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Live on Stage - Report: FOREIGNER | THE DEAD DAISIES

08.06.2022 - Berlin @ Zitadelle



Korrigiert mich, aber von der Optik her ist die Spandauer Zitadelle einfach die schönste Konzertlocation in Berlin, auch wenn man Abstriche bei der durch die klagenden Anwohner gedrosselten Lautstärke in Kauf nehmen muss. Doch das schreckte mich nicht ab, an diesem herrlich sommerlich warmen Mittwoch in den Berliner Nordwesten zu pilgern, um endlich nach 1993 Foreigner einmal mehr meine Aufwartung zu machen. Allerdings hätte ich auf das in der Vergangenheit Erlernte achten müssen, denn wenn der Veranstalter schreibt: Einlass 17:30 und Beginn 18:00 Uhr heißt das noch lange nicht, dass dies den Tatsachen entspricht. Vielleicht auch nur ein Trick, um den vollkommen unfähigen Straßenhändlern bei ihrem Bierverkauf ein wenig unter die Arme zu greifen, die trotz der Tatsache, dass diese mir 4x das falsche Bier hinstellten, mit einem fetten Umsatz an diesem Tag grinsend ins Bett gegangen sein dürften.

Irgendwann so um 19:30 Uhr rum war es dann endlich soweit und die von David Lowy in Sydney gegründete Allstar-Truppe The Dead Daisies betraten die Bühne, um mit ihrem starken und treibenden Hard Rock der Menge ein wenig die Salami vom Brot zu zerren. Apropos Verpflegung vor Ort: Einen lieben Gruß an den Kollegen, der mit seinem auf dem Gelände befindlichen Jamaika Chicken Stand meine Geschmacksnerven zu Jubelstürmen hinriss. Verdammt, was das legga, doch zurück zum eigentlichen Thema.

Der Sound drückte ordentlich und die Menge ging erstaunlich gut mit, wobei auch hier der Umstand Erwähnung finden sollte, dass ich mit meinem halben Jahrhundert auf dem Buckel doch eher zu den Jünglingen an diesem Abend zählte und ich nicht erwartete, dass die etwas Betagten noch zu rocken und rollen könne. Meine aufrichtige Entschuldigung erfolgt hiermit nachträglich.

Lowy und sein Partner, ex-Whitesnake Gitarrist Doug Aldrich, hatten exzellentes Riffmaterial am Start und auch die Soli gingen verdammt gut in die shakenden Gehwarzen, ebenso wie das großartige Drumming von Brian Tichy, der sein Können beim noch später kommenden Headliner und unser aller Ozzy bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, war tight wie eine Leggins am Arsch von Rebel Wilson, doch Mittelpunkt war ganz klar Mr.Whiteteeth Glenn Hughes, der mit seinem purpurfarbenen Anzug ein wenig an Omas Sofa erinnerte, mit seinem Bassspiel und aber vor allem seiner glasklaren und glockenhellen Stimme das mehr als positive Gesamtbild abrundete. Man merkt dem 70jährigen einfach an, dass er sich seinen Sporen bereits bei Black Sabbath und Deep Purple verdiente und dieses Grundwissen nun anderen gewinnbringend zur Verfügung stellt.

The Dead Daisies machten alles richtig und verrichteten ihren Job als Anheizer vortrefflich, was in einer grandiosen Coverversionen des Purple Klassikers ”Burn” mündete, welche bewies, wie verdammt gut der Glenn noch seine Stimme unter Kontrolle hat. Frauchen jedenfalls hatte sich vortrefflich warmgetanzt und sich direkt danach mit entsprechender und ansprechender Obertrikotage ausgestattet. Richtig starker Gig, den ich so gerne nochmal im Club erleben möchte.

Long way to go
Unspoken
Mexico
Bustle and flow
Mistreated
Radiance
Burn


Eine spartanische Bühne, lediglich mit einem Logo im Hintergrund und dennoch verfehlte dieser Minimalismus nicht seine Wirkung, denn hier sollte es nun ausschließlich um die Musik gehen, von der die 1976 gegründeten New Yorker in ihrer langen Karriere einen ganzen Sack voll angehäuft haben. Darunter natürlich unvergessliche Welthits, die noch in 100 Jahren Liebhaber finden werden und auf die nun alle Anwesenden sehnsüchtig warteten.

Das von der Gründungsbesetzung lediglich Mick Jones noch für ein paar Songs auf der Bühne steht, ist hierbei ebenso vollkommen egal, denn die aktuelle Besetzung steht ihren Gründungsvätern in absolut nichts nach. Bei den beiden Openern war der Sound noch etwas breiig, doch spätestens beim ersten Überhitt ”Cold as ice” war ebenjenes gebrochen und der Weg war frei für eineinhalb Stunden feinsten AOR. Das gut gefüllte Rund sang natürlich lautstark und komplett schief mit (zumindest mein Nachbar) oder filmte permanent in meinem Sichtfeld das Konzert, um später zuhause damit angeben zu können, wie geil das doch alles gewesen sei. Irgendwann musste ich dann doch eine Ansage machen, denn ich wollte Foreigner gerne live und nicht durch das Display des vor mir permanent in die Höhe gehaltenen Smartphones erleben.

Und ja, es wurde ein Erlebnis, denn gerade die Stimme des auch schon seit 17 Jahren bei der Band aktiven Kelly Hanssen steht der von Lou Gramm in nichts nach. Hit reihte sich an Hit und vor allem ex-Dokken Basser Jeff Pilson rannte unermüdlich hin und her und war der klare Aktivposten auf der Bühne. Auch am Keyboard gab der Gute eine mehr als passable Figur ab, was besonders bei “Waiting for a Girl live you”, dem ersten wirklichen Mega-Gänsehaut Moment, deutlich/ wurde.

Trotz eines immensen Spaßfaktors muss ich aber dennoch Kritik üben, denn die ellenlangen Keyboard und Drum Soli gingen mir irgendwann auf den Geist, ebenso wie die mehr als ausführliche Bandvorstellung. Das war eine Beschneidung der Spieldauer, die man locker für 2-3 weitere Songs hätte nutzen können. War zwar nicht ganz verschwendete Zeit, aber zumindest ein wenig...doch die Entschädigung folgte auf den Fuß, denn der Rest des Gigs wurde zum Triumphzug, welcher in dem Jahrhundertsong “I wanna know what love is” gipfelte, bei dem viele Augen (ja, auch meine) feucht wurden. Witzig, dass meine Frau danach um die Augen herum aussah wie Alice Cooper zu seinen wildesten Zeiten.

Mit ”Hot blooded” wurde dann ein Konzert beendet, welches jetzt nicht unbedingt zu den besten aller Zeiten gehörte, doch mit Sicherheit zu einem der unterhaltsamsten. Es war einfach schön, diese ganzen Klassiker nochmal live zu hören, mit denen man groß geworden ist und in mancher Disco bei den Mädels erstmal auf Tuchfühlung gehen durfte. Danke für diese mehr als unterhaltsame Zeitreise.

Double Vision
Head games
Cold as ice
Waiting for a Girl like you
That was yesterday
Dirty white boy
Feels like the First time
Urgent (Solo)
Juke Box hero
Long, Long was from home
I want to know what love is
Hot bloded




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