Ugly Kid Joe | Dallas Frasca | Tim McMillan

21.10.2016 – Berlin @ White Trash Fast Food

Mein erster Besuch im White Trash Fast Food und ich war geplättet. Was für ein schicker Laden! Hatte ich bei dem Teil in der Nähe der Berliner Arena immer den Gedanken an eine versiffte Frittenbude, so musste ich gleich bei Betreten der Halle Abbitte leisten. Saugemütlich, mit vielen Devotionalien ausgestattet und einer Bar, komplett aus alten Bäumen gebastelt fühlte ich mich sofort wohl und freute mich wie Sau auf einen gemütlichen Abend, nichtsahnend, welches Gewitter mich in den nächsten Stunden erwarten würde.

Das die Joe’s seit jeher einen großartigen Humor haben, bewiesen sie gleich bei ihrem ersten Opener, denn der in Berlin lebende australische Alleinunterhalter Tim McMillan hatte die Ehre den Abend zu eröffnen, was er auch tat und anfangs auf ein klein wenig Skepsis bei den zu diesem Zeitpunkt Anwesenden stieß. Ein Mann, eine Gitarre und ein herrlich schwarzer Humor sollten aber dafür Sorge tragen, dass die Leute, einschließlich mich, mit einem fetten und breiten Grinsen sich bestens unterhalten fühlten. Mit seiner etwas später zum Set stoßenden Geigenpartnerin Rachel Snow, die ebenfalls in Berlin wohnt, riffte sich der Mann an der Akustikklampfe gekonnt durch ein Medley aus verschiedenen Rocksongs, die mit Buster Rhymes herrlich ironisch angefüllt wurden. Ehrlich, was der Knabe da aus seiner Akustikklampfe an Tönen rausholte, sollte bei vielen anderen Gitarristen die Frage aufkommen lassen, ob sie weiterhin ernsthaft gewillt sind, ihre Karrieren fortzusetzen. Es war ein Spektakel und der große Abschiedsapplaus kam nicht unverdient.
Da war die Australische Kneipenrockerin Dallas Frasca eine ganz andere Hausnummer, denn der hart rockende Bonnie Tyler-Klon setzte auf rauchige Stimme, versiffte Rockriffs und die Macht zweier Gitarren, denn einen Bass suchte man vergebens. Das war auf jeden Fall ne nette Angelegenheit, wenn der Sound dadurch vielleicht noch ein wenig wuchtiger gewesen wäre. Das machte allerdings die Partygöre locker ´mit ihrer tollen Performance wett, die dann auch kurzerhand mal vor der Bühne stattfand und somit das Publikum mehr als begeisterte. Die Menge ging mehr als gut mit und ich habe es selten bei einem Konzert dieser Art erlebt, dass ein Support so gnadenlos abgefeiert wurde. Musikalisch war es mir ein wenig zu langatmig, denn mit Airbourne und AC/DC ist dieses Genre einfach leergefischt, doch das Bart-Banging von Jeff Curren war schon eine recht coole Angelegenheit. Dennoch bleibt auch hier festzuhalten, dass Dallas Frasca ihren Auftrag verstand und die Leute mehr als zünftig anheizte. Mission erfüllt.
Ich war mir im Vorfeld zu diesem Abend nicht sicher, wie viele Leute Ugly Kid Joe noch ziehen würden und machte mich innerlich eigentlich darauf gefasst, mit einigen wenigen Gleichgesinnten dem Abgesang einer einstmals großartigen Band beizuwohnen…doch…ich muss gnadenlos Abbitte leisten, denn der Schuppen war voll, die Band tight wie Sau und Whitfield Crane immer noch so komödiantisch wie anno 93, als ich die Band in einem Club letztmals sah…über das Wacken Desaster in 2013 decke ich mal das Mäntelchen des Schweigens.

Ich jedenfalls rockte gleich zu Beginn zu „Neighbour“ ab wie Schmidts Katze und merkte bereits zu so einem frühen Zeitpunkt, dass mir vor Freude das Arschwasser kochen würde. Die Setlist lies jedenfalls keinerlei Wünsche übrig und bot einen repräsentativen Querschnitt durch die bisherige Karriere der Kalifornier, die neben einem großartigen Sound auch Stageacting vom feinsten betrieben und somit das Publikum zu Höchstleistungen animierte. Natürlich wurde „Cats in the cradle“ lautstark mitgesungen und da machte es nichts aus, dass bei „Goddamn devil“ im Refrain nicht Rob Halford zu hören war wie einst auf dem Album. Auch die tiefe Verbeugung vor Lemmy mit „Ace of spades“ geriet zu einem Triumphzug, wie eigentlich der gesamte Gig. Die Akustikeinlage zum Ende hin war ebenso stimmig wie das danach bei „Everything about you“ völlig ausklinkende Publikum, die diesen Gig zu einer wahren Überraschung werden ließen und Ugly Kid Joe von Anfang bis Ende frenetisch abfeierten. Ein absoluter Überraschungsgig und wahrlich ein Highlight im Jahr 2016!

Intro
Neighbour
Dialogue
Jesus Rode a Harley
C.U.S.T.
Panhandlin‘ prince
She’s already gone
No one survives
Devil’s paradise
Cats in the cradle
I’m alright
Milkmans son
Goddamn devil
So damn cool
Acoustic songs
Ace of spades
VIP
Everything about you

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