Die Schwarzwälder waren ja eigentlich bislang für sehr innovativen Folk-, bzw.Blackforest Metal bekannt und in vielen Kreisen berüchtigt und von daher war es eine mehr als große Überraschung, als man plötzlich mit "#YOLO" eine Veröffentlichung vorlegte, die nun so gar nicht in das Finsterforst’sche Konzept zu passen schien und in diversen Medien heftige Shitstürme auslöste. Vollkommen zu Unrecht meines Erachtens nach, denn Humor ist, wenn man trotzdem lacht und dieses Teil verbreitet bei mir bis zum heutigen Tage gute Laune. Dennoch galt es mal gezielt nachzufragen, warum, wieso, weshalb und wofür…und dafür war Frontmann Olli kurz nach seinem Auftritt (noch stilecht mit Fango beschmiert) im Rahmen der letzten Equilibrium Tour genau der richtige Gesprächspartner.

Wusstet Ihr eigentlich, auf was Ihr Euch mit #YOLO einlasst? Ich meine bemerkt zu haben, dass die Szene diesbezüglich ziemlich gespalten ist…

Ist sie das? Wir sind noch gespannt, aber die Reaktionen sind schon sehr gemischt. Das ist uns aber scheißegal und auch vollkommen so beabsichtigt. Wir hatten einfach Bock, diese Scheibe zu machen und wer uns näher kennt, wie Du auch, weiß, dass wir hinter der Bühne ganz andere Menschen sind, als wie wir normalerweise Musik mit ernstem Anspruch machen. Hinter die Bühne sind wir der übelste Haufen Dreckssäcke der ganzen Szene, hahaha. Die anderen Bands sind schon immer tierisch genervt, dass wir nicht aufhören zu labern und Quatsch zu machen…und das haben wir jetzt auf dieser Platte verewigt.
Ich hatte ja heute auf der Bühne eigentlich damit gerechnet, dich nackt auf einer Abrissbirne reitend „Wrecking ball“ singen zu hören…

Der Ball hat aber nicht in den Trailer gepasst und der Arsch passte einfach nicht drauf (lacht). Das wollen ganz, ganz viele Leute sehen, doch ich möchte meiner Mutti noch in die Augen schauen können, wenn ich mal nach Hause komme.

Wie zur Hölle kommt man eigentlich auf die Idee, Miley Cyrus zu covern? Manche Band würde allein für diese Idee gesteinigt werden…

Hm…wo fange ich an. Wer findet Miley Cyrus denn nicht geil? (lacht). Im Ernst…wir hatten die ganze Geschichte schon seit der "Rastlos (2012)" im Hinterkopf und wollten einfach eine Sauf-EP machen. Und je näher das Ding kam sagten wir uns, dass wir ein relativ aktuelles Pop Cover bräuchten, sammelten eine Hand voll Ideen und blieben dann bei „Wrecking ball“, der uns musikalisch am interessantesten vorkam.

Welche Songs standen denn noch zur Debatte?

Irgendwas von Bruno Mars…hmmm…man, ich kann mich jetzt wirklich nicht mehr erinnern (grinst).

Dazu dann noch den Pop-Übervater Michael Jackson, dessen „Beat it“ Ihr absolut fantastisch in Szene gesetzt habt und Deine Stimme besser denn je klingt…
Danke, ich bin’s aber gar nicht, hahaha. Der Song ist auch eine tiefe Verbeugung und gar keine Veräppelung unsererseits, denn Michael Jackson war und IST der König des Pop. Singen tut den Song der Seban, der bei uns sonst für die Flöten und alles andere zuständig ist. Seine hohe Stimme hat dazu einfach großartig gepasst. Mit meinem Gesang haben wir uns da nicht ran getraut, damit machst du keinen Michael Jackson (lacht). Es ist nicht nur Spaß auf der Platte.

Im krassen Gegensatz zu der von Euch avisierten Sauf EP ist #YOLO als Song aber ziemlich szenekritisch, eigentlich gar nicht lustig und vor allem vollkommen konträr zu dem etwas…äääh…merkwürdigen Coverartwork…

Naja, die ersten beiden Songs, die für diese EP entstanden sind, waren „Bottle gods“ und „Hangover“, wir waren also auf dem richtigen Weg. Irgendwie war dann aber der Gag verpufft und es wurde einfach langweilig, sich weiter über irgendwelche Sauftexte den Kopf zu zerbrechen…

…wobei aber gerade „Hangover“ genau wie eine durchzechte Nacht klingt…

Endlich jemand der mich versteht, hahaha. Die Musik zum Song #YOLO stand ja schon und als ich mir Gedanken über den Text gemacht habe, dachte ich mir irgendwann: Scheiße, ich erfinde jetzt einen nordischen Gott, mir ist einfach danach die Leute anzuscheißen, die sich ein Methorn umschnallen, urplötzlich Odin cool finden, noch nie die Edda in der Hand gehalten haben und gar kein Plan von dem ganzen „Gedöns“ haben. Es geht auf keinen Fall gegen Diejenigen, die sich wirklich gezielt mit dieser Thematik beschäftigen, sondern einzig und allein gegen diese ganzen nichts wissenden Mitläufer. Es gibt genügend Bands, die diese Thematik sehr ernsthaft verfolgen,
Solstafir beispielsweise, oder in Deutschland Menhir, die das wirklich ernst meinen, denen wollte ich natürlich nicht ans Bein pinkeln.

Es geht vielmehr gegen diese ganze Party-Pagan Szene, die mir gar nichts gibt und es läuft mir immer ein kleines Tränchen hinunter, wenn wir als Pagan-Band bezeichnet werden. Jedenfalls schrieb sich der Text wie von selbst und ich musste immer wieder lachen, ebenso bei der Aufnahme und beim Vorspielen des fertigen Songs erneut. Ich habe ja schon auf der "Mach dich frei (2015)" ganz viel mit Wortwitz gespielt, was aber nicht sehr Viele verstanden haben. Da muss ich wohl den Berliner in mir noch loswerden. Ich kann Dir aber sagen, dass die nächste Platte sicherlich wieder ganz anders ausfallen wird.
Wie lief denn die Tour überhaupt bis zum heutigen Tage?

Sehr gut, bis auf die beiden letzten Gigs in Polen, die nicht ganz so gut besucht waren, was wohl an den etwas zu hohen Eintrittspreisen lag, aber das kommt schon mal vor.

War denn die gemeinsame Tour mit Equilibrium auch ein klein wenig der engen Freundschaft von Dir zu Robse geschuldet?

Naja, es war schon eine gewisse Motivation für ihn Druck zu machen, dass er uns auf der Tour dabeihaben will (grinst). Aber im Endeffekt ist es immer noch ein Geschäft und wenn die nicht wissen, dass wir auch ein paar Leute mitbringen und eine vernünftige Show machen, dann wären wir mit Sicherheit auch nicht dabei.

Warum spielten dann aber Heidevolk nach Euch?

Weil sie sehr viel bekannter sind als wir. Soweit geht dann der Freundschaftsdienst nun doch nicht und Jost kann viel mehr trinken als Robse, hahaha.

Zurück zur EP…oder LP? Was ist das denn überhaupt für Dich?
Von der Länge her ist es auf jeden Fall ein vollständiges Album, vom Sinn her eine EP, da wir einfach mal was machen wollten, was unbedingt raus musste. Da hat auch die ganze Band von Anfang an mitgezogen und Niemand ist quergeschossen. Von unserem Fußball Song waren nicht alle sooo begeistert, da Einige mit dem Ballsport nichts allzu viel anfangen können und komischerweise haben wir da von den Medien und den Fans selten so wenig ins Gesicht bekommen, wie für diesen Song. Wir hatten Spaß bei dem Song, beim Videodreh und wenn irgendwer meint, sich bei YouTube auskotzen zu müssen: Scheiß drauf! Interessiert uns nicht.

Hast Du aber keine Bedenken, dass es da draußen vielleicht Hörer gibt, die Euch jetzt erst mit #YOLO kennengelernt haben und dann beim Entdecken Eurer alten Songs oder bei einer eventuell erscheinenden neuen Platte, sich „angewidert“ wieder abwenden könnten?

Vielleicht haben diese Leute dann aber so viel Verständnis, die Ernsthaftigkeit in unserer Musik, unseren Texten zu erkennen, um sich dann mit Finsterforst differenziert auseinander zu setzen. Und wenn nicht, dann nicht. Vielleicht kommen dann auch wieder diese von Dir skizzierten Balkan-Klänge vor, denn Simon (Gitarrist) hat einige Zeit in Bulgarien verbracht, was man gerade bei #YOLO auch hört. Aber ein Dauerthema wird das sicherlich nicht.

Wie geht’s jetzt weiter mit Finsterforst?

Hm…gute Frage. Wenn wir Pläne hätten, wären wir nicht die, die wir sind, hahaha.

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