Klein aber Fein – Metal ganz groß im Schwarzwald


Tag 1 – Freitag, 25.08.2017

Das Festival begann um 18:00 Uhr unter besten Bedingungen, so blieb das Festivalgelände in Tennenbronn von den in der Nähe wütenden Unwettern verschont und die Temperaturen waren geradezu perfekt, um einen lauschigen, spätsommerlichen Metalabend zu genießen. Den Festivalbesuchern bot sich zum sechsten Mal in Folge abermals ein perfekt organisiertes Festival. Zwischenzeitlich weiß ein jeder Festivalbesucher, der sich nach Tennenbronn im Schwarzwald begibt, dass die Organisatoren und die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne die das Festival nicht zu stemmen wäre, alles aufbieten, damit beinahe kein Wunsch unerfüllt bleibt. Klein aber Fein! Dieses Festival kann sich mit den Großen in jedem Falle messen.

Mit „Grenzen/Los für immer“ eröffnete die in 2013 gegründete 4-köpfige Band aus dem Großraum Kempten das Festival. Ihr geradliniger, schnörkelloser und konsequent dargebotener Deutschrock bot den zahlreichen Besuchern jederzeit die Möglichkeit zum Mitsingen und Feiern. Der Opener ließ sehr schnell erkennen, dass hier Männer auf der Bühne standen, die ihr Handwerk verstehen. Ein würdiger Festivalbeginn. Einfach KLASSE!
Kurz nach 19:00 Uhr dann reihten sich „MAY THE SILENCE FAIL“ in den Reigen ein und überzeugten mit bis ins Detail durchdachten Einflüssen aus Metalcore und Melodic Death. Die Stuttgarter Band zeichnet sich sicherlich dadurch aus, dass die beiden Frontfrauen auf der Bühne energiegeladen und sich jederzeit ergänzend den geneigten Besucher sozusagen einverleiben. Neben des Growlings, welches unvermittelt die entsprechende Härte einbringt, werden wohlklingende Melodien der anderen weiblichen Stimme ins Publikum geschmettert. Der musikalische Unterboden hierzu ist nicht weniger überzeugend und rundet das Gesamtkunstwerk ab. Man sah und hörte sehr deutlich, welchen Stellenwert die Band bereits innehat. Ein sehr kurzweiliger und inspirierender Auftritt. TOP!
Danach, gegen 20:30 Uhr kamen „ANGEL DUST“ auf die Bühne. Die Abenddämmerung setze ein, gerade rechtzeitig, um der Band aus Dortmund den entsprechenden Rahmen zu bieten. Bereits seit den frühen Achtzigern ist die Band aktiv, wenngleich Angel Dust in den vergangenen Jahren eine längere Auszeit nahm. Musikalisch kann Angel Dust sicherlich dem Power-, Speed- und Trash Metal zugeordnet werden, den sie den Fans auch kompromisslos um die Ohren hämmerten. Hier waren ohne Zweifel erprobte Musiker am Werk, unverkennbar. Eine Augenweide zu sehen, wie die Band es verstand das Publikum für sich zu gewinnen und in die Show einzubinden. Dabei wurden neben alten Klassikern auch neue Songs gespielt. Man kann getrost sagen, Angel Dust hat den Charme der alten Tage nicht verloren und bereichern die Metalszene erneut. Wir dürfen ob der künftigen Entwicklung von Angel Dust gespannt sein. An Anhängern wird es dabei wohl kaum mangeln. Schön, Angel Dust sind wieder da!
Dann betrat der Headliner des ersten Festivaltages gegen 22:30 Uhr die Bretter. „GRAVE DIGGER“ welcher Metalhead kennt diese Band nicht? So stehen Grave Digger seit den Achtzigern für die Anfänge des Heavy Metal in Deutschland und dürfen sich zu Recht als Mitbegründer begreifen. So sahen dies auch die zwischenzeitlich zu Hauf vor der Bühne versammelten Fans - ein Fest begann. Zahlreiche Klassiker wurden den Besuchern dargeboten und die Stimmung erreichte mit der Hymne schlechthin „Heavy Metal Breakdown“ aus dem Jahre 1984 ihren Zenit. Was soll man hier noch weiter schreiben, hier waren Profis am Werkeln. Grave Digger waren und sind nach wie vor ein Erlebnis! Ein würdiger Headliner. GRANDIOS!
Den Schlusspunkt und zugleich den Ausklang des ersten Festivaltages setzten ab 00:30 Uhr „THE PRIVATEER“. Die Festivalbesucher hatten nach dem Auftritt des Headliners geradeso wieder Atem gefasst, ließen die Freiburger hier keine Missverständnisse aufkommen und tönten zum Endspurt an. The Privateer zelebrierten nicht nur perfekten Heavy Folk Metal, nein, auch die Bühnenpräsenz ließ dem Besucher kaum eine Chance sich abzuwenden. Eine Riesensause gepaart mit viel viel Spielfreude und Authentizität. SEHENSWERT!

Sichtlich zufriedene Festivalbesucher konnten sich dann gegen 01:30 Uhr vom Festivalgelände abgekämpft entfernen und mit Zuversicht dem zweiten Festivaltag entgegenblicken.

Fazit des ersten Tages:

Das durchweg attraktive Lineup bot mit Sicherheit jedem Besucher die Möglichkeit, sich musikalisch wiederzufinden. Die gesamte Organisation, angefangen vom Sound, Licht über die Sicherheitsvorkehrungen, dem Camping bis hin zum Catering ließen keine Wünsche übrig. Man durfte dem kommenden Festivaltag demnach mit großer Freude aufwarten.
Tag 2 – Samstag, 26.08.2017

Den zahlreichen Campern um das Festivalgelände herum wurde bereits ab 09:00 Uhr die Möglichkeit eines Camper’s Frühschoppen auf dem Campingplatz geboten. Das „Edelweißecho Tennenbronn“ spielte auf und lockte dabei nicht nur Festivalbesucher auf das Gelände. Bei den vorherrschenden Bedingungen konnte auch dieser Morgen nur erfolgreich sein, was man an den Menschenströmen auch erkannte.
Der zweite Festivaltag begann musikalisch mit strahlendem Sonnenschein bei gefühlten 35°. Um 15:20 Uhr betraten „SIRIUS CURSE“ die Bühne. Eine bislang noch unter diesem Bandnamen wenig bekannte Band aus dem rund 30 KM entfernten Rottweil durften als lokale Band den Opener geben. Versierter, rhythmisch erdiger und melodischer Heavy Metal gespickt mit progressiven Einflüssen lockten den ein oder anderen Metalhead trotz der Temperaturen und vielleicht auch eines noch schweren Kopfes vor die Bühne. Headbangen hilft! Dabei ließ es sich Sirius Curse nicht nehmen, jede einzelne der 40 Minuten des Auftritts zu genießen und die sichtbare Spielfreude auf die Besucher zu übertragen, was auch gelang. Ein wahrlich schweres Los, den Tag um 15:20 Uhr zu beginnen, der Qualität des Festivals indes schadete dieser Auftritt jedoch nicht. VERHEISSUNGSVOLL!
„CONCLUSION OF AN AGE“ schlossen sich ab 16:15 Uhr nahtlos dem Opener an und ließen tief in ihre ausgefeilten und technisch hervorragend arrangierten Songs blicken. Die an Alter der Protagonisten noch sehr junge Band aus Rothenburg o.d.T. ordnen sich selbst unter dem Genre „Metal, Modern, Melodic“ ein. Seit 2014 bildet diese Formation eine sehr erfolgreiche Symbiose zwischen hartem, melodischem Metal und geballter Energie in der Bühnenshow. Diese sehr sympathische Band überzeugte durch ihre durchgängige Spielfreude, die den Besucher mit sich riss. MITREISSEND!
Um 17:20 Uhr dann war die Zeit der härteren Gangart eingeläutet. Mit „SOILID“ betrat die in 2007 gegründete Band aus Heidelberg die Bühne und gaben sofort und unmissverständlich zu verstehen, dass Neo-Trash Metal und Hardcore in keiner Weise gegensätzlich sind, vielmehr sehr gut zueinander passen. Bretthart und konsequent lieferte Soilid ab. Sehr zur Freude der vor der Bühne versammelten Besucher, deren Halsmuskulatur ziemlich beansprucht wurde. Ein bis zu diesem Zeitpunkt gelungener Schwenk in eine andere aber sehr dynamische Richtung des Überbegriffs „Metal“. Einfach UMWERFEND!

Metal-Rock aus Sheffield, England sollte die Festivalbesucher ab 18:45 Uhr in ausgereifte melodische Metal-Rock-Sphären entführen. Mit „COP UK“ (Crimes of Passion) stellte dies an diesem frühen Abend kein Problem dar. Eine professionelle Bühnenshow sowie wunderschön arrangierte Songs luden zum Mitsingen und Feiern ein. Hervorzuheben ist neben den weiteren exzellenten Bandmitgliedern sicherlich das Deutsche Bandmitglied Henning Wanner am Keyboard, der sich neben seinen Engagements bei White Lion, Circle To Circle und Jaded Heart einen Namen in der Szene gemacht hat. Die kommenden 75 Minuten versprachen melodischen Hardrock aller feinster Güte und so kam es dann auch. Ein Augen- und Ohrenschmaus. WUNDERBAR!
Ab 20:30 Uhr dann betrat eine der im Moment wohl beliebtesten Bands Deutschlands die Bühne. „MYSTIC PROPHECY“ lieferte auf höchstem Niveau das ab, was man erwarten durfte. Ein Mix aus Power-, Heavy- und Thrashmetal kam über die Besucher hinab wie ein Gewitter. Der unverkennbare raue und dennoch jederzeit melodische Gesang von Frontmann R.D. Liapakis verlieh den eingängigen Songs der Band den hohen Wiedererkennungswert. Musikalisch stehen die Bandmitglieder um ihren Frontmann herum in nichts nach und bilden eine verschworene Einheit. Zu Recht stehen Mystic Prophecy im Moment dort, wo sie sind. Ohne Unterlass wurde das Publikum mitgerissen und verwandelte das Gelände in ein Tollhaus der Emotionen. Songs wie „Metal Brigade, Follow the Blind oder Burnout“, um nur einige wenige zu nennen wurden von den Fans mit jeder Silbe mitgesungen. Ein unvergesslicher Abend. AUSSERORDENLICH GEIL!
Es schien beinahe so, als wäre die vorherrschende Stimmung nicht zu überbieten gewesen, jedoch weitgefehlt. Mit der 2008 in Helsinki gegründeten finnischen Heavy-Metal-Band „BATTLE BEAST“ sollte dies gelingen. Allen voran Noora Louhimo, Frontfrau der finnischen Formation heizte der Metalgemeinde ordentlich ein. Kein Auge blieb trocken, beinahe keinem Metalhead gelang es dabei, sich dem donnernden Groove zu entreißen. Battle Beast knüpften sehr professionell und technisch versiert dort an, wo Mystic Prophecy aufhörte. Das Festivalgelände war zu diesem Zeitpunkt beinahe voll ausgelastet und so war es dem Headliner an diesem Abend ein großes Fest gemeinsam mit den Besuchern den Heavy Metal zu zelebrieren und zu feiern. Die Spielfreude war den Finnen anzumerken und der Funke sprang ein ums andere Mal über. Battle Beast verwandelte den Metalacker in Tennenbronn zum Metal Beast. Abermals ein würdiger Headliner. UNFASSBAR!
„A LONG WAY TO FALL“ traten dann ab 00:30 Uhr auf die Bühne und sollten zum Ende des Festivals nochmals ordentlich einheizen. Erst 2016 in Stuttgart gegründet, ballerte die sehr homogen wirkende Band den durch Battle Beast erschöpften Besuchern feinsten und durchaus eigenwillig markanten Metalcore in die Gehörgänge. Die härtere Gangart eben, deswegen aber um keinen Ton unattraktiver. So standen die kommenden 60 Minuten im Zeichen von hartem Riffing, treibenden Drums und abwechslungsreichem Gesang, der sich durch Growling und melodische Akzente auszeichnete. VIELSAGEND INTERSSANT! Mit „A Long Way to Fall“ fand das diesjährige Metalacker Festival in Tennenbronn um 01:30 Uhr einen wunderschönen Ausklang.

Fazit des zweiten Tages:

Vom Opener bis zur letzten Band des Tages wurde den Besuchern ein durchweg hohes musikalisches Niveau geboten. Das Lineup war an diesem, wie auch bereits am ersten Tag für den Zuhörer vielversprechend abwechslungsreich. Für jeden etwas dabei! Das hohe Niveau der Gesamtorganisation konnte am zweiten Tag ohne jegliche Unterbrechung gehalten werden, was den Organisatoren und allen Mithelfern zu verdanken ist.
Gesamtfazit:

Das Festival „Metalacker Tennenbronn“ ist ohne Zweifel ein Geheimtipp und sollte von jedem interessierten Metalhead besucht werden. Das sechste Festival in Folge zeigt, wie gut sich dieses Festival zwischenzeitlich etabliert hat. Dabei ist es nicht ungewöhnlich zu sehen, dass viele verschiedene Nationalitäten u. a. aus Frankreich oder der Schweiz zum Besucherkreis gehören. Über die Besucheranzahl, die pro Tag geschätzt bei gut 2 bis 2,5 Tausend Besuchern lag, ist der Metalacker zwar noch ein kleines aber gemessen am Lineup sicherlich höchst interessantes Festival gewesen. Es ist den Machern zu wünschen, dass sich dieses Niveau in Zukunft halten lässt, hiervon bin ich jedoch überzeugt. Bei solchen Helfern ohnehin. Dank an das gesamte Team des Metalacker Tennenbronn für zwei unvergessliche Tage!

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