CD-Reviews T-V

THALARION – Dying On The Scorched Plains (2021)

(7.507) Maik (6,5/10) Gothic Doom


Label: Uprising Records
VÖ: 10.12.2021
Stil: Gothic Doom

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Ganze siebzehn Jahre haben die Slovaken von THALARION gebraucht, um den Nachfolger ihres „Hellium“ benannten fünften Albums an den Start zu bringen. Die Gothic-Doomer beginnen dann erst einmal mit einem Intro, welches mir für derartige Mucke allerdings schon etwas zu süßlich vorkommt, dadurch allerdings perfekt in die derzeitige Weihnachtsduselei passt. Kalkül?

Naja, wohl eher nicht, denn das Eingängige, Massenkompatible scheint der Band zu liegen, denn der darauffolgende Song „Burning Pile“ beginnt mit ruhigen folkmäßigen Klängen, die auch eher eine besinnliche Ausstrahlung haben. Dann setzt eine melodisch wuchtige Riffgitarre ein, die dann aber nach ein paar Takten in den Hintergrund verbannt wird, und die Bühne frei macht…für die Trällerelse.

Mädels, ich mein’s nicht böse. Ich habe eine Hochachtung davor, wenn jemand so singen kann. Aber warum ständig dieser Sopranismus im Metal? Immer und immer wieder? Dazu noch die mehr als auf gefällig getrimmte Melodie, dass ich mich hier vor der Tastatur beim Schunkeln ertappe. Leute!

Beim darauffolgenden „Space In Between“ kommt dann plötzlich der rauhbauzige Death-Metal-Growler zum Tragen, im Wechsel mit der Dame. Einzigartig. Das gab es ja noch nie! Ehrlich mal, diese Beauty-and-Beast- Schiene ist doch etwa so originell und neu wie Spekulatius zu Weihnachten. Gut, das Riffing ist hier etwas wuchtiger ausgefallen, zwiebelt allerdings auch nicht wirklich durch.

„Dead But Still In My Heart“ ist, wie der Titel schon vermuten lässt, eine Schnulzballade, bei der wieder der schon erwähnte Gesangsmix eingesetzt wird. Auch hier wieder eingängige, simple Melodien. Und ich will schon wieder schunkeln.

„Fairy Garden“ kommt auch recht getragen daher, während die Sängerin hier auch ab und an in einer tieferen Tonlage singt, die in den gedoppelten Parts etwas an ABBA erinnert. Nur eben ohne Hitcharakter. Das darauffolgende „Wandering Minstrel“ kommt dann tatsächlich etwas flotterer rüber, bedient aber auch eher die Gothicrocksparte. Aber schon nach reichlich einer Minute wird das Tempo wieder gedrosselt.

Spannender wird es nicht. Nee, doch, das abschließende „Into The Nowhere“ hat doch tatsächlich Black-Metal- Anklänge. Das beginnt mit dem Riffing und geht mit dem eher keifend-kreischenden Herrengesang weiter. Nur eben wieder dieses Soprangedöns, das macht den ganzen Eindruck wieder zunichte. Der Song ist recht hart im Vergleich zu den anderen, und irgendwie scheint sich die Band nicht wirklich im Klaren darüber zu sein, in welche Richtung es nun gehen soll.

Alles in allem, ein recht glattgebügeltes Exsudat aus Gothic Rock, Folk und Doom. Bei letzterem dann eher die softere Seite von PARADISE LOST, von den geigenartig weinenden Gitarren auch an alte PYOGENESIS erinnernd. Die rauen Death/Black Metal- Vocals bietet fast die einzigen Härtegrade, denn über allem schwebt eben der weibliche Soprangesang, der mit gefälligen Melodien das Geschehen dominiert.

Herausragende Stellen oder Ideen sind rar gesät, und ergeben insgesamt ein eher unaufregendes Gesamtbild, vielleicht bis auf das abschließende Stück, wo die Kollegen auch mal die Axt aus dem Schrank holen, wenngleich auch mit bunten Schleifchen umwickelt.

Wem das Konzept Gothic- Doom mit gemischt Growl/Soprangesang immer noch nicht zum Hals heraushängt, oder wer von der Sparte nun auch alles braucht, kann sich hier mal längshören.

Anspieltipp: „Wandering Minstrel“ und „Into The Nowhere“ 


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Prelude To Dolorous Scenes (Intro)
02. Burning Pile
03. Space In Between
04. Dead But Still Uin My Heart
05. Fariry Garden
06. Wandering Minstrel
07. Sub Rosa
08. Back To The Light
09. Dying On The Scorched Plains
10. Into The Nowhere



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