NÜSCHT MIT WINTERWONDERLAND - TAG 2



Samstag, 17. Februar 2019

Eine gefühlt nur 45 Minuten lange Nacht später ging es 10.30 wieder auf zum Festival, ein kleiner Umweg über die Autobahn war dem geschuldet, dass ich den Abzweig auf die Straße zu den Frostfeuernächten verpasst hatte; nunja, passiert. Dennoch waren wir halbwegs rechtzeitig wieder auf dem Festivalgelände, so lang war der Umweg dann wohl doch nicht von der Zeit her. So ging es dann in den zweiten Festivaltag mit einem enormen Pensum von mehr als 14 Stunden Bands.

10.40 – 11.20 ARMAGENDA
Ein weiteres Heimspiel für mich, diesmal in die andere Richtung von Rostock aus, nämlich Wismar. Meine Mitreisenden wollten die Band unbedingt sehen, also habe ich mich breitschlagen lassen, so früh wie möglich im KiEZ aufzuschlagen. Hat sich im Nachhinein betrachtet auch gelohnt, auch wenn wegen der frühen Stunde kaum etwas los war vor der Bühne. Insgesamt eine solide Performance, das würde ich gerne ausgeschlafen zu späterer Stunde nochmal erleben wollen.
11.35 – 12.05 SOUL GRINDER (entfallen)
Was macht man, wenn eine Band nicht auffindbar ist? Richtig, überspringen.

12.20 – 13.00 SUCCUBUS
SUCCUBUS aus Neuruppin durften dann wieder Death Metal in den Laden bringen. Hat auch gut geklappt würde ich sagen, das Riffing klang gut, die Vocals waren ebenfalls gut präsentiert. Einzig und allein vom Schlagzeug war ich nicht ganz so überzeugt, das dürfte wohl vorrangig daran gelegen haben, dass auf der Bass Drum irgendwie Sextolen zustand kamen anstelle von gleichmäßigen Schlägen; obwohl vielleicht war‘s ja auch gewollt. Ich würde mir SUCCUBUS definitiv nochmal anhören, sowohl live als auch aus der Konserve. [ingmar]

13:15 – 13:55 DEMONDRIVER
Verdammt - warum habe ich meinen faulen Hintern nicht etwas eher aufgerafft? Leider höre ich von DEMONDRIVER gerade mal noch die letzten beiden Songs, ärgere mich aber aufgrund des Dargebotenen doch sehr, dass ich den Gig nicht in Gänze miterlebt hab. Denn das ist eigentlich genau mein Geschmack: schöner, melodischer Heavy Metal. Musik die zum Headbangen gemacht wurde, was Sänger Iceman auch vom Publikum fordert. Eigentlich unnötig, denn bei derartigen Klängen löst sich der Zopfhalter von ganz alleine und der Nacken beginnt autonom zu kreisen. [steppo]

14:10 – 14:50 GRIMGOD

Auch JASMUND mussten krankheitsbedingt absagen, dafür sprangen GRIMGOD ein. Was die Herren da nun genau an Genre fabrizieren war nicht so leicht einzuordnen, im Prinzip ist es Heavy Metal gemischt mit Southern Rock/Americana. Klingt erstmal etwas gewöhnungsbedürftig auf dem Papier, beim Hören fällt der Südstaateneinschlag zwar auf, reiht sich aber schön in die Spielerei mit ein. Insgesamt schon ziemlich klassischer Metal in Relation zu dem was sonst auf den Frostfeuernächten gespielt wird; die Abwechslung war aber durchaus willkommen.

15:05 – 15:45 HANGATYR
HANGATYR gab dann wieder Black Metal mit melodischen Einschlägen zu Gehör. Thematisch bewegt man sich in der nordischen Mythologie, das Ganze ist auch recht ansprechend umgesetzt, vor allem da die Vocals klar und guttural je nach Bedarf eingesetzt werden. Von der Bühnenshow her war weniger los, dafür war die erzeugte Atmosphäre bei dem Auftritt durchaus dicht. Auch wie die Band mit ihren Instrumenten umzugehen weiß, hat mich an dem Tag am sehr überzeugt.
16:00 – 16:40 CROCELL
Danach gab es zur Abwechslung wieder etwas Melodic Death Metal auf die Ohren. Ebenfalls wie die später auftretenden ILLDISPOSED aus Aarhus kommend, durften CROCELL das Publikum schonmal auf Death Metal aus Dänemark einstimmen. Live hat das zumindest bei mir nicht so ganz gefunkt, kann aber auch an meiner Standortwahl zum Zeitpunkt des Auftrittes gelegen haben. Ich hab die Band später nochmal aus Interesse nachgehört und muss sagen, dass mir das durchaus gefällt, was da geboten wird. Vielleicht können die Dänen ja irgendwann nochmal einen Zwischenstop bei mir in der Nähe einlegen wo die Akustik etwas besser ist.

16:55 – 17:35 THRUDVANGAR
Nachdem THRUDVANGAR letztes Jahr recht überraschend absagen mussten, durften sie ihren Auftritt dieses Jahr nachholen. Insgesamt durchaus solide Performance die die Herren da abgeliefert haben, jedoch gab es da einzwei kleine Sachen die ich bemängeln muss. Erstens gab es (zumindest keine für mich hörbare) Keyboardspur, das hätte auch vom Band kommen können. Jedoch so ganz ohne Keyboard fehlt dem Material der gewisse Touch epicness, zudem ist das Keyboard je nach Titel auch der Hauptmelodieträger, da fehlt einfach was. Zweitens war das Feedback vom Gesangsmikro zu oft zu hören. Klar wenn man sich bewegt kann das schonmal passieren, man muss sein Mikro aber auch nicht unbedingt vor die Monitore oder die Boxen halten, wenn man auf der Bühne umherwandert und nichts zu tun hat.

17:50 – 18:30 NORNIR
Letztes Jahr live in Barth erlebt und eher durch Zufall angehört, da mich die Musik irgendwie angesprochen hat und ich dann doch einfach vom Campingplatz hin zur Bühne bin. Und wie schon damals hat auch dieser Auftritt überzeugen können. Bühnendeko sucht man vergeblich, ich denke auch nicht, dass das bei so einer Band wie NORNIR unbedingt notwendig wäre, denn die Atmosphäre die durch die Songs und die Bühnenpräsenz erzeugt wird, ist schon fast einzigartig und zum Schneiden dicht. NORNIR ist so ein Beispiel für eine Band die es schafft mit minimalen Einsatz maximale Ergebnisse zu erzielen, vor allem wie schon erwähnt im Bereich Bühnenpräsenz, entweder man hat die von Anfang an (so wie hier) oder nicht. Anfang und Ende des Auftritts waren unspektakulär, es wurde einfach angefangen und nach dem letzten Song aufgehört, ganz kurz und knapp, keine Ansagen, kein unnötiges Brimborium, direkt auf den Punkt.

Ich kann es auch nicht beschreiben aber irgendwie sprechen die Songs fast durchgängig irgendwas in mir an, deswegen freue ich mich schon sehr auf den nächsten Auftritt, hoffentlich bei mir in der Nähe. P.S.: Auch schön war mal die kleinen ENGL Ironball E606 hören zu dürfen, klein aber oho kann ich da nur sagen. [ingmar]
18:45 – 19:25 COUNTLESS SKIES
Nun stand technischer Melodic Death auf dem Plan. Die Kombo konnte mich bereits 2016 mit dem Erstlingswerk „New Dawn“ für sich begeistern (Review) und dementsprechend gespannt, war ich auf dessen Live-Darbietung. Schon beim Soundcheck erahnte man den epochalen Stimmenumfang von Basser Phil der damit auch gut an der Wiener Oper sein Tagelohn verdienen könnte. Mit astreinem Sound im Rücken, drehten die Jungs so richtig auf. Hier treffen absolute Spielfreude auf ausgelassene Stimmung im Saal, sodass es für die band ein leichtes ist, das Publikum zum Mitmachen zu bewegen. Mit dem Song „Tempest“ fand sogar ein relativ neuer Track den Weg in die Setlist und machte Vorfreude aufs kommende Album, welches und hoffentlich wieder zur Meinungsbildung bereitgestellt wird. Auch wenn Sie keinen Black – oder Pagan Metal machen, passen COUNTLESS SKIES doch super ins Gesamtkonzept und wussten definitiv zu überzeugen. [steppo]

19:40 – 20:20 KRATER
Nach einer kleinen Atempause (COUNTLESSSKIES sind weder optisch noch musikalisch meine Baustelle) gab es mit KRATER endlich wieder derbe Kost. Vom ersten Ton an brach ein Inferno los, das zum Großteil aus Songs des aktuellen Albums „Urere“ bestand. Highspeed-Bösartigkeit wechselte mit hypnotischem Mid-Tempo, kein großer Firlefanz, genau so mag ich Black Metal. Doch auch wenn die Leute vor der Bühne enthusiastisch reagiert haben, würde ich vermuten, dass KRATER nicht viele neue Fans erreicht haben. Nachdem die beiden Bands davor so unvermittelt viele Menschen begeistert hatten, brauchten diejenigen, die KRATER nicht kannten, wahrscheinlich erst einmal eine Pause und konnten nicht noch eine Band neu für sich entdecken. Ich hingegen fand es klasse und hoffe, dass es bald neue Musik von KRATER geben wird. [jezebel]

20:35 – 21:20 MACBETH
Was soll ich sagen? MACBETH waren für mich im Vorfeld die Band, auf die ich mich am meisten gefreut habe, da ich sie noch nicht live erleben durfte. Und ich sollte keinesfalls enttäuscht werden. In bester Spiellaune entfesselten die Thüringer eine Thrash-Urgewalt und hatten den Mob sofort im Griff. Der Saal war mittlerweile mehr als gut gefüllt und in bester Abgeh-Laune. Es wurde gemosht und gebangt was die Knochen so hergaben. Dazu tut der absolut brillante Sound sein Übriges. Fette Drums, messerscharfe Soli und ein glasklar gemischter Gesang, sodass man wahrscheinlich selbst auf dem Klo jedes Wort verstand und mitgesungen hat. Die Setlist umfasste einen Querschnitt über die letzten Alben – einzig mein Lieblingssong „Kamikaze“ wurde nicht gespielt, aber es war dennoch ein denkwürdiger Auftritt. [steppo]

Wenn man schonmal da ist, kann man ja auch MACBETH mitnehmen; so dachte ich vorher. Nach dem Auftritt kann ich sagen: Mal gut das ich den Auftritt von MACBETH mitgenommen habe. Das was die Herren dort abgeliefert haben war sehr überzeugend für eine Band die schon seit mehr als 30 Jahren (mit Unterbrechungen) besteht. Beim Auftritt merkte man sofort, dass die Musiker viel Spaß hatten und das hat sich auch schnell auf das Publikum übertragen. Von der Abmischung her war es mit eine der Besten des Festivals möchte ich behaupten, es war nahezu alles zu hören. Nach diesem Auftritt kann ich jedenfalls verstehen, warum manch einer auch von weit her angereist ist, nur um diese Band mal live erleben zu können. [ingmar]
21:40 – 22:40 HERETOIR
Trotzdessen ich mich in letzter Zeit immer mehr für Post Black Metal interessiere, habe ich es bisher nicht geschafft meinen Ohren den wohligen Klängen von HERETOIR näherzubringen. Ein kapitaler Fehler! Sänger Eklatanz und seine Mannen schaffen es wie wohl kaum eine andere Band an diesem Wochenende den Zuhörer mit auf eine Reise zu nehmen. In einem Moment wird man noch von schmerzlich-schönen Melodien entführt, im nächsten Moment bricht das Ganze dann aber in eine dunkle, atmosphärische Welt des Leidens aus. Da reicht ein Festivalslot selten, um die volle Wirkung zu entfalten, aber HERETOIR ist es gelungen mich und auch den Großteil des Publikums abzuholen. Die Jungs stehen nun auf meiner Liste . [steppo]

Ich hab HERETOIR schonmal live erlebt als Vorband von KALMAH und schon damals hatten sie mich nicht überzeugt, das hat sich auch dieses Mal nicht geändert. [ingmar]

23:00 – 00:15 ILLDISPOSED
Muss man zu den eierlosen Nutten aus dem schwulen Norden noch große Worte verlieren? Ich denke nicht. Wo Sie sind, sind die Hallen voll, die Boxen aufgedreht und die Kehlen durstig. So auch dieses Mal. Bo und seine Mannen gaben von Anfang an Vollgas und im Saal gabs kein Halten mehr. Gab ja schließlich auch den Geburtstag eines der Gitarristen zu feiern. Auch wenn der Sound und die Performance wie immer top waren, wirkte doch gerade Bo etwas steif und müde. Später verriet er dann „Wir waren gestern in Hamburg und ich habe einen Kater mitgebracht – Prost!“. Trotzdem ein starkes Set mit alten und neuen Hits und natürlich auch dem beliebten „A Child Is Missing“. Ein Auftritt, der dem Headliner Slot durchaus gerecht wurde. [steppo] Ich habe mir nur den ersten Song gegeben, für mehr waren ich und meine Reisegruppe einfach zu fertig. Hat sich aber mehr als gelohnt, auch nur für diesen einen Song zu bleiben, denn endlich konnte ich ILLDISPOSED mal live erleben. [ingmar]
00:30 – 01:15 AD CINEREM
ADCINEREM hatten dann die schwierige Aufgabe, nach dem eigentlichen Headliner mit völlig anders gearteter Musik den Abend zu beenden. Noch weiter erschwert wurde das durch die Verzögerungen im Zeitplan, die bereits nachmittags knapp eine Stunde betrugen und sich immer weiter ausdehnten, sodass aus geplant 00:30 Uhr Beginn so gegen 2 Uhr früh wurde. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Veranstalter ein Auge darauf hat, die Umbaupausen etwas zu straffen und evtl. die 4. Zugabe nach ewigem sich-feiern-lassen der früher spielenden Bands dann doch zu unterbinden. Zumindest eine Ansage, dass auch der letzte Shuttlebus zur Unterkunft später fährt, sodass es rein logistisch überhaupt möglich ist, alle Bands zu sehen und trotzdem ins Bett zu finden, wäre wünschenswert und fair gewesen.

So haben ADCINEREM also vor der FFN-Belegschaft, dem engeren Band-Anhang und weniger als 10 Gästen, die trotz allem ausgehalten hatten, spielen dürfen. Ich kann es keinem verdenken, der das nicht geschafft hat, aber Leute, ihr habt was verpasst! Der atmosphärish dichte Doom/Black Metal des Fünfers aus Dresden verfehlte seine Wirkung auch im Ferienlager nicht und sie spielten mit einem Elan, als hätten sie einen vollen Saal vor sich. Gänsehaut, obwohl es drinnen wahrlich nicht kalt war und dazu die alles erdrückende Heavyness gepaart mit Melodien, die die Gedanken forttragen möchten. Als besonderen Leckerbissen hatten sie das Stück „Death Of A Wanderer“ von der brandneuen EP „Of Earth And Ashes“ in die Setlist gepackt. Wirklich schade, dass dies nicht vor einem größeren Publikum präsentiert werden konnte. Die, die da waren, feierten jedenfalls, als ob es kein Morgen (oder kein späteres Heute?) mehr gäbe und waren sich einig, dass das nochmal ein gelungener Abriss am Ende war. [jezebel]
Auch der Sonnabend hat sich durchaus gelohnt, es gab wesentlich mehr Headliner zu sehen und zu hören als am Freitag. Dennoch krankte auch der Sonnabend an den unnötigen Verschiebungen der Spielzeiten und den daraus resultierenden Abweichungen im Zeitplan. Gerade bei mehr als 15 geplanten Bands ist jede Minute Überziehen eine zu viel und unfair gegenüber den folgenden Bands und auch den Besuchern.

Ebenfalls der dieses Jahr noch längere Spielplan der Bands ist insgesamt nicht unbedingt als schön zu bezeichnen. Einerseits klar das man nicht unbedingt zu viele Bands am Freitag spielen lassen will, wenn eigentlich noch reguläre Arbeitszeit ist. Jedoch finde ich das man die Aufteilung etwas besser gestalten könnte, vor allem vor dem Hintergrund, dass im KiEZ selbst ausreichend Sitzmöglichkeiten am Abend fehlen, zumindest für die Menge an Gästen die vor Ort sind. Das lange Stehen zehrt doch ordentlich an den Kräften, auch wenn man sich etwas bewegen kann auf dem Gelände, das hilft jedoch nur begrenzt. [ingmar]

SONNTAG, 18. Februar 2018
Am Sonntag stand nur noch die Abreise auf dem Plan, also gab es ein entspanntes Frühstück, davor und danach wurde in Ruhe zusammengepackt, der Hausschlüssel wieder übergeben und dann ging es ab in die Heimat, wenn auch mit einem kleinen gewünschten Umweg.

FAZIT / ZUSAMMENFASSUNG:

Nachdem ich 2016 mit den BEARDED BASTARDS das erste Mal den FFN meine Aufwartung machen durfte, hatte mich das diesjährige Line-Up dazu animiert, mir das Ganze auch mal als reiner Konsument zu Gemüte zu führen. Schon damals gefiel mir das Ferienlagergelände mit DDR-Charme, da es sich durch seinen einzigartigen Charakter und den See von den meisten Locations deutlich abhebt. Um den wachsenden Fanscharen Herr zu werden, wurden dieses Jahr zusätzliche Unterkünfte im etwas weiter entfernten KIEZ Frauensee angeboten, welche mit einem extra Shuttleservice auch noch bis in die frühen Morgenstunden gut erreichbar waren.

Das Wetter stand dieses Jahr leider nicht auf WinterWonderLand, dafür aber auf sonnige Tage am See und so genoss man zur Mittagszeit die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres (auch mal ohne dicke Jacke) und sammelte sich dann zum Einbruch der Dunkelheit ums Lagerfeuer, um bei dem ein oder anderen Kalt/Heißgetränk (es gab auch Glühwein) über Thor und die Welt zu quatschen. Aber irgendwann kriegt man ja auch mal Hunger, denn 6 Bier sind nicht für jeden ein Schnitzel. Hierbei konnte man auf ein für die Größe des Festivals reichhaltiges Speiseangebot zurückgreifen; Suppen, Grillgut, Bratkartoffeln und Champignonpfanne. Eigentlich war für jeden was dabei. Das Frühstück war bodenständig, aber ausreichend. Was braucht man denn mehr außer Kaffee, Brötchen und Belag?

Die Getränkevielfalt reichte von Gin Tonic (sogar mit Gurke) bis hin zum klassischen Pils und das alles zu durchaus fairen Preisen, sodass am Ende auch noch was für Merch übrigblieb. Da freut sich das Portemonnaie. Meine Mitstreiter und ich stimmten jedoch darin überein, dass in den Longdrinks gefühlt immer kaum bis keinen Alkohol zu entnehmen war. Hier könnte man mal etwas nachbessern. Zwischendurch war dann auch das Tonic alle sodass es Gin nur noch mit Fanta oder Sprite gab. Trotzdem waren alle bester Laune. Vor allem die Crew, sodass es zu keiner Zeit zu irgendwelchen Reibereien kam.

Ein großes Lob muss man natürlich an unseren Eggi und die gesamte Soundcrew aussprechen. Gab es Freitag noch ein paar Probleme, vor allem mit dem Drumsound, war der Samstags-Sound umso bombastischer. Vielleicht achtet man nächstes Jahr mal stärker auf das Rauchverbot innerhalb der Gebäude und Unterkünfte, denn sowohl im Saal, als auch in den Unterkünften wurden sehr oft Dampfer gesichtet, die einfach nicht warten wollten, bis sie an der frischen Luft sind und so gab es in unserer Unterkunft am Samstagmorgen auch gleich mal Feueralarm. Trotzdem ein Festival mit einem großartigem Gesamtpaket aus fairen Preisen, super Crew und einer einzigartigen Location. [steppo]

Auch dieses Jahr hat sich wieder gelohnt zu den Frostfeuernächte zu fahren, das kleine Jubiläum wurde durchaus gebührend gefeiert. Die Location ist relativ einzigartig von den Festivals her, die ich kenne, dieser leicht spröde DDR-Charme hat was, vor allem, wenn dazu noch gute Musik kommt. Was natürlich ins Auge fällt ist, dass das KiEZ nicht für die Mengen an Besuchern ausgelegt ist, man merkt es zwar, dennoch verläuft es sich recht gut auf dem Gelände und auch im Hauptgebäude selber; wenn man nicht unbedingt mitten im Weg stehen bleibt, heißt das. Vom Wetter her war es dieses Jahr bedeutend angenehmer, da man auch mal draußen sitzen konnte, ohne sich Erfrierungen zu holen. Da musste man nicht unbedingt mit warmem Getränk oder Essen draußen sitzen, damit es erträglich ist.

Bei der angebotenen Verpflegung würde ich mir ein reichhaltigeres Angebot gerade im vegetarischen Bereich wünschen, nur die Pilz- und die Schupfnudelpfanne reichen auf Dauer nicht aus. Die Linsensuppe war zwar vorhanden, jedoch auch schon nach gefühlten 10 Minuten leer, mehr als ein Topf wäre da wünschenswert gewesen. Eine einfache Gemüsepfanne wäre genauso gut machbar und im Gegensatz zu Pilzen hält das auch länger als drei Stunden vor. Zudem gibt es dann auch keine noch halb gefrorenen Nudeln auf dem Teller. Vom Grill würde ich mir dringend noch Geflügel (Huhn und Pute) sowie Rind wünschen, nur Schwein ist mir persönlich nichts. An und für sich sollte sich der Aufwand da auch in Grenzen halten noch was zusätzlich anzubieten, sollte das tatsächlich nicht laufen kann man das ja dann wieder aus dem Angebot nehmen. Preislich war die Verpflegung noch im vertretbaren Rahmen, jedoch weiter nach oben sollte sich das nicht bewegen, da bin ich aus Barth Besseres für weniger gewohnt. Bei den Getränken sind die Preise jedoch absolut in Ordnung und für ein Festival durchaus günstig.

Auch in der Beziehung Rauchen/Dampfen wäre es mir lieber, wenn man a) von sich aus darauf verzichten würde in den geschlossenen Räumen selbst Dampf zu erzeugen, dafür gibt es ja das Zelt direkt vor dem Eingang und b) das Raucherterrarium entweder vom Eingang weg oder wenigstens einen separaten Eingang ohne rauchgeschwängerte Luft ermöglichen würde. Gerade wenn man schon angeschlagen ist, ist es nicht hilfreich jedes Mal durch den blauen Nebel wandern zu müssen, wenn man raus bzw. rein will. Zudem verhindert der jetzige Aufbau mit Zelt vor dem Eingang Querlüften, was gerade beim Sonnabend ab 17 Uhr dringend notwendig wäre. Viele Menschen in einem Raum verbrauchen nun mal viel Luft und erzeugen viel Wärme und Feuchtigkeit, da wäre ein Austausch mit frischer Luft von draußen hilfreich, denke ich. Daran ist auch die Konstruktion der Location nicht unschuldig möchte ich dazu sagen.

Kommen wir zu einem großen positiven und vielleicht auch dem wichtigsten Punkt, Sound (und Licht). Die Ton- und Lichttechniker Ernsti, Eggi und alle weiteren, deren Namen ich jetzt nicht kenne, haben wieder einmal einen hervorragenden Job abgeliefert, da gab es wie immer kaum etwas zu meckern. Dass die Akustik nicht absolut genial ist liegt am Raum an sich, jedoch was dort rausgeholt wurde ich schon erstaunlich dafür dass der Raum eigentlich nur reflektierende Wände hat. Und das Beste ist für mich, dass die Anlage mitnichten bis zum Schalltot gefahren wird sondern man die Musik sogar ohne Gehörschutz lange aushalten kann ohne dauerhafte Schäden befürchten zu müssen. Das Bedarf aus meiner Sicht eines großen Lobes an den Eggers Eventservice sowie Irsins Sound, macht unbedingt weiter so, ich und viele andere werden es Euch danken.

Ein letzter Punkt noch bevor ich meinen Teil abschließe. Ich habe eine Bitte an den Veranstalter und die Crew: Bitte achtet nächstes Jahr unbedingt darauf, dass die Band die Zeiten einhalten. Von mir aus macht die Umbaupausen länger und dann ein zwei Band weniger am Tag, das langt für mich auch. Es ist aber unfair den Besuchern und den nachfolgenden Bands, wenn man Bands überziehen und dann einige (viele) wegen der festen Fahrzeiten die letzten zwei oder gar drei Bands nicht mehr sehen können, weil sie sonst nicht mehr an die Schlafplätze kommen. Längere Umbaupausen auch deswegen, weil zu sehen war das die 15 Minuten im Schnitt nicht reichen, es waren eher 20 Minuten pro Band die dabei nötig waren. Weniger Bands würden zudem auch die Zeiten etwas besser einteilbar machen und den Stehaufwand des Publikums reduzieren.

Ansonsten kann ich abseits der von mir kritisierten Punkte lediglich sagen, es war mir eine Freude wie auch schon im letzten Jahr. Ein großes Lob an Alle die das Festival möglich gemacht haben sowie an Felix Kramer besonders, da die Frostfeuernächte schon das fünfte Mal stattfinden. Ich hoffe da kommen noch viele Jahren dazu und wir sehen uns nächstes Jahr bestimmt wieder. [ingmar]


Das Zephyr's Odem Team

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