GORGUTS | LIFELESS | HESPERA

18.06.2014 - Berlin @ Cassiopeia

Der Ruf des Cassiopeias erreicht in diesem Fall den Gastschreiberling aus Hamburg, die sich aus Hamburg extra für diese Death Metal-Legende auf den weiten Weg machte. In Hamburg ein paar Tage zuvor am gleichen Abend wie die ebenfalls legendären Amenra hatten die Kanadier an diesem Abend lediglich Konkurrenz von der Fussball-WM, welche allerorts und so auch im Vorgarten des Cassiopeias übertragen wurde. Hartgesottene Metal-Fans interessierte diese Tatsache jedoch wenig, so dass sich auch bei der lokalen Vorband Hespera einige Zuschauer im Cassiopeia einfanden.

Die junge Berliner Band zelebrierte gemäß eigener Aussagen erst ihren zweiten Auftritt vor Publikum und ist sichtlich nervös an diesem Abend die Bühne mit Gorguts zu teilen. Trotz leichter Soundprobleme prügelten die Berliner ihren progressiven Death Metal mit moderner Note und zweistimmigen Vocals auf die anwesenden Fans ein, welcher bei selbigen auf geteilte Meinungen stieß. Während sich einige eher zurückzogen und gelangweilt an ihrem Bierchen nippten oder sich der Fussball-WM widmeten, wippten andere im Takt mit und feierten die junge Band. Trotz aller Nervösität legten die Newcomer einen guten, wenn auch noch etwas verschüchterten Auftritt auf die Bühne des Cassiopeias. Auf der Seite der Bühne stehend poste der Bassist der Band Dominik Budziak entschieden mehr als der Rest der Band und schien komplett in der Musik zu versinken. Fronter David Can Lewy growlte sich derweil unterstützt von Gitarrist Sertay Sakizoglu, die Seele aus dem Leib, was jedoch leider, vielleicht auch dem Sound geschuldet, relativ monoton rüberkam. Musikalisch schafften es die Jungs immer mal wieder die Menge in Bewegung zu versetzen, zeigen aber auch das noch hinsichtlich des Songwritings Verbesserungsbedarf besteht, vor allem auch um aus der Masse der Death Metal-Bands herauszustechen.

Lifeless aus Dortmund heben sich von den beiden progressiven Bands des Abends herrlich oldschoolig ab und lassen eine Welle feinsten Schwedentods über die Berliner Fans schwappen. Beinahe sofort schlägt die vielerorts gelangweilte Stimmung in mächtiges Headbangen um, andernorts wird noch immer sehnsüchtig der Headliner des Abends erwartet. Sänger Marc lässt sich davon nicht beirren und versucht die Menge stets mit passenden Ansagen zum Mitmachen zu motivieren. Berlin leistet an diesem Abend erstaunlich gut Folge und die Halle ist trotz des Termins in der Woche mehr als gut gefüllt. Harmonisch und seelig bangt ein großer Teil der anwesenden Fans zu den Klängen der 2004 gegründeten Band. Gespielt werden an diesem Abend Stücke aus beiden Alben, auch wenn der Fokus deutlich auf dem aktuelleren Werk „Godconstruct“ von 2013 liegt. Lifeless geben sich routiniert und sehr spielfreudig und lassen es sich nicht nehmen mit den Fans zu scherzen und auf die stattfindende Fussball-WM einzugehen. Den Zugabe-Rufen leisten die Nordrhein-Wandalen begeistert Folge und feiern mit den Berlinern eine ordentliche Party.

Der Sänger von Gorguts, Luc Lemay, verkaufte während des Gigs der Vorbands höchst selbst das Merchandise seiner Band und wurde nun kurz vor dem Auftritt der eigenen Band abgelöst um die entsprechenden Vorbereitungen treffen zu können. Kaum stehen die Kanadier auf der Bühne füllt sich der Raum noch mal sichtlich mit Fans und schier alle Fussballfreunde scheinen nun auch den Weg ins Cassiopeia gefunden zu haben. Gorguts gründeten sich 1989, wahrscheinlich ein Grund warum der Altersschnitt im Publikum an diesem Abend deutlich höher zu sein schien, als gemeinhin üblich. Wie dem auch sei, die Kanadier fackelten nicht lange und erfreuten die Berliner mit feinstem sehr eigenen progressiven Death Metal, der seinesgleichen sucht. Wer die Stücke im Vorfeld kannte, wusste um die bangbaren Passagen in selbigen, andere ließen sich schlicht von der Musik verzaubern. Verlernt haben die Jungs von Gorguts in all den Jahren rein gar nichts und lieferten trotz nicht ganz optimalen Sounds eine routinierte spielfreudige Show, welche die Erwartungen der meisten Fans toppte. Neben dem aktuellen Werk „Colored Sands“ spielten die Kanadier auch Stücke aus den ersten Werken der Band wie z.B. ‚Obscura‘ oder ‚Orphans of Sickness‘. Ein Glück das manche Legenden scheinbar nie sterben und den jungen Bands noch immer ein Vorbild sein können. Hoffentlich verirren sich diese Herren bald wieder nach Europa!!

WIEBKE HÖRMANN

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