Im 13.Jahr ihres Bestehens heuer gerade mal erst mit dem dritten Album „The occult mastery“ um die Ecke gebogen, ist die Elchtodkanone aus dem Ruhrpott nicht unbedingt ein Ausbund an überschäumender Arbeitswut. Dennoch schafft es der Vierer immer wieder mit jedem neuen Album sein eigenes Rad neu zu erfinden und den Sound sehr zum Wohlwollen der Fans und der Musikjournalie den todesbleiernden Gegebenheiten anzupassen. So halt jüngst geschehen auf besagten Album, welches nicht nur eindrucksvoll beweist, dass man in einer als zuweilen primitiv verschrienen Musikrichtung durchaus innovativ seinen eigenen Stil verändern und begeisterungsfähig anpassen kann. Grund genug Sänger Marc ein wenig auf den Zahn zu fühlen…
Im Vorfeld dieses Gespräches überlegte ich mir, ob ich nach dem 2:0 Sieg des BVB gegen meine Hertha überhaupt mit Euch sprechen sollte, doch Sport ist Sport, Musik ist Musik. Verfolgt Ihr als Dortmunder überhaupt das kickende Geschehen? Und wenn nicht…warum?

Nun, ich bin ja eigentlich der letzte verbleibende Dortmunder in der Band und hab, ehrlich gesagt, mit Fußball nix am Hut. Unser Ex-Basser Daniel ist BVB Fan. Die anderen kommen ja aus dem Bergischen Land und haben mit Fußball eigentlich auch nix zu tun so wirklich. Tut mir leid, dich dahingehend enttäuschen zu müssen, haha.

Meine Güte, Ihr habt Euch seit "Godconstruct" saftige 4 Jahre, 4 Monate und 6 Tage ins Land streichen lassen, um jetzt mit "The occult mastery" euer neustes Werk ins Feld zu werfen. Warum hat das schon wieder so lange gedauert? Zwischen „Beyond the threshold of death“ und dem zwooten waren das auch geschlagene sieben Jahre.
Gute Frage! Wir haben eigentlich immer neue Ideen am Start, aber bei der Ausarbeitung selbiger sind wir zuweilen recht undiszipliniert, haha. Und die Aufnahmen haben auch viel länger gebraucht, als erwartet, was ebenfalls unsere eigene Schuld war, da vieles wohl doch noch zu unfertig war, als wir damit anfingen. Naja, wir haben uns selbst gegenüber Besserung gelobt und beim nächsten Album wird einiges anders laufen. Wir müssen, was Songwriting und Recording angeht, einfach fokussierter werden. Trotzdem denke ich nicht, dass die Welt jedes Jahr ein neues Lifeless Album braucht. Also machen wir uns auch nicht wirklich Stress in dem Sinne. Aber länger als zwei, zweieinhalb Jahre sollte es diesmal vielleicht nicht unbedingt dauern.

Man sagt ja immer, dass das dritte Album richtungsweisend sei. Wenn man sich „The occult mastery“ als geneigter Verfolger Eurer Band zu Gemüte führt merkt man schnell die Veränderung in Eurem Sound…weg vom stumpfen (aber nicht minder großartigen), hin zum technisch versierteren Todesblei. Ist das dem höheren Lebensalter geschuldet oder inwiefern wurdet Ihr da beeinflusst?

Ich denke man entwickelt sich einfach als Band insgesamt und als Musiker im Einzelnen. Vier Jahre sind eine lange Zeit, da kann man viel ausprobieren und dazulernen. Außerdem waren diesmal Jan und Sascha am Songwriting beteiligt, was ja auf „Godconstruct“ noch nicht der Fall war. Das hatte auch nochmal immensen Einfluss auf die Songs, denn die beiden sind super Musiker.

Ich kann mir allerdings auch gut vorstellen, dass einige der alten Die-Hard-Fans, die mit Lifeless vertraut sind, den Stilwechsel nicht ganz nachvollziehen können. Gab es denn schon Briefbomben, brennende Kacke-Pakete oder wie fiel die Resonanz seitens der Fans aus? Von den Medien wollen wir mal gar nicht sprechen…
Von einem Stilwechsel kann ja gar keine Rede sein. Wir spielen immer noch traditionellen Death Metal mit schwedischem Sound. Wir haben uns nur innerhalb dieses Rahmens ein wenig weiterentwickelt anscheinend. Das einzige, was wirklich komplett anders klingt als vorher, ist mein Gesang, da ich jetzt viel höher shoute als früher, was dem Ganzen einen kleinen Black-Death Touch der Marke Necrophobic/Dissection gibt. Aber das fanden bis jetzt wirklich ALLE viel besser. Also, keine Briefbomben oder ähnliches, hahaha. Im Gegenteil! Die Resonanzen, sowohl von den Fans, als auch von der Presse, sind super bisher. Wir waren sogar im Metal Hammer Soundcheck auf Platz 8. Das muss man sich mal vorstellen, hahaha.

Ich gebe zu…ich habe lange gegoogelt und gesucht, doch irgendwie habe ich nichts über den Entstehungsprozess des neuen Albums gefunden, geschweige denn den Hauptverantwortlichen für den herrlich organischen und heftigen Sound. Sprich!

Ja, und das ist auch echt schade, dass unbekannte Produzenten eben nicht in jedem Review erwähnt werden, wobei gerade die es nötig hätten. Naja…Wir haben wieder, wie auch schon bei „Godconstruct“, mit unserem Kumpel Martin Bondzio zusammengearbeitet. Der hat ein kleines, aber feines Studio in Dortmund - die Anubis-Klangwerkstatt. Wer also nach einem Studio mit netten, versierten Leuten und fairen Konditionen sucht, sollte dort mal anfragen. Wir haben dort aufgenommen, gemixt und gemastert. Nur für die Vinyl-Version haben wir ein extra Vinylmaster von Patrick W. Engel in den Temple Of Disharmony Studios anfertigen lassen.

Ebenso würde mich Deine Sicht als Hauptsongwriter in Bezug auf Eure Texte interessieren. Da wir ja nur digital bemustert werden, habe ich keine Songtexte und selbst für mich als Englisch-Profi ist es zuweilen schwierig, bei Death Metal den tieferen Sinn der Lyrics zu analysieren. Erzähl mal…

Nun, ich interessiere mich für eine Menge abgefahrener Sachen. Deshalb ist das gar nicht so leicht zu beschreiben, denn in meinen Lyrics verarbeite ich Einflüsse aus vielen verschiedenen Themenbereichen, die manchmal - oberflächlich betrachtet - scheinbar nicht mal etwas miteinander zu tun haben. Es geht um den Ist-Zustand der Menschheit aus einem dystopischen Blickwinkel, kann man sagen. Es geht um unser Ego, unsere Spiritualität, Religionen, Politik und Verschwörungen, aber auch um grenzwissenschaftliche Themen und alte Mythen. Das alles in einem eng miteinander verwobenen Gesamtkontext. Es ist nicht immer einfach, komplexe Themen mit vielen verschiedenen Ebenen in relativ kurze Songtexte zu packen. Da kann man viele Dinge nur anschneiden oder oberflächlich ausdrücken. Es ist zwar kein Konzeptalbum als solches, aber trotzdem hängt alles, vom Intro bis zum letzten Ton, zusammen und ist als Gesamtbild zu sehen.

Ich las in ein bis zwei anderen Reviews den Verweis auf vorhandene Black Metal Elemente, die ich so gar nicht ausmachen konnte. Fehlt mir dafür das Gehör? Habe ich was verpasst? Sieht man Euch demnächst dann doch weißgeschminkt auf den Bühnen der Welt?
Ich denke, der Eindruck entsteht hauptsächlich durch meinen, in diese Richtung veränderten Gesang. Aber es gibt auch ein paar Riffs, die ein wenig schwärzer angehaucht sind. Und dann noch der an Dissection angelehnte Akustikpart in „Delusions Of Grandeur“. Aber auch die Gesamtstimmung ist etwas kälter als früher, denke ich. Es gibt meinerseits ein paar Songideen für´s nächste Album, bei denen dieser leicht schwarze Pesthauch auch etwas durchschimmert. Aber das finde ich überhaupt nicht schlimm, denn Bands wie Necrophobic, Dissection oder auch Naglfar zählten immer zu meinen Lieblingsbands und es ist nur logisch, dass sich dieser Einfluss auch irgendwann in den eigenen Songs widerspiegelt, oder? Ne, geschminkt wird bei uns nur der Jan. Aber erst nach der Show, wenn er Backstage zu unserer Belustigung tanzen muss, hahaha. Spaß!

Marc, Du bist ja neben Deinem Hauptjob als Sänger und Gitarrist auch verantwortlich für das Coverartwork und hast so ganz nebenbei mit ArtWars-Mediadesign auch recht erfolgreich ein zweites Standbein. Wie verträgt sich beides miteinander? Mal davon abgesehen, dass sich Lifeless die Kosten für ein zauberhaftes Artwork schenken können…

Das verträgt sich super, denn die beiden Bereiche befruchten sich optimal gegenseitig und ergänzen sich somit. Nicht nur als Musiker, sondern auch als Artworker und Layouter in der Szene unterwegs zu sein ist einfach super. Beides war eigentlich eine Art Jugendtraum, der sich nun realisiert hat.

Ich gebe zu, dass ich Euch noch nicht live erleben durfte, da ja damals in Berlin der Gorguts Gig für mich flachfiel. Wann ist denn eine Rückkehr in die bundesdeutsche Hauptstadt zu erwarten?

Echt nicht? Schande über dich, hahaha…Naja, das läuft ja nicht weg. Ich hoffe wir werden recht bald mal wieder in Berlin einfallen. Diese Stadt ist immer eine Konzertreise wert. Falls jemand Bock hat uns einzuladen, immer gerne.

Wie geht es jetzt mit Lifeless weiter? Müssen wir wieder etliche Jahre warten, bis wir mal etwas Neues kredenzt bekommen? Ich hoffe mal nicht…

Wir werden jetzt erst mal so viel wie möglich live spielen mit dem neuen Album. Für dieses Jahr stehen da noch ein paar Sachen an, aber auch für nächstes Jahr sind schon einige Dates gebucht. Wer das hier liest und Lust hat, uns für 2018 zu buchen, kann gerne an booking@lifeless-deathmetal.de schreiben. Ansonsten beginnen wir zeitnah mit dem Songwriting und versprechen hoch und heilig, dass wir uns diesmal am Riemen reißen und das nächste Album nicht so lange auf sich warten lassen wird, haha...

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