist schade, wenn eigentlich recht tiefsinnige Konzepte in merkwürdigen Formulierungen ertrinken. Wie eben in „Fadenkreuz“. Wer die Knarre in der Hand hält, ist eben nicht selbst im Fadenkreuz, sondern selbiges ist das anvisierte Ziel.

Auch im RAMMSTEIN- affinen „Lieb mich“ lassen Textzeilen wie „Lieb mich! Doch Du liebst mich nicht.“ bei mir die ersten Gehörganghämorrhoiden wachsen.

Weitere Kostproben gefällig? „Es gibt Tage, da erinnere ich mich fast nicht mehr. Egal, es ist ja auch schon lange her. Da war’n die Jahre noch so ungewiß…“ Huhhhhh!

„Dann um Mitternacht, hat einer Doornkaat mitgebracht, doch du hast mit Nüchternheit schon Schluß gemacht….“ Reim dich, oder ich beiß dich!"

Tja, man könnte jetzt sagen, scheiß drauf, Abfuck und fort damit, wenn die Band nicht teilweise recht geile Riffs ins Gelände pflastern würde, mit denen sie beim hier tastaturvergewaltigenden Rezensenten schon das eine oder anerkennende Nicken erntet. Nur holen mich die Texte dann doch oft wieder in die tiefsten Höllen lyrischer Verdammis hinunter. Und das finde ich einfach schade. Klar, es gibt auch in Englisch schräge Texte, aber die kann man sich diagonal vorbeihören. Aber in der eigenen Muttersprache schlägt der Horror eben ungebremst zu.  Schade. Muckemäßig geht das eigentlich voll in Ordnung. Lyrisch allerdings nicht. Und dafür gibt es leider Abzug.

Anspieltipp:  „Uhrwerk“ und „Flashbacks“


Bewertung: 6,2 von 10 Punkten


Tracklist:

01. Overtüre
02. Ungleich
03. Fadenkreuz
04. Lieb Mich
05. Kein Horizont
06. Schwer
07. Opfergabe
08. Flashbacks
09. Schlaflos
10. Uhrwerk
11. Verlust
12. Dein Wahres Gesicht



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