06. - 09.07.2016 - Ballenstedt

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Den Freitag begann ich dann ganz entspannt. Da ich zu den konsequenten Core-Verweigerern gehöre ging ich auch dem Opener des Tages, And then she came, aus dem Weg und widmete mich einem für meine Verhältnisse reichhaltigen Frühstück. Als ich dann vor der Bühne ankam prügelten die Trasher von Dust Bolt gerade ihren ersten Song durch und die Menge feierte die Jungs trotz der relativ frühen Stunde schon ab. Auch wenn Olaf und Marky sich beim neuesten Release etwas uneinig waren, live wurde ich auf alle Fälle mehr als unterhalten. Wach war ich nun auf jeden Fall.

Als nächstes waren die Faluner Powermetaller an der Reihe. Nein nicht Sabaton, sondern Twilight Force und legten sich ins Zeug. Ja, diese Art der Musik ist mir meist zu käsig, aber Christian Eriksson und seine Mannen wussten dennoch zu unterhalten. Schnelle Gitarrenfrickeleien interessieren mich dann eben doch und falls mal ne Seite reißt, dudelt halt der Sänger spontan ins Mikro. Diese Spielfreude übertrug sich dann auch auf das Publikum.
Die selbstmordgefährdeten Engel hauten dann einfach jeden Käse, der sich möglicherweise nach Twilight Force in den ein oder anderen Ohren angesammelt hatte wieder raus. Mit Riffs und Songs, die ohne weiteres von Slayer hätten kommen können, prügelten die Griechen einem jede unnötige Melodie wieder raus. Kein Wunder, dass die letzten drei Alben bei uns mit einem Minimum von 8 Punkten bewertet wurden. Die Suicidal Angels räumte wirklich alles ab.

Kampfar
war eine der Bands, die ebenfalls auf meiner „Must Watch“ Liste standen. Und hui, es hat sich gelohnt. Die Kombination von Black Metal und strahlendem Sonnenschein war zwar mal wieder ein leichter Stimmungskiller, aber insbesondere mit den Gedanken an das abgesoffene Rock am Ring war das dennoch kein Grund nicht ordentlich abzugehen. Die Norweger machten jedenfalls dem Ruf ihres Landes alle Ehre. Für mich ging es nun auch erstmal wieder zurück zum Camp, denn es wurde langsam Zeit fürs Essen. So verpasste ich zwangsweise die Nitrogods als auch Der Weg einer Freiheit. Letztere habe ich nun allerdings schon oft genug gesehen, dass ich damit leben konnte.

Zuerst von mir unbeachtet ging ich nun zu Coppelius, die bei meiner Ankunft gerade beim zweiten Song waren. Mein Mitfahrer hat mir geraten die Truppe anzusehen, da man wohl in der nächsten Zeit nicht viel von ihnen hören wird. „Kreative Pause“ oder so...Nun ja, der Tipp war auf jeden Fall Gold wert, denn die Jungs machten eine Stimmung wie kaum jemand sonst. Sehr schade, dass ich sie erst jetzt wirklich kennengelernt habe, denn so sehr mit dem Publikum interargieren wirklich nicht viele und der Einsatz von Streich- und Holzblasinstrumenten waren mal etwas neues.
Gut, mit Hardrock wie Axxis ihn vom Stapel lassen werde ich wohl einfach nicht mehr warm. Ich sage nicht, dass die Band mies gespielt hat, doch es fesselte mich nicht so sehr. Die Zeit nutzte ich für einen weiteren Gang über das Infield und zum Betrachten der verschiedenen Händler und Fressbuden und später um mir einen guten Platz für Primordial zu sichern.

Die Iren waren ebenfalls Pflicht für mich und sogar das Wetter enttäuschte nicht. Passend zu den düsteren Klängen fielen einige wenige Tropfen und ein leichter Wind strich über die wehenden Haare der Zuhörer. „Empires Fall“ oder „Rome Burns“ hauten wie erwartet rein und das Set war viel zu schnell durchgespielt. „Coffin Ships“ ist wohl leider auch zu lang um es hier in ein 40 Minuten Set zu stopfen. Der Auftritt war eines der wahren Highlights des Festivals und ich will unbedingt mehr davon! Jetzt kam schon wieder Hardrock, sogar mit deutschen Texten, dieses Mal von Kärbholz. Auch hier spare ich mir ein Urteil, da mir einfach die Verbindung zu dieser Stilrichtung fehlt. Also lieber ein wenig hinlegen und die Sonne genießen...

Die Sonne knallt noch immer und mir tropft der Schweiß aus allen Poren. Langsam aber sicher gehen mir die Shirts aus. Egal, Satyricon muss man gesehen haben, also wieder raus aus dem Schatten und vor die Bühne. Neben dem FoH war immerhin ein wenig Schatten, denn der Sonnenbrand vom Vortag schmerzte mittlerweile beim kleinsten Sonnenschein. Black Metal schmerzt hingegen eher selten, sofern er richtig gemacht wird und das ist bei Satyricon schon selbstverständlich. Es wurde viel geredet, aber gerade die Langzeit-Fans dürften sich unterhalten gefühlt haben, wurde doch der Schwerpunkt auf das Meisterwerk „Nemesis Devina“ gelegt. Einige Songs zogen mehr als andere, aber alles in allem war es Unterhaltung Pur!

So, Knorkator waren nun dran. Und das Infield war voll. Es war sogar so voll, dass es schon fast eng wurde. Der Zeltplatz musste fast leer gewesen sein, von ein paar Schnapsleichen abgesehen. Stumpen und seine Mannen gingen wie immer professionell vor, ließen aber ausreichend Platz für Spontanität. Ganz ehrlich, ich will hier nicht Security spielen, denn die hatte alle Hände voll zu tun. Wer den Film 300 kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie sich diese fleißigen Leute gefühlt haben müssen. Crowdsurfende Rollstuhlfahrer wurden später sogar noch mit auf die Bühne geholt. Und die Band? Die legte sich wie üblich ins Zeug. Ein Klassiker nach dem anderen wurde vom Band gelassen, Alf Ators Brut growlte „Böse“ und bei „Wir werden“ oder „Alter Mann“ konnte eh jeder mitsingen. Garniert mit Ansagen, die hier und da schon unter die Gürtellinie gingen, bewiesen Knorkator, dass man ihrer noch immer nicht überdrüssig ist. Kein Wunder, sind sie doch die meiste Band der Welt!

Auf welchem Festival spielen die Halunken von Saltatio Mortis eigentlich nicht? Gefühlt überall sind die jedenfalls zu sehen und ich habe mittlerweile die Nase voll davon. Ja, viele (insbesondere weibliche) Besucher feierten den Auftritt, das Infield war brechend voll, wenn auch nicht mehr ganz so sehr wie bei Knorkator zuvor, aber es gab auch eine Minderheit, die, mich eingeschlossen, eher gelangweilt am Rand stand. Sicher, die Show war eine der besten, die ich von der Band bisher gesehen habe, aber ich habe die Spielmänner einfach schon zu oft gesehen...

Avantasia – ebenfalls ein Publikumsmagnet, aber auch hier musste ich passen. Zum einen war ich übermüdet und hungrig, zum anderen finde ich die (gespielte?) Selbstverherrlichung der Band einfach zum kotzen. Nach den ersten beiden Songs hatte ich genug und ging zum Zelt um mich der Nahrungsaufnahme und einem kurzen Powernap zu widmen. Tobias Sammet und Band spielten ohnehin zwei Stunden, das hält doch keiner aus.

Der Wecker rief mich dann wieder pünklich aus dem Schlaf, denn Fleshgod Apocalypse wollte ich unter keinen Umständen verpassen. Auf dem Weg zur Bühne strömten mir die Massen der Powermetaller entgegen, die nichts für das Erdbeben der Italiener übrig hatten. Eine schon recht kleine aber dafür noch immer energiegeladene Menge feierte nun „King“ „The Fool“ und auch „The Forsaking“. Eine der besten Performances des Festivals und die meisten schienen das verpassen zu wollen? Naja, selbst Schuld. Ich hatte meinen Spaß und kann es gar nicht erwarten die Römer bald wieder zu sehen. Brutal und Atmosphärisch zusammen zieht einfach!
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