27.11.2012 - Berlin @ K17

Ich bin eigentlich seit langem kein großer Freund mehr von Obituary, da sich die Jungs weniger auf qualitativ gute Platten, sondern vielmehr auf das ausloten von neuen Geldbeschaffungsmöglichkeiten konzentrieren, doch sei’s drum. Wenn die Todesbleimaschine aus Tampa im Vorfeld verkündet, lediglich Songs von 1989 – 92 zu spielen, muss man einfach vor Ort sein, um das in den Jahren etwas schütter gewordene Haupthaar sanft im Takt zu wiegen. Dies sollte sich allerdings bis zum Hauptact als ziemlich schwierig erweisen.

Denn als erste Band kletterten die Australier von The amenta auf die Bühne und zerbröselten mir mit ihrem merkwürdigen Geflecht aus stumpfem Black/Death Metal mit Keyboards amtlich die Ohrmuschel. Ich bin ein geduldiger Mensch, doch als der Krach auch beim dritten Song nicht abebben wollte, ergriff ich die Flucht in Richtung Bierstand, wie so manch Anderer im noch nicht gerade gut gefüllten Saal.

Leider besserte sich das Bild dann auch noch nicht bei den tasmanischen Teufeln von Psycroptic, die ich seit jeher genial finde und mich tierisch freute, die Jungs mal wieder live zu sehen. Allerdings erschrak ich doch etwas, da das Stageacting gar nicht so flüssig war, sondern die Jungs vielmehr einen ziemlich angestrengten Eindruck machten. Klar sind Songs wie „The colour of sleep“ oder „Lacertine forest“ keine Hausmannskost, dennoch sollte man, wenn man solch einen technisch überragenden Death Metal zockt, ruhig mal etwas entspannter wirken. Außerdem muss sich Frontmann Jason Peppiatt zukünftig selbst mal etwas über den Mund fahren, denn seine ellenlangen Ansagen machten es dem durchaus interessierten Publikum noch schwerer, sich auf die famose Mucke des Vierers zu konzentrieren. Ich fand’s dennoch geil, was nicht alle Anwesenden teilten.

Love it or hate it…so lautet das Motto bei den Horror-Rockern von Macabre, die ich auf jeden Fall schon mal besser erlebt habe. Nach einer etwas ewig anmutenden Umbaupause, da das Trio aus Chicago sein eigene Drumkit am Start hatte, legten Corporate Death, Dennis the menace und Nefarious allerdings mit „Dog guts“ recht amtlich los. Sah das Publikum allerdings nicht so, die scheinbar ausschließlich wegen dem Headliner gekommen waren undMacabre lediglich mit Höflichkeitsapplaus bedachten. Schade, denn „Scrub a dub dub“, „Zodiac“ oder der Rausschmeißer „Vampire of Düsseldorf“ sind Brecher. Blickfang war natürlich erneut Corporate Death, der mit seinem Vokuhila hoffentlich keinen neuen Trend im Death Metal setzen wird. Achja, die absolut furchtbare Version von „Countess Bathory“ hätte man sich auch tunlichst schenken können, da rotiert sogar Cronos vor Furcht auf der Stelle. Ebenfalls ein kleines aber feines Manko war der furchtbar getriggerte Sound der Bassdrum, der meinem Begleiter (Zitat) „den Darm aus dem Arsch drückte“. Geht besser, war aber dennoch nicht verkehrt.

Nun war es angenehm voll als Obituary die Bühne stürmten, um mit „Stinkupuss“ die erste Duftmarke zu setzen. Grundgütiger, war das ein Sound! Wohl einer der Besten, den das K17 jemals erlebt hatte…vielleicht zu perfekt? Nachtijall, ick hör dir trappsen, aber ich will hier Niemanden beschuldigen. Die Leute jedenfalls kreisten aus, kein Wunder bei Megahits wie „Slowly we rot“, „Cause of death“ oder „Chopped in half“. John Tardy bellte wie ein angeschossener Straßenköter, doch wie immer bei einem Gig der Floridianer war das Stageacting so anspruchsvoll, wie ein Stehgeiger auf einem Bierdeckel. Aber das kennt man ja und somit lies man sich mit „Infected“, „Body bag“, „I’m in pain“ oder „Turned inside out“ in seine Jugend zurück katapultieren. Das hatte mächtig Eier, machte Spaß und die Zuschauer drehten für Berliner Verhältnisse ziemlich durch. Erstaunlich. Somit bleibt ein ganz klares Fazit: Alles in Obi!

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