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VIANDE – L‘ Abime Dévore Les Âmes (2022)

(7.752) Maik (6,7 /10) Black Death Metal


Label: Transcending Obscurity
VÖ: 15.04.2022
Stil: Black Death Metal

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Das ambitionierte Label Transcending Obscurity steht ja immer dafür, erlesenen Krach auf die Lauschlappen zu bügeln, und so war ich auch recht gespannt, was die Franzosen von VIANDE auf ihrem Debütalbum so zu bieten haben.

Zunächst beginnt es mit gruseligen Sounds, bevor der Abgrund seine Zähne in die Gehörknöchelchen schlägt. „Les Dents Du Gouffre“ beginnt dann mit schön schleifendem Doom- Death- Grind- Riffing, welches mir schon mal recht flockig ins Gebein wandert. Dann setzt der Gesang ein, der zur Preisklasse ‚Böses Monster röchelt im U-Bahn-Schacht‘ gehört. Dazu gesellen sich immer mehr Dissonanzen, und diverse Hintergrundgeräusche erzeugen eine doch etwas verwaschene Soundwand.

Und wenn dann das Tempo angezogen wird, verschmiert sich der gesamte Klang noch um ein weiteres. Die teilweise echt geilen Riffs aus den Tiefen des Abyss verschwinden fast im Gewühle, nur das Schlagzeug ist immer ganz klar zu hören. Den Titeln zu entnehmen, wird hier in französischer Sprache gesungen, was allerdings keinen größeren Gewöhnungsanspruch stellt, denn bei dem eigentlich nur aus ‚Uaarrrrrg , Uhhhhhgh, Aaaaargh“ bestehenden Vokalismus könnten die Lyrics auch gut und gerne auf Swahili, Singhalesisch oder Xhosa sein.

Das und die Tatsache, dass die Produktion doch wirklich sehr dumpf und diffus herüberkommt, was durch diverse Soundeffekte noch verstärkt wird, macht das Zuhören zu einer Konzentrationsprobe, denn spätestens beim dritten Song hat man gerspitzte Ohren wie Spock, um die Feinheiten herauszuhören. Ihr kennt mich – diverser stumpfer Krach kann mich von Zeit zu Zeit schon recht entzücken, und auch VIANDE haben recht gute Ansätze, diesem obskuren Vergnügen Futter zu geben, aber wenn alles zu einem Soundbrei verkommt, ist das Menü doch etwas versalzen.

Und das ist echt ein wenig schade. Ich habe extra drei verschiedene Abspielgeräte ausprobiert, doch den Soundmatsch kriege ich nicht weg. Es kommt mir teilweise wirklich so vor, als hätte die Band das Album in einem Bahnhofstummel eingespielt, und bei dem Soundeffekt am Ende von „La Tombe Avide“ oder der Dissonanzeinlage im letzten Viertel von „Le Souffe Des Os“wartet man förmlich auf die Durchsage ‚Vorsicht am Gleis 102! Zug nach Plochingen fährt ein!‘.

Und das finde ich irgendwie schade, denn die Band hämmert schon ein schön heftiges Gebrate auf die Zwölf, die Fans von INCANTATION, PROFANATICA, BLASPHEMY, MORTICIAN und ähnlichen Schepperologen recht gut reinlaufen könnte. Und wer sonst auf ein obskures Gemisch aus Black-/Death-Metal, Grindcore und einer Spur Doom, gepaart mit einer Prise Post Black Metal steht, oder durch Langzeitberieselung mit derartiger Mucke schon Hornhaut auf den Trommelfellen hat, kann sich mit VIANDE schon mal die härtesten Verkrustungen aus den Gehörgängen putzen.

Für mich bleibt letzthin nur, das Werk als recht zwiespältig zu bezeichnen, denn der erlesene Krach wäre um einiges leichter verdaulich, wenn die Produktion nicht so schwammig wäre. Scheinbar hat der Abgrund nicht nur die Seelen verschlungen, wie es der Albumtitel L‘ Abime Dévore Les Âmes“ ankündigt, sondern auch den Mann am Mischpult. Da sollte in Zukunft etwas nachgebessert werden.

Anspieltipp: „Miroir Dé Chamé“ und „Le Souffe Des Os“


Bewertung: 6,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Les Dents Du Gouffre
02. Le Ventre Monde
03. La Tombe Avide
04. Miroir Dé Chamé
05. Le Souffe Des Os
06. Traître à La Vie
07. Lueurs De Cendres
08. Langues De Brume



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