FEAR FACTORY | DEVIN TOWNSEND PROJECT | DUNDERBEIST

12.11.2012 - Berlin @ C-Club

Hätte ich im Vorfeld geahnt, was dies für ein Abend werden würde, hätte ich mir einen Schlüppi zum wechseln eingepackt, denn spätestens nach dem Großmeister Devin Townsend war die Buchse gestrichen voll…so dermaßen geil war der Auftritt des genialen Kanadiers. Doch der Reihe nach. Als ich gegen 18:30 Uhr am C-Club eintraf, konnte ich meinen Augen kaum trauen, verirrten sich vielleicht 15 Leute vor dem Eingang. Hallo? Bei solch einem Package? Unfassbar. Nun ja, ich hatte dann erst mal mit Devin höchstpersönlich mein Interview (kommt noch), danach mit Torgrim Torve und Ronny Flissundet von Dunderbeist, die sich ebenfalls als angenehme Gesprächspartner entpuppten. Als der „arbeitstechnische“ Teil beendet war, gab es aus dem Kofferraum zusammen mit Elmo von den Kamikaze Kings und Voltron Fronter Carlos noch nen Feierabend Bierchen und auch vor der Halle wurde es allmählich voller. Gut so…
Pünktlich um 20:30 starteten die norwegischen Alexander deLarge-Klone (der aus Clockwork orange) mit ihrer energiegeladenen Show und konnten die Anwesenden im bereits mehr als gut gefüllten C-Club a) auf’s Prächtigste unterhalten und b) sich mit dieser tollen Show eine Menge neuer Freunde erspielen. Anfangs noch etwas verwundert guckend aufgrund der Enge mit sechs Bandmitgliedern und 2 Sängern, gingen die Leute gut mit, spendeten mehr als den üblichen Höflichkeitsapplaus und bereiteten den Skandinaviern einen mehr als vergnüglichen Abend, die sich mit einer energetischen Bühnenperformance dafür revanchierten. War ein grundsolider und mehr als cooler Einstieg in diesen Abend, bei demDunderbeist der perfekte Opening Act war.
Bereits während des Umbaus merkte man, dass der Großteil der Leute heute scheinbar wegen Devin Townsend gekommen waren, denn es wurde eng, so richtig eng und als unser aller Kumpel Zilltoid über die Leinwand huschte, der Technoviking seine Show abzog (herrlich, müsst Ihr mal bei YouTube nachschauen) und das Intro langsam anschwoll, knisterte es in der Lust. Dann kam ER und seine Jünger jubelten. Ich habe lange nicht mehr solch einen enthusiastischen Empfang und so eine ausufernde Stimmung erlebt, wie bei dem ewig Grimasse schneidenden Kanadier, der scheinbar unbeeindruckt von seiner spielerischen Fähigkeit permanent Faxen machte, bei jedem Song seine Gitarre wechselte und eine riesige Interaktion mit dem Publikum hatte. Ist natürlich bei einem solchen Monstereinstieg wie „Supercrush!“ auch kein Wunder das die Stimmung nun überkochte und ich mich dabei ertappte, trotz meiner Nikotin Sucht nicht einmal den Saal zu verlassen in der Angst, irgendetwas verpassen zu können. Es wurde getanzt, gescherzt, bei „Planet of the apes“ enthusiastisch mitgesungen, bei „Lucky animals“ die Jazz Hand geschüttelt (was für ein herrliches Bild), bei neuen Monsterhit „Grace“ abgemoscht oder beim abschließenden „Deep peace“ ein kleines Tränchen verdrückt, da der Gig nun dem Ende zuging. Ein Sound wie eine Wand, der einem fast die Gedärme wendete, eine tolle Licht-, Video- und Dia Show, eine arschtighte Band und ein Entertainer per excellence, wie ich ihn schon lange nicht mehr auf einer Bühne bewundern dürfen. Schweißgebadet nahm Devin Townsend die Glückwunsche des ebenfalls ausgepowerten Publikums dankend an, verteilte Kusshände und verschwand leider viel zu früh von der Bühne. Das hätte nicht nur nach meinem Dafürhalten noch mindestens 2 Stunden so weitergehen können. Das war einer der geilsten Gigs, die ich dieses Jahr miterleben durfte. 10 mit Sternchen! Setlist Supercrush!
Kingdom
Regulator
Truth
Planet of the apes
Where we belong
War
Colonial boy
Vampira
Lucky animals
Juular
Grace
Life
Deep peace
Im Biergarten, in dem man sich auf ein kurzes Kippchen traf war die Meinung einhellig: gegen diesen Auftritt konnten Fear Factory nur abstinken und in meinen Augen passierte dies auch…und zwar richtig. Ok, der Sound war auch hier saufett, das Publikum ging gut mit, aber halt nicht ganz so enthusiastisch wie beim Kanadier vorher und ich konnte mich dem Eindruck nicht verwehrten, dass hier weitaus mehr als nur die üblichen Sample Spielchen am Werk waren, denn der Drummer spielte mehrfach ziemlich asnychron zu den meist bekannten Song, wobei man sich solche Rohrkrepierer wie „Linchpin“ ruhig hätte sparen können und stattdessen mit „Cyberwaste“ einen der wohl besten Songs überhaupt hätte spielen können. Lange Rede, kurzer Unsinn. Für die oldschool Gemeinde gab es zwar noch mit „Replica“ und „Self bias resistor“ Altbekanntes, welches aber ziemlich lieblos runtergeprügelt wurde. Überhaupt hatte ich mehrfach das Gefühl, die Jungs aus L.A. waren aufgrund der Publikumsreaktionen bei Mr.Townsend ziemlich angepisst und hatten nicht so rechten Bock. Vielleicht täuschte ich mich auch, doch es passte einfach nicht mehr. Fear Factory haben in meinen Augen ihren Zenit schon lange überschritten, auch wenn die jungen Hupfdohlen vor mir scheinbar für eine neue Generation von Fan stehen und permanent am tanzen waren…so wie in der Disco. Strange. Fazit zu FF: Routiniert, aber unspektakulär und ziemlich ermüdend.

Setlist

The industrialist
Shock
Edgecrusher
Smasher/Devourer
Powershifter
Linchpin
Recharger
Martyr
Demanufacture
Self bias resistor
Pisschrist
Replica

Dennoch war dieser Abend ein unfassbarer Erfolg, denn Devin Townsendwar Gottgleich und Dunderbeist eine echte Überraschung. So macht das Spaß, so macht das Laune und hoffentlich kommt der Sympatikus mal auf eine eigenständige Tour, um die Hallen in Brand zu stecken. Grandios, geil, großartig, atemberaubend. Danke dafür.

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