IRON MAIDEN | VOODOO SIX

18.06.2013 - Berlin @ O² World

Eins weiß ich für die Zukunft: Jeder der zu so einem Konzert will und noch kein Ticket hat, kümmert sich zukünftig selbst um jenes welches. Das soll jetzt nicht böse gemeint sein, doch der Hickhack, der sich im Vorfeld des Berlin Gastspiels der eisernen Jungfrauen in der O² World zutrug, war nicht gerade förderlich für mein Nervenkostüm und befeuerte meinen Bierkonsum bereits vor dem Startschuss um ein Vielfaches. Aber bei dem unverschämten Preisen in diesem von mir ungeliebten Betonbunker war ein kleiner vorher zugefügter Pegel durchaus von Vorteil. Was allerdings sehr schön war…ich lernte unfassbar viele coole neue Leute kennen…vom Iron Maiden Fanclub aus der Nähe von Triptis über den Tourmanager von Niefelheim bis hin zu mehreren Fans aus Südamerika (u.a. Venezuela), die extra für Maiden und ein paar Festivals über den großen Teich gejettet waren. Mein tiefempfundener Respekt!

Vorher noch ein schickes Interview mit der Vorband Voodoo Six, die sich als absolut sympathische Zeitgenossen entpuppten (das Gespräch kommt die Tage), noch ein wenig Flüssigverkostung, Jette eingesammelt und los ging es in den Betontopf, der zumindest ein klein wenig klimatisiert wurde, so dass die Schweißperlen ein wenig langsamer rannen, denn draußen vor dem Tore waren es gefühlte 40 Grad.
Pünktlich um 19:30 starteten dann die Engländer von Voodoo Six, deren Hauptaugenmerk selbstverständlich auf dem dritten und aktuellen Album „Songs to invade countries to“ lag und ernteten tatsächlich, wie im Interview bereits erwähnt, mehr als den nur üblichen Höflichkeitsapplaus. Verständlich, denn wer mit granatenstarken Songs wie „Your way“ losrockt, hat sich den Openerslot für die wichtigste Metalband der Welt mehr als redlich verdient. Einzig der Sound war nicht so dolle, was aber weniger der Band, sondern vielmehr diesen hässlichen, Eisbären-verseuchten Klotz lag, in dem man aufgrund der nun doch schon ansteigenden Temperaturen die Eisfläche des Hockey Clubs hätte liegenlassen können. 40 Minuten hatten die von Steve Harris persönlich eingeladenen Jungs Zeit, um die bereits zu ¾ gefüllte Halle von ihren musikalischen Qualitäten zu überzeugen, was ihnen auch gelang. Dennoch freue ich mich darauf, die Jungs auf der angekündigten Clubtour im Herbst diesen Jahres etwas „kleiner“ zu erleben. Ein gelungener Auftritt und ein prima Support und Anheizer für das, was jetzt folgen sollte.

Als durch die Hallenlautsprecher UFO’s Klassiker „Doctor, Doctor“ ertönt wissen die Altvorderen, was nun kommt und als die Deckenbeleuchtung ausgeht brandet riesiger Jubel auf.

Seven deadly sins
Seven ways to win
Seven holy paths to hell
And your trip begins

Seven downward slopes
Seven bloodied hopes
Seven are your burning fires
Seven your desires....
Moonchild” als Opener...Wahnsinn!!! Die Menge geht steil, Bruce Dickinson ist in Geberlaune, tobt über die Bühne, die Rampen und rennt fast Steve Harris über den Haufen, der gut gelaunt auf der Bühne wie ein Irrer herumtobt. Kleine Anekdote dazu: Ein geschätzt 20jähriges Mädel beschwerte sich in der Mitte des Konzerts darüber, dass ihr die Beine vom Stehen wehtun würden. Hallo??? Da toben Mit-Fünfziger über die Bühne, wobei der 57jährige Bassist wirklich permanent in Bewegung war. Also: Maulen verboten!!! „Can I play with madness“, welches ich damals noch vor dem Album als Maxi im Schrank zu stehen hatte kam als nächstes und das Teil klingt 25 Jahre später immer taufrisch. Meine Fresse, ein Highlight jagte nun das Nächste: „The prisoner“, das bis heute in meinen Augen unerreichte „2 minutes to midnight“, „Afraid to shoot strangers“ und natürlich „The trooper“, welches jeder…ich wiederhole J E D E R, der sich auch nur ansatzweise als Metaller bezeichnet, in seinem Repertoire haben muss. Der Sound war mittlerweile auch klasse, doch die Feuersäulen hätten nicht unbedingt sein müssen. Sah ja genial aus, doch wenn man ziemlich weit vorne steht und schon schwitzt wie nach einem Marathonlauf, ist solch eine zusätzliche Hitzequelle ein ziemlicher Skandal…Spaß beiseite.

"Woe to you, Oh Earth and Sea,
for the Devil sends the beast with wrath,
because he knows the time is short...
Let him who hath understanding reckon
the number of the beast for it is a human number,
it's number is Six hundred and sixty six
"

Klar, was den Worten von Horror-Legende Vincent Price nun folgte und erneut ging die Halle steil. Selbst die Sitzplätze hielt es nicht mehr auf Selbigen und alles stand und feierte, auch die Monsterklassiker „Phantom of the opera“, „Run to the hills“ oder „Wasted years“. Mein persönliches Highlight war dann allerdings der Titeltrack des 88er Albums, den ich, so wie viele Andere auch, aus voller Kehle mitsang. „Seventh son…“, wie geil war das denn? Ok, einen recht neuen Song gab es mit „Fear of the dark“ dann doch noch, denn mit gerade mal 23 Jahren war dies wahrhaftig der aktuellste Song in der Setlist der Legenden.

“We shall go on till the end.
We shall fight in the bars,
We shall fight on the streets and Jail's,
We shall fight with GROWING confidence and GROWING strength in the air.
We shall defend our Alcohol whatever the cost may be.
We shall fight on beaches, we shall fight on the landing grounds,
We shall fight in the fields and in the streets.
We shall fight forever,
We shall never surrender”


Aces high“ läutete dann den in meinen Augen etwas knappen Zugabeteil ein, der mit „The evil that man do“ und dem obligatorischen „Running free“ beendet wurde. Achja, Eddie kam natürlich auch zu Ehren, sei’s bei „Wasted years“ als Pistolenschwingender Outlaw oder überlebensgroß als Coverheld des „Seventh“ Albums, dazu eine effektvolle Lichtshow, bei jedem Song wechselnde Backdrops, gaanz viel Pyro- und Feuereffekte und eine Band in absoluter Spiellaune, die sich zum Schluss dann doch etwas beeilte, weil Frontmann Bruce noch einen Tee mit Barack Obama nehmen wollte, der aber auf seiner Berlin Visite scheinbar doch seinen präsidialen Arsch in der Waldbühne zu Bon Jovi verfrachtete

Freunde, erneut haben Iron Maiden bewiesen, WER der dickste Fisch im Teich des Heavy Metal ist. Egal ob ältere Mitbürger, junges Volk in Entombed, Watain oder was-weiß-ich für Bandshirts, alles war am feiern und freuen und ich muss sagen, dass dieser Gig schon fast als legendär zu bezeichnen war und ist. Wir schlenderten jedenfalls mehr als befriedigt aus der Halle, genossen noch das herrliche Abendwetter und waren uns einig, Maiden in einer fantastischen Laune gesehen zu haben. Spektakulär!

Epilog: „Sag mal, bist Du nicht Olaf von Zephyrs Odem?“ Da kommt doch nach dem Konzert glatt der Sebastian von Zero degree auf mich zu, den ich von einem meiner ersten Interviews für ZO her lediglich emailtechnisch kenne. Es ist schon cool, wenn man von Interviewpartnern auch nach längerer Zeit noch erkannt wird.
Moonchild
Can I Play with Madness
The Prisoner
2 Minutes to Midnight
Afraid to Shoot Strangers
The Trooper
The Number of the Beast
Phantom of the Opera
Run to the Hills
Wasted Years
Seventh Son of a Seventh Son
The Clairvoyant
Fear of the Dark
Iron Maiden
Churchill's Speech / Aces High
The Evil That Men Do
Running Free

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