Der Witz war ja, dass wir da nie was hingeschickt haben

Wriezen wird mein neuer Lieblingsort! Das im märkischen Oderland angesiedelte Label FDA Rekotz hat es sich zur Aufgabe gemacht, in einer schier unfassbaren Schlagzahl hervorragende bis grandiose Death Metal Alben unters Volk zu streuen, die qualitativ sowas von dermaßen hochwertig sind, dass es mir meine letzte Amalganfüllung raushaute. Eine dieser Veröffentlichungen ist das Debütalbum von Sulphur Aeon namens"Swallowed by the ocean's tide", welches so richtig genretypisch nicht zugeordnet werden kann, was das Album allerdings so unfassbar spannend und einzigartig macht. Also, was lag da näher, als fast die Höchstnote zu zücken, die Band zu kontaktieren und mit Torsten Horstmann aka T. und Martin, aka M., der im gleichen Haus wohnt, ein Interviewtermin auszumachen. Da allerdings auch Death Metaller Weihnachten feiern, verzögerte sich unser Gespräch ein klein wenig, denn auch Einkaufen muss mal sein…
Einkauf erledigt?

T: Hör mir auf. Wir haben beim Mediamarkt fast 25 Minuten an der Kasse gestanden…mein Sohn sagt gerade, das war noch länger. Dann die elendige Parkplatz Situation. Ich hab schon gedacht, dass wird heute nix mehr mit uns. Schnauze voll.

Hat ja aber doch noch geklappt. Alles in allem ist es ja recht mysteriös um Sulphur Aeon. Im Internet findet man ja nicht so viele Informationen über Euch…

T: Beim Metal Archiv kann man schon ein klein wenig recherchieren. Wir haben als Musiker schon einige andere Sachen gemacht, machen die auch heute noch, aber ich wollte halt nicht, dass durch unsere anderen musikalischen Vorleben die Leute uns irgendwie in eine Schublade stecken und falsche Erwartungen geweckt werden. Wir und unsere Musik sollen ganz alleine für sich im Vordergrund stehen und nicht in irgendeiner Form von außen beeinflusst werden. Ich wollte auch keine Bandinfo, die Leute können ja unsere Musik hören dann wissen sie exakt, was wir machen.

Daher auch die Pseudonyme T, M und D um einfach lediglich die Mucke für Euch sprechen zu lassen?

T: Auf jeden Fall

Dann erzählt mir doch mal ein kleines bisschen über Euren bisherigen Werdegang.

T: Eigentlich hatte ich irgendwann von den Sachen die ich vorher gemacht hatte die Schnauze voll, weil es immer wieder auf dasselbe hinauslief und irgendwann hab ich in‘ Sack gehauen und sagte mir: Ich hab die Schnauze voll und schreibe jetzt meine eigenen Songs und mach das nur für mich. Zuhause habe ich mir dann alles eingerichtet und meiner Kreativität freien Lauf gelassen. Daraus resultierte das Demo, welches Martin auch gefiel und ich ihn einfach fragte ob er Bock hätte, mitzumachen…und er war sofort vorbei. Dadurch kam dann auch der Deal mit Imperium Productions zustande. Wir hatten eigentlich keinerlei Pläne mit der Band oder Ziele. Wir wollten auf Nichts hinarbeiten und einfach nur Musik machen. Ich habe dann weiter Songs geschrieben weil Philipp von Imperium meinte, dass er gerne eine 7‘ mit uns noch machen würde und als er dann mal vorbeikam um diese zu hören meinte er nur: Oh scheiße, da müssen wir doch ein Album hinterher machen. Also ok, dann machen wir halt noch das Album. Dann kam noch Daniel unser Drummer dazu, der auch schon die „Deep deep down they sleep“ eingetrommelt hatte und die Mucke ebenfalls geil fand und da war er auch mit an Bord. So werden wir auch bleiben, es wird keine weiteren festen Bandmitglieder geben, da bin ich zu oft mit auf die Schnauze gefallen.
Also selbst bei anstehenden Gigs keinerlei Verstärkung? Wie soll das gehen ohne festen Basser?

T: Da habe ich zwei Leute, die mitmachen werden, die allerdings wirklich lediglich live auftreten werden und nicht am Songwriting beteiligt werden.

Mit Eurem ersten Demo “Sulphur psalms” habt Ihr ja schon mächtig Staub aufgewirbelt, ward Demo des Monats im Rock Hard. War der weitere und recht schnelle Aufstieg da schon abzusehen?

T: Der Witz war ja, dass wir da nie was hingeschickt haben! Es gab ja lediglich 100 Stück von dem Teil und wir haben nie irgendwelche für Reviews oder ähnliches verschickt. Philipp hat das Götz wohl damals in die Hand gedrückt, ich hab keine Ahnung. Jedenfalls bekam ich dann von ihm mal ne Mail von wegen Bandbio, die wir ja nicht haben und irgendwann kam dann das „Demo des Monats“. Wir haben nicht schlecht geguckt, hahaha. Gut, die dort angestellten Vergleich konnte ich nicht ganz nachvollziehen…aber wenn’s den Leuten gefällt…

Nun das erste Album „Swallowed by the ocean’s tide“.Ein Album, Schwarz wie die Nacht, eiskalt, aber dennoch Death Metal, oder?

T: Ja…war das jetzt ne Frage?

Ja klar, denn überall wird von Euch als Death Metal geschrieben und dennoch habt Ihr einen ziemlich starken Black Metal Einschlag…

T: Das kann gut sein. Ich mache mir beim schreiben da keinerlei Gedanken drum, doch von der Stimmung her ist schon was Schwarzes mit drin. Für mich ist es dennoch Death Metal. Die Songs kommen halt, wie sie kommen.
Ist das Album denn so geworden, wie Ihr es Euch selbst erhofft habt?

M: Auf jeden Fall! Allerdings wollen wir natürlich mit dem nächsten Album das Teil noch toppen. Aber im Endeffekt ist es genauso geworden, wie wir es uns vorgestellt haben und was wir wollten.

Ich finde die Scheibe sehr eigenständig und nicht der Masse zugehörig. Wolltet Ihr Euch eine eigene Nische schaffen?

M: Gute Frage

T: Nicht bewusst. Ich setze mich nun nicht hin und versuche zwanghaft, einen originellen Song zu schreiben. Das hört sich vielleicht abgedroschen an, doch ich lasse es einfach fließen. Ich arbeite immer nur an einem Song und habe keine unerschöpfliche Riffhalde, aus der ich mich bediene. Ich will immer erst einen Song fertig haben, bevor ich mich dem nächsten widme. Es ist auf keinen Fall ein Versuch, irgendetwas Neues zu machen oder zu kreieren.

M: Es gibt genug Bands und Leute die auf das ganze oldschool Zeugs stehen und meinen, dieses auch exakt wiedergeben zu müssen. Wenn man sagt, man steht total auf eine Band wie Entombed und muss dann ein Album aufnehmen, was exakt so klingt, das ist nicht unser Ding. Das ist sinnlos.

T: Es gibt eine Menge geiler Bands und es würde mich musikalisch in keinster Weise befriedigen, wenn ich eine meiner Lieblingsscheiben rauf und runter höre und dann meine, einen ebensolchen Song zu schreiben. Das ist witzlos und nicht besonders kreativ. Ich will mit meiner Musik einfach keine langweilige Kopie von Irgendetwas oder Irgendjemand sein. Aber es gibt da draußen leider eine Menge Leute, die exakt so etwas hören wollen.


Auf dem Cover, welches ich absolut brillant finde, da es mich an alte Dan Seagrave Meisterwerke aus den Achtzigern, frühen Neunzigern erinnert, findet sich Cthulhu. Mal davon abgesehen, das ich den Namen bis heute noch nicht einmal fehlerfrei aussprechen kann, was verbindet dieses Fabelwesen mit Eurem Album?
M: Es geht in den Texten hauptsächlich um das Universum, was H.P. Lovecraft gestaltet hat, in dem auch Cthulhu drin vorkommt, den man im Übrigen ganz unterschiedlich aussprechen kann. Dieser fiktive Mystizismus bietet halt eine Unmenge an Spielraum.

T: Man ist total inspirierend und da wir beide riesige Lovecraft Fans sind, schöpfen wir daraus unsere Inspiration. Außerdem passen die Geschichten und die daraus resultierenden Texte perfekt zu unserer Musik. Es würde einfach aufgesetzt wirken und klingen, wenn wir auf ultrasatanisch oder okkult machen würden, da würde ich den Leuten was vorkaspern und ich würde mich dabei unwohl fühlen.


Also ein textliches Konzept auf dem Album?

T: es ist jetzt kein Konzeptalbum im herkömmlichen Sinne, vielmehr Geschichten aus dem Lovecraft Universum.

Da habt Ihr ja dann auf jeden Fall noch reichlich Stoff für weitere Alben…

M: Du sagst es!

Ich hatte in meinem Review einen kleinen Vergleich zu Necrophobic angestellt. Wen nennt Ihr Eure musikalischen Vorbilder?

T: Es gibt natürlich so ein paar Bands, die ich zu meinen absoluten Favoriten zähle wie die alten Death, Carcass, Entombed, Carnage, alte Emperor, also alles Bands, die bahnbrechende Alben veröffentlicht haben, die ich aber nicht unbedingt als musikalische Vorbilder bezeichnen würde. Das sind bei Martin wiederum ganz andere Bands, die dann auch sicher unbewusst in seiner Art des Gesangs mit einfließen.

M: Bei mir sind das ganz klar Morbid angel und auch solche Sachen wieBlasphemy stehe ich total, da können auch viele nicht drauf.
Was ist denn livetechnisch geplant? Du hattest ja eingangs von Sessionmusikern gesprochen, also muss doch da was kommen, oder?
T: Erst mal nur einen Gig, denn eigentlich wollte ich gar nicht auf die Bühne, doch nen guter Kollege hat uns so lange belatschert bis wir klein beigegeben haben und sagten: Ok, dann machen wir diese eine Show, dann hat er seinen Willen und wir unsere Ruhe, hahaha. Das wird schon geil, denn viele Leute meinten, das muss unbedingt auf die Bühne. Doch wir werden jetzt nicht exzessiv auftreten, vielmehr ausgewählte Sachen machen, wenn was reinkommt und dementsprechend prüfen, ob wir da Bock drauf haben. Wir werden definitiv nicht regelmäßig spielen.

M: Das ist mit Sessionmusikern ja auch ein wenig schwierig, denn nach einer langen Zeitspanne zwischen den Gigs musst du sie auch erst wieder reanimieren. Man muss ja dann auch zusammen proben. So einfach ist das nicht.

T: Vielleicht werden wir wirklich einmal im Monat proben, denn ich habe sowieso ganz fähige Leute gefunden, mit denen wir das durchziehen können. Wir gucken mal, was die Zukunft bringt.


Mit FDA Rekotz habt Ihr einen Partner im Rücken, der sich langsam aber sicher einen großen Namen macht und spezialisiert auf Death Metal ist. Eigentlich die vortrefflichste Wahl für Euch, oder?

T: Auf jeden Fall, doch das Album kommt ja offiziell bei Imperium raus, FDA hat irgendwie die Lizenzrechte, bringt die CDs und Shirts raus. Die Zusammenarbeit ist auf jeden Fall hervorragend, denn die Jungs machen ne Menge. Die Promotion läuft, die Reviews kommen, passt perfekt!

M: Die Scheibe steht in den Läden, weil sie mit Twilight auch einen tollen Vertrieb im Rücken haben. Es läuft alles sehr entspannt.


Auf dem Promopic zu Eurem Demo haste aber den Bauch ganz schön eingezogen, oder?

T: Habe ich das? Eigentlich, ist einfach nur scheiße fotografiert, hahaha. Die haben wir hier bei uns im Garten gemacht, wir brauchten ja welche. Aber den Bauch habe ich nicht eingezogen…da steckt keiner großes Konzept dahinter.

Sieht nen bißchen aus wie olle Manowar…

T: Da stehe ich ja auch drauf, hahaha.

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