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Live on Stage-Report: MARKY RAMONE | MÄSH

24.06.2022 – Berlin @ Lido



Wenn man alleine für das Abtippen der Setlist nur unwesentlich weniger Zeit benötigt, als für das eigentliche Verfassen des Konzertberichtes kann das nur bedeuten, dass

  1. entweder ein Grindcore-Festival in der Stadt gastiert oder
  2. die Ramones, restriktive deren einziges übriggebliebenes Mitglied der 70er Formation für einen Abend auf der Bühne stehen, bzw. steht.

Ja, ich bin großer Punk Fan und gerade die Songs der 1974 gegründeten New Yorker haben mich mein Leben lang begleitet. Ebenso kann ich mich damit rühmen, bei dem legendären Gig am 27.11.1989 in der Berliner Eissporthalle mit Anwesenheit geglänzt und eines der besten Konzerte ever erlebt zu haben. Dementsprechend freudig sah ich diesem Event entgegen, putzte die Tanzschuhe, denn bereits im Vorfeld war klar: An diesem Abend geht der Olaf endlich mal wieder im Pit steil. Eine Frage blieb jedoch offen: Gab es überhaupt eine Vorband?

Die gab es…und was für eine! Mäsh nennen sich die Kollegen, die pünktlich um 20 Uhr zum Tanz aufspielten und mich komplett umhauten. Rotziger Rock’n’Punk mit einem Frontmann, dem man den Liverpooler Keller-Mief förmlich ansah. Doof nur, dass die Truppe gar nicht aus der Mersey-Stadt kommt, sondern hier in Berlin beheimatet und besagter Mikro-Rüpel Italiener statt englisches Arbeiterkind ist.




Die Überraschung war also in vielerlei Hinsicht perfekt, denn die Songs gingen komplett in die langsam warmlaufenden Fußsohlen und ich konnte mich bereits jetzt kaum mehr halten.

Auch das eigentlich noch zahlreich draußen rauchende Publikum kam nach und nach vor die Bühne als sie merkten, was hier für eine schweinegeile Truppe am abrocken war und feierte Mäsh komplett und vollkommen zurecht ab. Das machte Spaß, Laune und mein Shirt konnte man bereits nach dem Support einmal komplett auswringen. Die werde ich mir definitiv bei der sich nächst bietender Gelegenheit noch einmal reinsaugen. Ganz große Klasse und der absolut perfekte Anheizer für das Inferno, was nun über uns hereinbrechen sollte.

Da Marky Ramones Blitzkrieg permanent mit wechselnder Besetzung umherreist, war ich neugierig, ob Multitalent Andrew W.K. immer noch als Frontmann agieren würde, was er nicht tat und bei der Performance seines Nachfolgers auch nicht unbedingt vermisst wurde. Von der Spargel-Tarzan Figur und seiner Körpergröße her sah der gute Mann ein wenig wie die junge Version des leider viel zu früh verstorbenen Joey Ramone aus und bewegte sich auch entsprechend. Aber diese Stimme! Hammer!

Hinter den Drums hockte nun also die lebende Legende und der Fiffi saß perfekt auf dem Haupt des Drummers, der sich fast ohne Pause durch das Set prügelte und lediglich ein saftiges „Fuck you Mr.Burns“ bei „Happy birthday to you“ von sich gab. Alter Lachs, war der tight und timingsicher und das mit schlanken knapp 70 Lenzen. Respekt! Aber auch seine musizierenden Kollegen standen ihm in nichts nach und es wurde ohne Unterlass ein Hit nach dem anderen ins völlig durchdrehende Publikum gejagt. Fuck, war das intensiv und einfach großartig!

Kaum Pausen und wenn dann nur, um das legendäre „One-Two-Three-Four“ anzustimmen und weiter an der Stellschraube zu drehen. Der Pit tobte, ich wechselte von Nass zu Klatschnass und merkte schnell, dass ich halt doch keine 17 mehr bin. Egal, weiter ging es und mein Kalorienzähler sammelte unaufhörlich weiter. Nein, einzelne Highlights gab es nicht, denn der gesamte Gig war ein einziger Höhepunkt! Jung und Alt waren am Mitsingen alles pogte, slamte und tanzte durch das Lido und die Luft konnte man spätestens nach 10 Minuten in dicke Scheiben schneiden.

Die Setlist enthielt absolut alles, was das Herz eines Fans höherschlagen lässt und den Körper in Bewegung hält und somit war es nicht weiter verwunderlich, dass das zwischendurch gekaufte Bier wie Öl die Kehle herunterfloss. Das war eine fette Party, die so dermaßen intensiv war, dass ich noch 3 Tage später Muskelkater in den Waden hatte.

Wer auf diese Mucke steht, selbst aber noch nie in den livehaftigen Genuss gekommen ist, sollte dem Grammy Lifetime Achievement Award Gewinner unbedingt einen Besuch abstatten, denn er hält das Erbe der Ramones am Leben und begeistert damit Jung und Alt. Grandioser Abend, der mit einigen Bierchen am Späti und Kopfschmerzen am nächsten Morgen endete.

Sheena is a Punk Rocker
Havana Affair
Teenage Lobotomy
Do you wanna dance?
Commando
I wanne be your boyfriend
Beat on the brat
I just want to have something to do
Now I wanna sniff some glue
We’re happy family
Gimme gimme shock treatment
Rock’n’Roll Highschool
Let’s dance
Surfin‘ bird
Judy is a punk
The KKK took my baby away
Pet sematary
Do you remember Rock’n’Roll Radio
I wanna be sedated
I don’t wanna walk around with you
Cretin hop
Chain saw
Happy birthday to you
She’s the one
Rockaway beach
Listen to my heart
R.A.M.O.N.E.S.
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You’re gonna kill that girl
I don’t care
Glad to see you go
Have you ever seen the rain?
Pinhead
What a wonderful world
Blitzkrieg bop




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